Berufswahl zum Berufsbetreuer

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    • Hallo Assi,

      da scheint es also bei Dir, eben so wie hier im Vogtlandkreis zu sein.
      Momentan besteht kein Bedarf an Berufsbetreuern, allerdings sind Ehrenamtler gesucht, wie verrückt... ?(
      Tja. Warum wird dies wohl so sein?!
      Betreuungsbehörden sind angewiesen, Betreuung nach folgender Vorgabe zu vergeben: "Ehrenamt geht VOR Berufsbetreuung!"

      Und wenn Du ehrlich bist, kann sich jeder normal denkende Bürger vorstellen, warum dies, in Zeiten klammer Staatskassen, wohl so ist und wie die Qualität der Betreuung in diesem Fall aussieht.
      Nichtsdestotrotz kannst Du ja versuchen, sollte Dein Berufswunsch übergroß sein, durch die Hintertüre zu kommen...
      Nehme einfach, im Laufe der Zeit, 11 ehrenamtliche Betreuungen an und stelle danach den Antrag, Betreuungen berufsmäßig zu führen, da Du ja ab 10 Betreuungen (oder mehr als 20 Stunden/Woche) eh in den Status eines Berufsbetreuers fällst.
      Und immerhin ist die Fluktuation in diesem Berufsbild auch nicht unerheblich. Ich denke nur an den Betreuungsverein Vogtland, wo 2 Mitarbeiter, wegen Differenzen mit der Geschäftsführung, nunmehr aufgehört haben.
      Zudem kenne ich eine nicht unerhebliche Anzahl von Aussagen, dass unsere Berufsgruppe stark mit dem Krankheitsbild "Burn-Out" zu kämpfen hat.

      Nun kommt es eben darauf an, was Du wirklich möchtest, wobei ich Dir durch die Blume mitteilen möchte, dass die "guten Zeiten" der Betreuer vorbei sind.
      Wir stehen im Kreuzfeuer sämtlicher Behörden und Einrichtungen. Wenn man nicht weiter kommt gilt oft die Direktive: Der hat einen Betreuer. Soll der das machen.
      Angefangen bei Besorgungen des täglichen Lebens, wie Kauf von Bekleidung bis hin zu Entscheidungen über Umzüge von Betreuten.

      In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Erfolg und hoffe, dass Du die richtige Wahl triffst.
    • Hallo zusammen,

      da ist mir doch bei einem Seminar ausgerechnet der Leiter der ortsansässigen Betreuungsstelle über den Weg gelaufen. Der hat mir erklärt, es gäbe soviel Betreuer, daß garantiert niemand mehr gebraucht werden würde und die Zahlen auch stabil wären seit Jahren (der Betreuten). Es gäbe hier x Vereine und die würden alle die Betreuungen übernehmen. Ich weiß, daß es daneben auch noch fünf Berufsbetreuer (die nicht in einem Verein angestellt sind) gibt, aber von denen war gar nicht die rede. Aber ehrenamtliche würde man jede Menge benötigen (sorry, aber übernehmen die die ganze Arbeit für diesen Minibetrag von 323,-- Euro pro Jahr???)



      Gruß,



      Assi.
    • Hallo Assi,

      du erwähnst deinen kaufmännischen Background. Sicherlich nehmen BetreuerInne auch die Vermögenssorge der Betreuten wahr, aber das ist nicht alles. Kaufmännisch kann alles sein, auch ein Bankkaufmann oder Bürokaufmann oder Versicherungskaufmann. Betreuungsarbeit gehörte zur Wohlfahrtpflege. Und da werden auch sozialrechtliche und auch pädagogische Kenntnisse und Fähigkeiten erwartet. Der Gesetzgeber sprich von verwertbaren Kenntnissen insb. im Wege eines Hochschulstudiums.

      Du wirst sich sicherlich schon kundig gemacht haben, was man(n) und frau so als BerufsbetreuerIn verdient. Das ist nicht viel, es sei denn, man(n) ist schon eine Weile im Job und hat so 40-50 Betreuungen, dann rechnet es sich. Du wirst aber auch schon mitbekommen haben, dass die ohne abgeschlossenes (Fach-) Hochschulstudium nicht die Arbeitsstunde mit 44 € vergütet bekommen, sondern weniger. Und dass zwar bei Neubestellung einer Betreuung zwar noch 8 Stunden und nach einem halben Jahr schon weniger und nach einem Jahr nur noch 3-4 Stunden im Monat pro Betreutem vergütet werden, egal wieviel Arbeit anfällt und geleistet werden muss.

      Du bist aber erst dann Berufsbetreuerin, wenn du 11 Betreuungen hast oder aber die, die du hast, dich wie eine Vollzeitbetreuerin in Anspruch nehmen. Also kannst du dir ausrechnen, dass du am Anfang der beruflichen Tätigkeit als Betreuerin, sagen wir mal bei 3 Betreuungen à 8 Stunden à 44 € knapp mehr als tausend Euro verdienst - brutto versteht sich - und inklusive aller Aufwendungen. Und das müssen Neubetreuungen sein. Übernimmst du Altbetreuungen von Kollegen oder auch nur von ehrenamtlich bestellten Betreuern, werden nur 3-4 Stunden im Monat vergütet. Und hast du nicht studiert im einem Gebiet, wo du verwertbare Kenntnisse erlangt hast, ist der Stundensatz ein Drittel geringer. Also nach einem Jahr und 11 Betreuungen lägst du auch erst anderthalb tausend Euro brutto.

      Wenn das für dich machbar und akzeptabel ist, dann frag mal bei der Betreuungstelle an, ob Betreuerinnen gesucht werden. Es gibt es auch schon mal eine Begrenzung. Aber das ist von Stadt zu Stadt und von Amtsgerichtsbezirk zu Amtsgerichtsbezirk unterschiedlich.

      In diesem Sinn viel Erfolg
    • Berufswahl in der rechtlichen / gesetzlichen Betreuung

      Hallo Assi!
      Vorwegnehmen möchte ich gerne, dass es in der Tat sehr viele Berufsbetreuer und ehrenamtliche Betreuer gibt. Diese "Angst" kann ich Dir also nehmen... :rolleyes:
      Auch über potentielle Betreute brauchen wir uns eigentlich keine Gedanken machen, da die Verkomplizierung der Rechtsprechungen und Hilfen im Sozialbereich, eher ein Steigen der Betreuungszahlen vorhersagt.
      Inwieweit an Deinem zuständigen Betreuungsgericht nachfrage nach weiteren Betreuern besteht, erfragst Du am besten entweder dort oder bei der zuständigen Behörde (Betreuungsbehörde).

      Liebe Grüße
      Micha
    • Berufswahl zum Berufsbetreuer

      Hallo Heinz, hallo zusammen,

      hier ist DIE Assi ;) .

      Ich interessiere mich in der Tat für die Tätigkeit als Berufsbetreuer als Berufswahl. Habe kaufm. Background und würde gerne in diese Richtung gehen. Allerdings ist mir nicht ganz bekannt, ob es eine sinnvolle Wahl ist insofern ich nicht abschätzen kann, ob es ausreichend Angehörige dieses Berufsstandes gibt oder ob es noch Potential gibt. Wenn ich das hier lese und auch die Informationen, die ich habe, sagen aus, daß ich mich vor Gericht bewerben muß. Nimmt mich auch jemand als Anfänger (natürlich mit entsprechendem Hintergrundwissen)? Gibt es so viele Betreuer, daß es noch Möglichkeiten zur Übernahme gibt? Wie kann man das herausfinden?

      Gruß,

      Assi.

      :devil: