Kanzlerin von Deutschland

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    • Kanzlerin von Deutschland

      es war gar nicht so einfach, was zu finden, was halbwegs neutral sich liest. Man mag von ihr denken, wie man oder frau will, Fakt ist, es ist unsere erse Kanzlerin und das entgegen aller Befürchtungen recht erfolgreich, vielleicht eben weil sie Frau ist und geblieben ist. Sie ist keine Thatcher oder Clinton oder gar Palin. Sie ist aber auch nicht Mutter der Nation á la Meysel. Sie ist die Chefin, aber nicht in basta Manier ihres Vorgängers, den sie in seinem Hoffen und Vermuten arg entkräftet hat, wie viele andere, die sie unterschätzt haben.

      Ich will jetzt hier keine Werbung für sie machen, schon gar nicht in Zeiten der Wahl in NRW. Wer mich kennt weiß, dass ich 'vom andern Ufer' bin. Und dennoch - es gibt einige Frauen in der Politik, die den Geist der Frauen des Grundgesetzes lebendig erhalten, so auch Rita Süssmuth, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Bärbel Höhn, Renate Schmidt, womit ich den Parteiproporz wahren wollte.

      Hier also ein paar Aspkete zu unserer ersten Kanzlerin selbstverständlich von der Leiterin des Hauptstadtstudios des Deutschlandfunks dradio.de/dlf/sendungen/themenderwoche/1160199/

      Seit zehn Jahren führt Angela Merkel die CDU
      Von Sabine Adler, Deutschlandfunk
      Ätsch, möchte Frau sagen, ganz gleich, ob sie je Angela Merkels CDU gewählt hat. Ätsch! Weil alle - und ich kenne nur Männer, die geunkt haben, die kann es nicht - derart Lügen gestraft wurden.


      Als vor genau zehn Jahren die damalige CDU-Generalsekretärin zur Parteivorsitzenden gewählt wurde, gaben ihr fast 96 Prozent der Delegierten ihre Stimme. Eine ganze Riege gegen die eigene Überzeugung, erzwungen von der Disziplin, die gebot zu schweigen, um dem politischen Gegner keine neuen Angriffsflächen zu bieten.

      Doch die Abschätzigkeit, mit der Kohls Mädchen, das heute, nicht minder abfällig gemeint, von denselben Leuten Mutti genannt wird, diese Abschätzigkeit entspringt einer männlichen Hybris. Nach der birgt offenbar per se alles, was ein Mann tut, die Gewähr der Qualität in sich.

      Nicht, dass das umgekehrt für Frauen gelte. Eben nicht. Die CDU, die vor zehn Jahren eine Frau an die Spitze ließ, sah nach außen fortschrittlicher aus, als sie war, denn viele Männer in ihren Reihen hatten noch immer nicht begriffen, dass nicht das Geschlecht, sondern bisherige Taten etwas über die Qualität eines Kandidaten/einer Kandidatin aussagen.

      Dass es fast ausschließlich Männer waren, die mit dem Parteispendenskandal, war ihren Parteifreunden bei der Diskreditierung von Frau Merkel entfallen. Dass die Christlich Demokratische Union mit ihrem Pfälzer Fels Helmut Kohl und dessen Teile-und-Herrsche-System einer demokratischen Partei völlig unwürdig war. Dass sich ein Kanzler über Recht und Gesetz stellte. Hat der es gekonnt? Moderne Parteiführung jedenfalls nicht.

      Es sei denn, man versteht unter Partei etwas anderes als das mollige Nest, in dem alle zusammenrücken, um gegen die Roten, die Feinde zu kämpfen. Sachliche Auseinandersetzungen, die der Widerworte zwingend bedürfen, hatten in der CDU des Altkanzlers kaum Platz. Rita Süssmuth sprach von einem patriarchalischen, Angst machenden System Helmut Kohls. Der konnte es?

      Dass es Angela Merkel in der CDU ganz nach oben schaffte, war in erster Linie der Feigheit der Kronprinzen geschuldet. Die sich an einer derart im Morast steckenden Partei nicht die Hände schmutzig machen wollten. Mancher der Wulffs, Müllers und Kochs war einfach auch nicht so schnell im Denken, hatte, anders als die Generalsekretärin, nicht begriffen, dass in der Union der Augenblick des Generationenwechsels gekommen war.

      Die promovierte Quantenphysikerin hatte die Gunst der Stunde erkannt. Sie mutig genutzt, als sie Aufklärung und die Distanzierung von dem CDU-Ehrenvorsitzenden Kohl verlangte.

      Denn inzwischen hatte sie zehn Jahre in der Spitzenpolitik hinter sich, neun davon im Bundeskabinett als Frauen- und Umweltministerin, und Krisenerfahrung: Denn Angela Merkels politische Karriere begann mit einem politischen GAU. Sie erlebte, wie vier Tage vor der Volkskammerwahl der Vorsitzende des Demokratischen Aufbruchs, Wolfgang Schnur, als Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi enttarnt worden war und damit die Wahlallianz für Deutschland, der der Demokratische Aufbruch angehörte, baden ging.

      Für Merkel, die damals erst wenige Monate in der Politik war, hätte dies die Umkehr zurück ins Physiklabor auslösen können. Stattdessen startete sie eine Blitzkarriere. Protegiert von Kohl, richtig, vor allem aber: weil sie es konnte. Fleißig war, sich Detailkenntnis in den allermeisten Politikfeldern verschaffte.

      Weil sie sich durch die Macht nicht verderben ließ. Anders als Kohl führt sie auch in der zweiten Amtszeit präsidial, fast nie konfrontativ und in keiner Weise majestätisch.

      Man mag sie für ihre Afghanistanpolitik, die keinesfalls überzeugende Idee der privilegierten Partnerschaft für die Türkei in der EU, das Management in der Griechenland-Finanzkrise und vieles mehr kritisieren. Dafür, dass sie mitunter kaltherzig mit unliebsam gewordenen Personen umspringt.

      Doch dass sich mit ihr die CDU demokratisiert hat, ist unbestritten, ebenso, dass sie sie modernisiert hat, auch auf Kosten der SPD. Dass sie ihre Partei nicht immer mitnimmt, mag man ihr ankreiden. Doch dass sie es nicht kann, wird wohl keiner mehr behaupten. Zu lange, zu souverän hält sich Angela Merkel auf dem Höhepunkt ihrer Macht.