Vor- und Nachteile

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    • hallo Kohlenstoff,

      die Dokumentation und der Tätigkeitsnachweis ist seit 2005, seit der Reform des Betreuungsrechts, überflüssig. Einmal im Betreuungsjahr ist ein Bericht erforderlich, in dem in groben Zügen die Situation in den verschiedenen Aufgabengebieten, Wohnung, Gesundheit, Vermögen, beschrieben wird. Für die Veränderungen oder auch nicht des Vermögens ist dann der Vermögensbericht notwendig, worin vermerkt wird, ob der Betreute Erbschaften oder sonstige Zuwendungen erhalten hat oder weiterhin von der Stütze lebt und noch die Schulden hat oder weitere hinzugekommen sind.

      Was der oder die BetreuerIn an vermögensrechtlichen Entscheidungen (Ausgaben, Anschaffungen, überweisungen) getätigt hat, dafür ist dann die Rechnungslegung.

      Fakt ist aber, dass seit 2005, also seit der Reform des Betreuungsrechts, die Vergütung der Arbeit pauschaliert wurde. Für Ehrenamtliche ist es einerlei, sie bekommen ihre Jahrespauschale. Doch die Berufsbetreuer, also auch Vereinsbetreuer bekommen nur noch je nach Vermögen und Wohnungssituation zweieinhalb bis vier einhalb Stunden im Monat vergütet. Darin enthalten sind alle Fahrzeiten, alle Telefonate, alle Schreibarbeiten und Berichte, Kontakte mit dem Betreuten und anderen Personen wie Ärzten oder dem Gericht.

      In durchschnittlich drei einhalb Stunden im Monat ist nicht viel für die Betreuten zu erledigen. Deshalb sind halt manche BetreuerInnen auch selten zu sehen oder zu erreichen. Das hat dann mit Kirchens nicht viel zu tun. Das ist Gesetz. Das wollten die Justizminster aller Länder so. Eigentlich wollten sie den Berufsstand der Berufsbetreuer gänzlich abschaffen und die gerichtlich angeordneten Betreuungen wieder den Kommunen aufhalsen, so wie es auch schon vor 1991 der Fall war. Seitdem gibt es nämlich erst das Betreuungsrecht für Erwachsene. Und damals hatten die Amtsbetreuer, also beamtete Kommunalbeamte, 80 bis 120 Betreute und haben sich auch nicht mehr um die einzelnen Betreuten kümmern können.

      Aber nach Art. 12 des Grundgesetzes konnten die Justizminister der Länder den Berufsstand der freiberuflichen Betreuer nicht mehr abschaffen. Also haben sie die Bedinungen derart verschlechtert, dass die Betreuten ihre BetreuerInnen kaum mehr zu sehen bekommen. Sie gehören nach der Berufsgenossenschaft zwar immer noch der Wohlfahrtspflege an, aber letztlich und faktisch sind BetreuerInnen nichts weiter als jurististe Verwaltungsbeauftragte - sie sind vom Gericht beauftragt, Betreute zu verwalten. Also sozusagen der Außendienst des Gerichts. Man kann sie auch als Scheinselbständige des jeweiligen Gerichts ansehen. Jedenfalls sind sie nicht mehr, wie ursprünglich angedacht, von den Betreuten beauftragt, in deren Namen deren Angelegenheiten zu regeln. Es fehlt letztlich an der Beziehung.

      Das ist bei ehrenamtlichen BetreuerInnen natürlich anders. Sie bekommen eine feste Pauschale, ob sie nur 5 Stunden im Monat für die Betreuung arbeiten oder 50, das ist denen überlassen. Sie sind völlig frei, das für sich zu entscheiden.

      Das können Berufsbetreuer natürlich auch. Sie können ehrenamtlich natürlich auch noch mehr für ihre Betreute machen, aber schließlich wollen sie ja von ihrer Arbeit leben. Das bedeutet, sie müssen möglichst viele Betreute zugeteilt bekommen haben, um ihren Lebensunterhalt von der Vergütung bestreiten zu können. Doch je mehr sie an Betreuten haben, um so mehr müssen sie sich auch um die Belange kümmern und desto seltener sind sie bei und mit den Betreuten, sondern überwiegend am Schreibtisch.

