Von Ehrenamt zum Berufsbetreuer

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    • hallo Camal,

      schau dich doch mal hier um [url]http://dejure.org/gesetze/VBVG[/url]

      Der § 1 gilt auch für die freiberuflichen Betreuer. Heißt, als Berufsbetreuer gilt, wer mindestens 11 Betreuungen hat oder aber - mit Bescheinigung der Betreuungsbehörde - die Betreuungen weniger als 11 bereits einen Zeit und Leitungsumfang verlangen, dass eine Gleichstellung vertretbar erscheint.

      Da aber das Stundenkontingent budgetiert ist, als anfänglich nur 8 Stunden pro Monat vergütet werden und auch nach § 5 VBVG zunächst die Betreuung ehrenamtlich geführt und dann von Berufsbetreuer weitergeführt wird. Soll heißen, nach einem Jahr liegt die durchschnittliche zu vergütende Zeit bei 4 Stunden IM MONAT. Also bei studiertem Pädagogen ein Vergütungsanspruch von 4x44 € = 176 € pro Betreuten. Heißt bei 11 Betreuungen wären es 1936 € im Monat. Bei Ehrenamt wäre es bei 10 Betreuungen 3120€ im Jahr oder 260 € im Monat.

      Bis man vom Einkommen als freiberuflicher Betreuer eine gesicherte Existenz finanzieren kann, dauert. Und das war und ist ja auch die Intention und Absicht des Gesetzgebers bzw. geberin, nämlich die Zahl der interessierten BetreuerInnen möglichst zu reduzieren und die Hürde so zu erhöhen, damit es unattracktiv wird, Betreuungen beruflich zu führen. Wer es dann aber geschafft hat und hat seine 40-50 Betreuungen hat ein vergleichsweise stabiles Auskommen von mehr als 50tsd € netto im Jahr.

      Aber der Weg bis dahin ist lang und mühsam und unter den verschiedenen Anforderungen auch recht steinig. Denn je mehr Einkommen, also mit der steigenden Anzahl der Betreuungen wächst das Risiko, wegen irgendwelcher Vorfälle in Regress genommen zu werden. Unter der ansteigenden Zahl der der Regresse wurden auch die Beiträge der Vermögensschadenhaftpflichtversicherungen erhöht, was wiederum als Fixkosten das Einkommen mindert. Aber ohne Versicherung ist leichtfertig zu arbeiten, denn schnell führt ein Missverständis oder eine Vergesslichkeit über eine Antragstellung, und sei es der GEZ oder Rente oder ALG oder oder oder zu Ersatzansprüchen. Und die Unzufriedenheit der Betreuten oder deren Angehörige mit der wenigen Zeit, die der Betreuer dem Betreuten widmet, steigt ebenfalls. Heißt, die Mehrzeit an Remonstrationen und Erwiderungen auf Beschwerden mindert letzlich ebenfalls die effektive Vergütung oder die Zeit, die für die Betreuung anderer gedacht ist.

      Bei 3 Betreuungen ist der Break Even Point von Befriedigung durch die Arbeit im Blick trotz der geringen Aufwandspauschale noch längst nicht erreicht. Aber bei 10 Betreuungen als Ehrenamtler besteht schon ein krasses Missverhältnis von Arbeitsaufwand und Pauschalierung und mit 11 Betreuungen ist der Stundenlohn netto (ca. 2/3 des Bruttolohns) bei geleisteten 30 Stunden in der Woche nicht viel höher als der Stundenlohn einer Putzfrau nämlich bei 11 €.

      Bei 30 Betreuungen mit einer durchschnittlichen Vergütungszeit von 4 Stunden im Monat beträgt das Bruttoeinkommen eines Studierten über 5tsd €, netto dreieinhalb Tausend. Bei einer 40 Stundenwoche wären es in etwa anderthalb Stunde pro Betreutem im Monat. Darin enthalten sind dann alle Fahrtzeiten, alle Telefonate, alle Berichte und sonstige Schreiben an Gläubiger und Behörden und der persönliche Kontakt.

      Bei 20 Betreuungen wäre das Brutto Einkommen mit dem Netto Einkommen von 30 Betreuungen vergleichbar. Dafür könnte mehr Zeit für den einzelnen Betreuten aufgewendet werden, auch wenn sich nicht vergütet würde. Soll heißen, der Break even von Lust und Frust der Arbeit als freiberuflicher Betreuer liegt bei manchem wohl unter 20 Betreuungen. Andere fühlen sich auch mit 40 und 50 und mehr Betreuungen gut. Doch dafür muss man mehr mitbringen als in dem Berufsbild des freiberuflichen Betreuers vermerkt rechtlichebetreuung.de/08berufsbildbetreuer.html
      In diesem Sinn viel Erfolg, ein gutes Gespür und Vorsicht bei Illusionen.
      Heinz
    • Von Ehrenamt zum Berufsbetreuer

      Hallo, bin neu hier,
      mein Freund ist Sozialpädagoge und schon 15 Jahre im ÖD tätig, er ist u.a. als Einzelfallhelfer tätig (freiberuflich).
      Nun hat er begonnen, nach etlichen kursen als Betreuer zu arbeiten und hat nun 3 Klienten.
      Hab hier schon etwas quergelesen.
      Man bekommt ja von Amtsgericht eine Aufwandspauschale.
      Aber wieviele ehrenamtliche klienten braucht er um als Berufsbetreuer abrechnen zu können?
      Ist das überhaupt noch aktuell, dass er 10 "Fälle" braucht ehe er es stündlich abrechnen kann???
      Liebe Grüße aus Berlin,
      Camal