Adressentausch

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    • Adressentausch

      http://www.wdr.de/radio/wdr2/quintessenz/547726.phtml


      Fröhlicher Adressentausch?
      Informationen aus dem Beitrag von Wolfgang Buschfort
      Seit 2004 dürfen Gesetzliche Krankenkassen was viele vorher schon taten: Private Krankenversicherungen vermitteln. Der § 194 des V. Sozialgesetzbuches regelt dies:
      "(1a) Die Satzung kann eine Bestimmung enthalten, nach der die Krankenkasse den Abschluss privater Krankenversicherungsverträge zwischen ihren Versicherten und privaten Krankenversicherungsunternehmen vermitteln kann. Gegenstand dieser Verträge können insbesondere die Wahlarztbehandlung im Krankenhaus, der Ein- oder Zweibettzimmerzuschlag im Krankenhaus sowie eine Auslandsreisekrankenversicherung sein." Können bedeutet nicht müssen, und daher haben einige Krankenkassen keine Kooperationen mit Versicherungskonzernen. Andere Kassen bieten auch nicht namentlich erwähnte Zusatzversicherungen an. In der Regel handelt es sich um Einzelbestandteile, die von den Gesetzlichen Kassen noch nie geleistet wurden, oder die der Gesetzgeber vor wenigen Jahren aus dem Leistungskatalog genommen hat. Neben den im Gesetz aufgeführten Versicherungsarten sind es insbesondere Zusatzleistungen bei der Zahnversorgung und das Sterbegeld. Was erlaubt ist und was nicht, ist nach dem Gesetzestext sicherlich dehnbar. Ausgeschlossen dürften jedoch krankenkassenfremde Leistungen wie Privatrente, Kfz- oder Berufsunfähigkeit sein.


      Werbung:
      Die Werbung erfolgt auf zwei Arten: Eine gesetzliche Krankenkasse informiert in ihrer Mitgliederzeitschrift über die Leistungen der Versicherung, mit der sie kooperiert. Oder sie wirbt in einem Schreiben an die Versicherten für die private Versicherung. Die Kooperation darf nicht so weit gehen, dass die Gesetzliche Kasse die Adressdaten ihrer Versicherten rausgibt, denn die unterliegen dem Sozialgeheimnis.In der Regel kann man sich gegen diese Werbung nicht wehren; gegen Werbung in Mitgliederzeitschriften ohnehin nicht, und auch für das Entfernen des eigenen Namens von den Mailinglisten gibt es keine Rechtsgrundlage.

      Versicherung:
      Für den Kunden, also den Gesetzlich Versicherten, sind die Tarife zunächst einmal günstiger. Denn es handelt sich um sogenannte Gruppentarife. Die privaten Anbieter müssen keine Provisionen an Vermittler zahlen und rechnen mit vielen neuen Kunden. Auch die Privatversicherungen profitieren. Selbst ohne Adressenaustausch sind die neuen Versicherungspolicen für die Konzerne Türöffner. Die Strategie dahinter: Wer hier im Gruppentarif eine günstige Sterbegeld- oder eine Auslandsreisekrankenversicherung abschließt, dem kann man vielleicht auch eine Hausrat- oder Kfz-Versicherung verkaufen. Doch ganz wichtig für die Neukunden ist: Die Gesetzliche Kasse tritt nur als Versicherungsvermittler auf. Alle Verträge werden mit der Privatkasse abgeschlossen. Niemand kann später zu seiner Gesetzlichen Krankenversicherung, zur AOK, Knappschaft oder Betriebskrankenkasse gehen, um dort seine Leistungen zu erhalten. Zuständig ist immer der Privatversicherer.

      Weiterführende Informationen:
      Informationen über Zusatzversicherungen und entsprechende Tarifstrukturen kann nur die eigene Krankenkasse geben.


      Link: datenschutzzentrum.de/medizin/gkv/kooperation.htm