      Das kann man beklagen, aber selbst sämtliche Berufsverbände können da keine Änderung erwirken, weil den Politikern der Euro schlicht wichtiger ist, als ein paar vereinsamte Demente oder Suchtkranke oder psychisch Kranke oder Überschuldete oder sonstiges 'Strandgut der Gesellschaft'.

      Insofern sind es nicht die Betreuer oder Betreuerinnen, die anzuklagen sind, sondern unsere Gesellschaft und letztlich wir selbst, weil uns das Wohl von Bedürftigen nicht so wichtig ist. Wichtiger sind uns, also den Verantwortlichen und Systemträgern die Banken und Politiker und Parteien. Und deshalb wird sich auch nicht viel ändern.

      Um so wichtiger ist es, die Betreuer und Betreuerinnen zu loben und zu ermutigen, die in ihrer Arbeit und den Interessenkonflikten, in denen sie stehen, das Menschliche nicht völlig fahren zu lassen, sondern mit Empathie und Mitgefühl sich für die Belange ihrer Betreuten einsetzen. Es gibt sie. Und für mich ist es immer wieder ein inneres Laubhüttenfest, solche Menschen kennen zu lernen. Dann fühle ich mich solidarisch und im Innersten verbunden.

      Ich wünsch dir, dass auch du solche Menschen findest. viel Erfolg
      Heinz
    • Hallo Heinz,

      danke für die Rückmeldung.
      Inwieweit ein Berufsbetreuer dokumentieren muss und was notwendig ist, um vergütet zu werden weiß ich natürlich (noch) nicht.
      So wie du schreibst, kann hier wohl eine pauschale summe verlangt werden.
      Ich sehe dies leider eher skeptisch, auch weil ich einen Betreuungsverein bei mir in der Gegend kenne (natürlich mit kirchlicher Anbindung), der nicht so sehr das Wohl der Betreuten, dafür umso mehr sein eigenes und das seiner genehmen Partnerorganisationen im Auge hat. Scheiß Kirche eben. Sorry, bei sowas platzt mir der Hals.
      So ein Verhalten ist auch niederschmetternd für das Ansehen der menschlich bemühten Betreuer, daher fasse ich hier auch klare Worte.
      EDV-technisch hast du recht.
      Der eine will ein fertiges, für sich gutes Programm, der andere mag Strickwerk das er individueller nutzen kann und das ihm daher sympatischer ist.
      Auch braucht keiner 5 fertige Programme - eins reicht. Nur es soll das Richtige sein.... :D

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    • hallo Kohlenstoff,

      danke für die Info. Doch ist es wichtig, alle Möglichkeiten zu kennen? Der Bedarf entsteht doch dann, wenn Bekanntes oder Vorhandenes nicht genügt, richtig?

      Ich habe Jahrelang mit Butler gearbeitet und all die Möglichkeiten gar nicht ausgenutzt. Schon allein die Einarbeitung ist auch zeitlich aufwendig. Ich denke, für Sozietäten ist es sicherlich hier und da angebracht, aber gewiss nicht unersetzlich.

      Entscheidend ist doch, was man selbst für hilfreich und nützlich erachtet und das in einem günstigen Preis- Leistungsverhältnis. Seitdem die Einzelabrechnung samt Tätigkeitsnachweis weggefallen ist, reicht mitunter auch eine selbst gestrickte Excel Tabelle. Wichtig ist nachhalten zu können, für welche Betreute wann die Vergütung beantragt wurde.

      Die Vordrucke für allgemeinen Bericht und Vermögensbericht habe ich mir mit Word als Formular erstellt. Lässt sich aber gewiss auch einscannen und mit Adobe bearbeiten. Ebenso die Rechnungslegung.

      Mitunter deuchtet es mir, als wenn eine besondere Software unerlässlich wäre, was es aber gar nicht ist. Die Gerichte möchten die Formulare. Ansonsten ist es doch alles einerlei.

