Werbung in Foren

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    • Werbung in Foren

      wir sind insofern schon etwas Besonderes - wir werben für uns selbst und für Modern Talking Reloaded. Ansonsten geben wir Infos weiter, durchweg frei zugänglich und überprüfbar. Nichts desto trotz ist die Kenntnis zur Vorsicht hilfreich.

      http://www.dradio.de/dlf/sendungen/verbrauchertipp/1170752/

      Versteckte Werbung in Internet-Foren
      Von Michael Voregger
      Die Buchbesprechung bei einem Internet-Buchhändler klingt euphorisch und in einem Forum wird eine Digitalkamera besonders gelobt. Die Bewertung anderer Nutzer gilt als zuverlässige Orientierung bei der Kaufentscheidung. Manchmal stammen die positiven Botschaften allerdings von professionellen PR-Agenturen.


      "Natürlich inspiriert einen manchmal die Beschreibung oder Bewertung, ob ein Produkt gut ist. Das hängt natürlich sehr von dem Produkt ab. Bei technischen Produkten kann es natürlich sein, dass auf bestimmte Vorzüge oder Mängel hingewiesen wird."

      Ralf Kolecki kauft gerne im Internet ein und vertraut dabei auf die Meinung anderer Nutzer. Fast zu jedem Produkt findet sich im Netz eine Meinung bisheriger Käufer, ob bei Amazon, Ebay, oder bei den vielen Portalen mit Preisvergleichen. Es finden sich neben sachlichen Einschätzungen und kritischen Anmerkungen oft auch sehr euphorische Bewertungen. Da wird das exzellente Bild seines neuen Notebooks gelobt und begeistert über die Sparsamkeit des neuen Kühlschranks berichtet. Doch nicht immer stammt die Lobeshymne von zufriedenen Nutzern. Manchmal sind sie schlicht die Erfindung von PR-Agenturen. Das bestätigt: Stefan Niehues Inhaber einer Agentur für Marktforschung:

      "Es gibt den Fall, dass wir sogenannte Fakes haben, also gefälschte im Auftrag des Anbieters zusammenkomponierte Meldungen. Wo Agenturen interessiert sind, in diesen Social Networks, so zu steuern oder ich würde sagen zu manipulieren, dass das Produkt im möglichst positivem Licht dasteht."


      Gute Erfahrungen mit einem Produkt sind eine wichtige Grundlage bei der Kaufentscheidung. In der Werbebranche spricht man von Empfehlungsmarketing. Das Internet ist inzwischen für viele Menschen das entscheidende Rechercheinstrument und Konsumenten informieren sich hier über Produkte und Dienstleistungen. Die Beeinflussung der "Digitalen Mund-zu-Mund-Propaganda" wird deshalb zur wichtigen PR-Maßnahme. Viele Agenturen bieten die Stimmungsmache unter den kaufkräftigen Zielgruppen als Dienstleistung offen an. Da wird die Darstellung der Unternehmen in wichtigen Blogs und Internetgemeinschaften ermittelt. Bei Bedarf wird man selber aktiv und schreibt etwas Positives. Die beauftragten Agenturen engagieren Mitarbeiter, die unter verschiedenen Namen positive Berichte abgeben. Der Marketingexperte Stefan Niehues rät zur Aufmerksamkeit:

      "Hat der User noch andere Bewertungen abgegeben. Sind die immer zum selben Produkt oder zur selben Firma? Oder kann man wirklich davon ausgehen, allein vom Bauch heraus, dass das was Echtes ist? Weil die sind schon relativ schnell zu erkennen, überschwängliche positive Bewertungen."

      So kann man sehen, wie oft jemand Bewertungen abgibt und auch für wen. Wer immer zum selben Produkt oder derselben Marke schreibt, der hat vielleicht nicht nur die Hilfestellung für andere Nutzer im Sinn. Beim Internetversandhaus Amazon geht man davon aus, dass die Manipulationen nur selten vorkommen. Wenn ein Verdacht aufkommt, geht man der Sache auf den Grund. Im Zweifel können Einträge entfernt werden. Bei Amazon kann man inzwischen Bewertungen mit seinem richtigen Namen abgeben. Früher ging das nur mit einem Pseudonym. Das soll die Glaubwürdigkeit erhöhen und Manipulationen verhindern. Zu viele Lobeshymnen findet auch Ralf Kolecki verdächtig.

      "Gerade bei technischen Artikeln finde ich, dass da oft sehr euphorische Sachen stehen. Da könnte man schon den Verdacht hegen, da steckt vielleicht doch der Hersteller dahinter."


      Beim Einkauf sind die Einträge in den Foren trotzdem hilfreich. Man muss darauf achten, dass es eine größere Zahl von Meinungsäußerungen gibt. Besonders euphorische Beiträge darf man nicht überbewerten und zu viel Lob sollte misstrauisch machen: Wer sich wirklich neutral über ein Produkt informieren will, der muss weitere Quellen nutzen. Etwa die Nachfrage bei der Verbraucherberatung oder Testberichte bei der Stiftung Warentest.