Abrufkredite

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    • Abrufkredite

      http://www.dradio.de/dlf/sendungen/verbrauchertipp/1171648/

      Abrufkredite bei kurzfristigen Kreditklemmen
      Von Anke Ulke
      Ist das Girokonto mal leer, kann es meist überzogen werden - dank des Dispositionskredites, den die Banken im Regelfall ganz selbstverständlich einräumen. Doch das Stopfen von kurzfristigen Finanzlöchern mithilfe des Dispos ist sehr teuer. Deutlich günstiger sind Abrufkredite.

      "Der Abrufkredit - bei uns heißt der Dispo-Plus-Kredit, ist ein Kredit, wo der Kunde jederzeit über einen bestimmten Betrag verfügen kann, nicht muss, das heißt er hat einen Kreditrahmen, der ihm eingeräumt wird und kann das Konto nach Belieben wieder in Anspruch nehmen oder ausgleichen."

      Wilfried Hillig von der Allgemeinen Beamtenkasse in Berlin wirbt gerne für das Produkt Dispo-Plus-Kredit. Keine sieben Prozent Zinsen zahlen Kunden für diesen Abrufkredit, der bei der Beamtenkasse nur einen anderen Namen hat. Alle drei Monate werden Zinsen fällig, jedoch nur, falls der Kredit genutzt wurde. Andere Kosten oder Bearbeitungsgebühren fallen nicht an. Das Prinzip ist einfach, vorausgesetzt, die interessierte Kundschaft verfügt über ein regelmäßiges Einkommen.

      Die kleine Berliner Bank vergibt auch nur kleinere Kreditbeträge, betont Wilfried Hillig - bei 5000 Euro ist Schluss. Wer mehr braucht, muss bei anderen, meist auch teureren Banken nachfragen. Die Commerzbank beispielsweise gewährt einen Kreditrahmen bis 40.000 Euro über die sogenannte FlexiCard. Bei anderen Banken sind die Zinsen für diese Kredite jedoch etwas höher: Von guten sieben bis über neun Prozent bei der Commerzbank reicht die Spanne. Der Abrufkredit ist so etwas wie eine finanzielle Schulter zum gelegentlichen Anlehnen, meint Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale in Düsseldorf. Flexibel wie der Dispo, nur günstiger. Ideal ist der Abrufkredit für manche Selbstständige:

      "Der Abrufkredit kann für mich gerade in einer Selbstständigkeit, wenn ich Lieferanten habe, die ich zu einem bestimmten Termin bezahlen muss, ein interessantes Instrument sein. Was einfach günstiger ist, als der Dispositionskredit."


      Bevor die Bank den Abrufkredit gewährt, überprüft sie natürlich die Bonität von Kundin oder Kunde. Trotzdem warnt Annabel Oelmann vor zu leichtfertigem Umgang mit Überziehungen, denn die Gefahr ist ähnlich wie beim so leicht gewährten Dispo:

      "Dass ich den Überblick verliere, dass ich mich dauerhaft in einer zu hohen Überschuldung befinde, weil ich beim Abrufkredit ja nur eine ganz kleine Tilgungsrate ja nur zurückzahlen muss, kann ich sehr lange in einem Bereich sein, wo ich sehr viele Zinsen zahlen muss, und das ist häufig der erste Einstieg zur Überschuldung."


      Allerdings, so Verbraucherberaterin Oelmann in einem Rechenbeispiel, gibt es bei kurzfristiger Kreditklemme durchaus noch eine günstigere Variante als den Abrufkredit.

      "Wenn ich also 10.000 Euro mal für ein Jahr in Anspruch nehme, und beim Dispokredit 13 Prozent zahle, sind das 1300 Euro Zinsen. Wenn ich einen Abrufkredit mit acht Prozent ansetze, habe ich nur 800 Euro Zinsen, wenn ich dagegen einen Ratenkredit mit fünf Prozent - und das ist schon relativ hoch ansetze, reden wir nur von 500 Euro Zinsen. Das heißt im Extrem haben wir einmal 500 Euro und einmal 1300 Euro und da ist der Abrufkredit als Differenz dazwischen, genau diese 800 Euro."


      Aus Sicht der Verbraucherzentrale ist der Abrufkredit, sinnvoll genutzt, eine günstige Alternative zum teuren Dispo, aber die schlechtere Alternative zum Ratenkredit, mit seinen regelmäßigen Rückzahlungsraten. Annabel Oelmann rät zur Klärung im Vorfeld:

      "Fazit aus meiner Perspektive für den Verbraucher: Es gibt drei Kredite, die überhaupt infrage kommen und die sollte man immer gegenüber stellen und je nach der jeweiligen Situation den entsprechenden für sich raussuchen. Also entweder den Dispokredit, oder den Abrufkredit oder den Ratenkredit."