      Und jeder und jede möge doch nach eigener Fasson und Software glücklich werden. Und ob das mit der 4. oder 5. Alternative der Fall wäre, möchte ich fast bezweifeln.

      In diesem Sinn ist weniger gewiss mehr.
      Heinz
    • Software - Suche

      Helge Wittrodt schrieb:

      4. Software
      Eine Einheitssoftware ist durch niemanden rechtlich durchzusetzen. Das bestimmt immer noch jeder selbst und der Wettbewerb unter den Betreuungssoftware Anbietern. Immerhin gibt es aktuell 5 Betreuungssoftwareanbieter unter denen gewählt werden kann. Wir drücken auf Qualität und bemühen uns als Verband im Interesse des Wettbewerbes zu verhindern, dass es letztlich nur einen Anbieter gibt. Das wäre fatal.
      Wie schön, dass wir nun wissen, dass es 5 Softwareanbieter gibt.

      Leider hilft mir das bei meiner Suche nicht weiter, da es schwierig ist, alle 5 zu finden.

      Bisher kenne ich folgende (mit den Preisen - Stand Juli 2012 für Ehrenamtler in Klammern)

      1. BdB at work (34,99 Euro, einmalig) betreuung.de
      Meine Bewertung: Sehr abrechnungsorientiert, für den Ehrenamtler wenig hilfreich

      2. Tau-Office Betreuungsmanager (keine Angabe) rocom-online.de
      Meine Bewertung: nicht getestet

      3. Pro Sozial (leider 98,-- €) prosozial.de und betreuungssoftware.de
      Meine Bewertung: nicht getestet, macht aber einen sehr guten Eindruck auf mich

      Für weitere Infos oder Auflistungen wäre ich dankbar.

      Nun habe ich noch eine weitere Software gefunden:

      4. Betreuung §BtG (bis 7 Betreute - inkl. Beispieldaten- kostenlos) plesoft.de/
      Meine Bewertung: Ich komme damit gut zurecht, auch wenn es einige Einarbeitungszeit erfordert. Zwar macht prosozial auf mich einen besseren Eindruck, aber ob ichdeshalb wegen 1 oder 2 ehrenamtlich Betreuten 98 Euro ausgeben will? Ne, das Geld investier ich dann lieber anders.

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    • Nutzen der Berufsverbände - ich versuche eine Antwort auf die vielen Einzelprobleme

      Hallo „Kalle“

      Ich danke für die Diskussionspunkte und versuche darauf zu antworten. Das kann aber hier nur Stückwert bleiben. Dass Berufsverbände noch viel zu leisten haben sehe ich auch so. Wir arbeiten intensiv daran. Zu den einzelnen Punkten folgendes:
      1. Notwendigkeit einer beruflichen Organisation

      Betreuungsvereine

      Es gib deutschlandweit etwas über 500 Betreuungsvereine. Für diese werden nach Schätzungen des BVfB jährlich allein ca. 9 Mill Euro aus der Justizkasse der Länder durch die Freistellung von der Umsatzsteuer und weitere erhebliche Fördermittel durch die Kommunen bereitgestellt. Diese Vereine stützen maßgeblich die familiären Betreuer.
      Es gibt jedoch kaum Ehrenamtliche Betreuer und auch immer weniger familiär Betreuer. In vielen sehr schweren Fällen sind dann qualifizierte berufliche Betreuer nötig.
      Jeder hat seinen Teil zur Hilfe der ca. 1,3 Millionen betreuungsbedürftigen zu tragen. Ohne Ehrenamt wären die Staatskassen für die Betreuten mit ernsten Problemen oder ohne Angehörige bald leer. Und die eigentlichen Herausforderungen kommen erst in den nächsten Jahren durch die Veränderungen der Altersstrukturen in Deutschland.

