Selbstbild-Fremdbild

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    • Selbstbild-Fremdbild

      Hallo allseits,

      ich nehme mal an, dass das Berufsbild des Berufsbetreuerers bekannt ist:
      <!-- m --><a class="postlink" href="http://www.rechtliche-betreuung.eu/08berufsbildbetreuer.html">http://www.rechtliche-betreuung.eu/08be ... reuer.html</a><!-- m -->

      Das spricht natürlich die ehrenamtlichen oder Betreuungen durch Angehörige nicht an.
      Deren Schwerpunkte liegen logischerweise anders, wenngleich es Überschneidungen gibt.

      Doch geht es mir weniger über das Ideelle, wie es sein sollte, sondern wie es ist. Also wie jede/r BetreuerIn sich sieht oder hofft, gesehen zu werden. Ich finde es äußerst spannend, wo man eigene Grenzen zieht und sich gegenüber den Erwartungen anderer wehrt. Nun gut, so ein Pauschalsystem von 4, 5 Stunden im Monat zieht schon automatisch Grenzen. Da setzt sich kein Betreuer mit dem Betreuten zwei Stunden zum Arzt. Das muss deligiert werden, Outsourcing ist das Stichwort. Doch ohne Moos nix los. Auch die Zivis eines ambulanten Dienstes wollen mit ca. 15 Euro vergütet werden, heißt, die bekommt nicht der Zivi, sondern der Pflegedienst. Und über die Kommune ist da nichts zu machen. Also sind Bezieher irgendwelcher Stütze schon mal gear....t.

      Früher, als die Welt noch in Ordnung war, also vor 2005, da konnte der Betreuer noch den individuellen Betreuungsbedarf selbst festlegen und wenn die Aussprache mit dem Arzt und dem Patienten es erforderte, sagen wir mal bei der Kardiologie und der Untersuchung auf Demenz oder auch im Suchtbereich oder im Bereich der Onkologie, da kamen schon mal mehrere Stunden zusammen, die vergütet wurden und die nicht bei anderen Betreuten eingespart werden, wenn sie heute notwendiger Weise anfallen.

      Ihr merkt, ich hab was gegen das Pauschalsystem. Aber egal. Jede/r wird sich darin eingefunden haben. Doch das Berufsbild der Berufsbetreuer wurde vor der Gesetzesänderung von den beiden Berufsverbänden verabschiedet. Ist das überhaupt noch realistisch? Ist es nicht vielmehr eine Farce?

      Also nochmals die Frage: was bin ich bereit zu leisten, was soll im Namen der Berufsverbände geleistet werden, was ist leistbar und was wird von Betreuten und Angehörigen erwartet? Ist es nicht vielmehr so, dass, wer einen Betreuer hat, im Grunde nichts mehr erwartet oder erwarten kann? Nach dem Motto, die bewilligte Pauschale ist schon mit der Hin- und Rückfahrt zum Betreuten erschöpft. Deshalb macht der Betreuer bestimmt oft vor dem Eingang der Wohnung des Betreuten kehrt und lässt sich kaum blicken.

      Sicherlich werden sich all jene auf den Schlips getreten fühlen, auch die Betreuerinnen, obwohl sie selten einen tragen, die eh schon aufm Zahnfleisch laufen und sich weit über das Budget einbringen. Doch ist es nur eine Frage der Zeit, bis wieder mal eine Zeitung oder ein Fernsehsender irgendeinen Fall der gesetzlichen Betreuung aufgreift und die unzumutbaren Missstände anprangert. Und dann wird ja nicht nur der Missstand angeprangert, sondern gleich ein ganzer Berufsstand, nach dem Motto, das Beispiel ist exemplarsich und synomym für viele Betreuungen.

      Und was macht das mir uns BetreuerInnen? Lässt uns das kalt? Geht uns das am verlängerten Rücken vorbei? Oder hoffen und vertrauen wir auf die Verbände, dass sie sich schützend vor die ehrenwerten BetreuerInnen stellen und remonstrieren? Naja, will ja nichts sagen, von wegen die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber bei den letzten Skandalen hab ich von den Verbänden nicht viel vernommen. Also macht es jede/r mit sich selbst aus, ob das Selbstbild mit dem Fremdbild kongruent ist oder ob die Erwartungen schlicht überzogen sind und ich mich getrost zurücklehnen kann, Hauptsache wenn die Kasse stimmt......

      Heinz

    • Re: Selbstbild-Fremdbild

      Lange ist es her, dass ich mir Gedanken gemacht habe über das Bild des Betreuers bzw. der Betreuerin. In den Medien hat es wohl auch in der jüngsten Vergangenheit wohl keine eklatanten Berichte gegeben. Hat man sich arrangiert, die Betreuten und Angehörigen mit den Betreuern? Ist jetzt allen klar, welche Erwartungen berechtigt sind und welche angesichts der Pauschalierung überzogen?
      Ich vermute, dass es hier und da noch reichlich Frustrationen gibt. Aber es wird kaum mehr was bekannt. Oder bekomme ich nur etwas nicht mit?

      Heinz