      Berufsverbände der Berufsbetreuer

      Für die Berufsbetreuer versuchen deren Berufsverbände die notwendigen Rahmenbedingungen zur Erfüllung dieser sehr anspruchsvollen Aufgabe zu erkämpfen. Nicht zuletzt in den bisher zwei großen Reformauseinandersetzungen.
      Der BVfB hat vor und während der Auseinandersetzungen um das 2.Betreungs-änderungsgesetz erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Auswirkungen der Reform zu mildern. Bereits zwei Jahre vorher wurde begonnen an einer Gegenstudie zu arbeite. Diese wurde durch den BdB letztlich mitgetragen und führte dazu, dass die jetzt geltenden Vergütungssätze letztlich um ca. 11 % höher lagen als im Gesetzentwurf vorgesehen. Gern können Sie Ihren Taschenrechner nehmen und ausrechnen, wie viel das in Ihrer Geldbörse ausmachte und ausmacht. Unser damaliger 1. Vorsitzender war fast mehr im Bundestag, als zu Hause.

      Ein zweiter wesentlicher Teil ist jedoch der Service für die Mitglieder einschließlich der Organisation bezahlbarer Versicherungen.

      2. Mehrwertsteuererhöhung

      Dazu verweise ich auf eine Reihe von Artikeln unter www.BtDirekt.de
      Bitte Schlagwort >Umsatzsteuer< eingeben

      Wir kämpfen sehr energisch gegen die „brutto-Vergütung und für den Ausgleich der Verluste aus der Mehrwertsteuererhöhung und für einen Inflationsausgleich. Ich bin gerade aus Berlin von einem Gespräch mit zwei Bundestagsabgeordneten zurück in der es um dieser Frage ging. Auch dazu finden Sie in unter www.BtDirekt.de diverse Artikel.

      3. Existengründungsmöglichkeiten
      Ich kann Ihre Sicht, dass die Existenzgründung wesentlich erschwert wurde nicht teilen. Durch die Pauschale erhalten Existenzgründer Nach § 19 UstG 19 % mehr Vergütung pro abgerechneter Stunde als vorher. Das ist ein erheblicher Startvorteil. Der BVfB unterstützt seine Existenzgründer mit fachlicher Hilfe und durch mehr als 50 % geringere Beiträge. Und das notfalls bis der Start gelungen ist. Die Zahl der beruflichen Betreuer hat sich zudem weiter erhöht. Es kann so schwer also nicht geworden sein. Wirklich schwerer sind aber die fachlichen Anforderungen geworden.
      4. Software
      Eine Einheitssoftware ist durch niemanden rechtlich durchzusetzen. Das bestimmt immer noch jeder selbst und der Wettbewerb unter den Betreuungssoftware Anbietern. Immerhin gibt es aktuell 5 Betreuungssoftwareanbieter unter denen gewählt werden kann. Wir drücken auf Qualität und bemühen uns als Verband im Interesse des Wettbewerbes zu verhindern, dass es letztlich nur einen Anbieter gibt. Das wäre fatal.

      5. Berufsgenossenschaft der Berufsbetreuer
      Die Mitgliedschaft in einer Berufsgenossenschaft ist in Deutschland Pflicht. Sie soll Selbständige davor schützen im Falle eines Unfalles oder einer Berufserkrankung ohne Leistungen dazu stehen. Zu den Leistungen kann man unter www.bgw-online.de umfangreiches nachlesen. Welcher Berufsgenossenschaft man zu geordnet wird, hat bis auf kleinere Unterschiede in den Beiträgen keine gravierende Auswirkung und ist seit Jahren per Gerichtsurteil geregelt.

      5. Freiberuflichkeit
      Der Hauptgrund, dass die Berufsbetreuer keine Freiberufler sind, liegt in der Nichterfüllung der Kriterien für die s.g. Katalogberufe, zu denen auch die Anwälte gehören. Und hierbei vor allem der Umstand, dass es lt. Betreuungsrecht keiner besonderen Qualifikation bedarf um Betreuer zu werden. Der BVfB bemüht sich unter anderem aus diesem Grund darum, dass für neu tätige Berufsbetreuer ein Hochschulabschluss gesetzliches Zugangskriterien zur beruflichen Betreuung sein soll.
      Gleichzeitig arbeiten wir mit Bildungsinstituten zusammen welche über ein berufsbegleitendes Studium die Erlangung der Vergütungsstufe III ermöglichen.
      Gruß
      Helge Wittrodt
    • hallo allseits,

      aber so ganz verstehe ich die Notwendigkeit einer beruflichen Organisation nicht. Zum einen gibt es eine Heer von ehrenamtlichen Betreuern, die ihre Betreuung (meistens halt nur von Angehörigen) ohne jede Vereinsmeierei leisten. Und was tun die mehr oder weniger als Berufsbeteuer? Im Gegenteil, ich stelle fest, dass die in ihrer Beziehung weit mehr leisten, als ein Profi zu leisten in der Lage ist. Zum andern gabs ja mal ne Gesetzesänderung vor 6 Jahren. Was haben die Berufsverbände bewirkt? Die Abschaffung des Berufsstandes hätten sie nicht verhindern können, wenn es das Grundgesetz zugelassen hätte. Die Justizminister waren sich einig, dass die Betreuungsarbeit vor 1990 von den Kommunen mehr schlecht als recht geleistet wurde und hätte auch wieder geleistet werden können. Nicht vergessen sind die Lügen, die Justizminister kolportierten von wegen Kostensteigerung und Zeitverlust durch Prüfen von Vergütungen. Und? was hatten die Berufsverbände dagegen zu halten? Nichts. Und die Mehrwertsteuererhöhung hat auch das Einkommen gemindert. Mit der Pauschalierung und dem Budgetierung haben die etablierten Betreuer zwar ihr Auskommen, ok, aber trotz hohen und wachsenden Bedarfs an tatsächlicher Betreuung sind die Möglichkeiten, sich als Betreuer selbständig zu machen erheblich erschwert worden, was ja auch beabsichtigt war.

      Man kann auch nicht gerade sagen, dass der BVfB ein adäquates Korrektiv zum BdB wäre. Hätten die Gerichte mitgespielt, hätte der BdB die einheitliche Software auch zu Lasten nicht oder anders organisierter Berufsbetreuer durchgesetzt. Und das Ziel der Kontrolle durch Zertifizierung und dadurch Zwangsmitgliedschaft wurde ja auch noch nicht aufgegeben. Zum Glück ist in diesem Punkt der Gesetzgeber recht träge und sieht nicht oder erachtet eine weitere Verschärfung der Bedingungen für berufliche Betreuung als nicht erforderlich.

      Und soweit ich es beobachtet habe, haben die herrschenden Berufsverbände es bislang auch noch nicht realisieren können, dass Berufsbetreuung nicht der Wohlfahrtspflege (im Rahmen der Berufsgenossenschaft) zuzurechnen sei, sondern eher den wirklich freien Berufen wie Anwälte oder Steuerberater. Es wird Zeit, dass sich das ändert, zumal studierte Aspiranten aus der Pflege angeblich nicht die erforderlichen verwertbaren Kenntnisse mitbringen, um den Höchstsatz der Vergütung zu erhalten und müssen sich nachqualifizieren oder mit weniger begnügen.

      Ich denke, da ist noch viel von den Berufsverbänden zu leisten, um deren Sinn und Notwendigkeit zu rechtfertigen. Ich seh das noch nicht so.

      Gruß Kalle




    • Wettbewerb nützt den Nutzern! Gilt auch bei Berufsbetreuern

      Danke für die freundliche Aufnahme!

      Ich bin für alle Fragen und Diskussionen offen. Auch gern wenn es um Fragen ehrenamtlicher oder beruflicher rechtlicher Betreuer geht.
      Das für Diejenigen welche eher für nur einen Berufsverband der Berufsbetreuer sind. Der macht dann die Preise und wird bequem. Lobbyarbeit ist nur eine Teil der Verbandsarbeit. Der größte Teil ist guter Service für die Mitglieder zum vernünftigen Preis. Z.B. bei den vorgeschriebenen Vermögensschadenhaftpflichtversicherung und der Berufsversicherung.

      Eines gilt immer - Wettbewerb nützt den Nutzern!
      Also Ring frei!

      Helge Wittrodt
      BVfB e.V.
    • hallo Helge, schön dich hier im Forum begrüßen zu dürfen. Ich freu mich sehr. Wirst dich wohl kaum an mich erinnern. Ich war damals, noch als Berufsanfänger vor über 15 Jahren in Berlin mit dabei, als es vereinsinterne Misstimmigkeiten gab.

      Danach war ich über viele Jahre Mitglied des VfB und habe mich dort sehr wohl gefühlt. Durch den VfB fand ich auch die Vermögenshaftpflicht Versicherung bei der HDI-Gerling, mit der ich ebenfalls sehr gute Erfahrungen gemacht habe.

      Insgesamt kann ich die Mitgliedschaft beim VfB nur empfehlen und zwar jetzt ohne selbst befangen zu sein, da ich nicht mehr Mitglied bin. Doch das deshalb, weil ich als Berufsbetreuer nach Betreuungsrecht nicht mehr tätig bin.

      So weit ich weiß, sind hier im Forum aber andere Mitglieder, die beim BdB Mitglied sind. Es wäre sicherlich lohnenswert, auf die Unterschiede und Charakteristika zu schauen. Ganz ohne einem Verband anzugehören würde ich keinem empfehlen. Es ist zwar nicht verpflichtend wie bei der Berufsgenossenschaft, aber erachte ich es schon als ein Zeichen von Professionalität.

      In diesem Sinn hoffe ich um kontroversen und ergiebigen Austausch. herzlich Heinz
    • Berufsverband Berufsbetreuer - Vor- und Nachteile

      Sehr geehrte Forennutzer,

      gleich vorab, das hier ist -keine- neutrale Meinung an sich. Aber eine Hinweis für die Suche nach Beurteilungskriterien. Dazu wären vielleicht zwei Links zweckdienlich:

      bvfbev.de/mitgliedschaft-lohnt-sich/vorteile-sichern und BtDirekt.de

      Die BtDirekt ist das Online-Service-Medium des Bundesverbandes freier Berufsbetreuer für alle rechtlichen Betreuer ob Berufsbetreuer oder Ehrenamtler.

      Mit Freundlichen Grüßen
      Helge Wittrodt
      BVfB e.V.
    • Re: Vor- und Nachteile

      ...da schließe ich mich doch gerne an! Vielen Dank für die umfassende Ergänzung meiner Ansicht... Persönlich sehe ich hier auch keine "Konkurrenz" zwischen den Verbänden, da sie ja schliesslich alle für uns Betreuer da sind (was letztendlich unseren Klienten zugute kommt). Die Diskussion über die Stundensätze wird gerade sehr forciert - hoffentlich tut sich da mal was (auch wenn ich nicht an die angestrebten € 70,- glaube :?
      ---
      Das Forum wird aber offenbar gut angenommen?! Prima!
    • Re: Vor- und Nachteile

      Ich bin seit Beginn des BdB Mitglied und auch im Qualitätsregister. Schade eigentlich , das es zwei Verbände gibt... Nun gut , dass ist eben so. Ich finde es einfach wichtig , dass sich ein " Noch nicht Berufsstand " organisiert. Als Einzelne werden wir ja nicht wahrgenommen - ist schon so schwer genug. Und wir haben ja noch eine Menge vor uns . Die Anerkennung als freier Beruf, die Frage der Vergütung incl. Mehrwertsteuer, der Stundensatz überhaupt, Ausbildung und und und , wie soll das ein Einzelner durchsetzen.
      Es sollte wirklich jeder Betreuer organisiert sein , damit die Politik auch merkt , wie groß das Feld ist und das wir wirklich eine immer größer werdene " Berufs" - Gruppe sind. Was die Ärzte-Lobby so schafft zeigt ja , das es geht. Und zudem Wünsche ich mir auch , das es eines Tages möglich ist, ungute Betreuer auszusortieren - Ich brauche ja eventuell auch mal einen (da werde ich aber vorsorgen) und dann möchte ich meine Rechte vertreten wissen, nicht gegen meinen Willen irgendwie verschoben werden und auch nicht ausgenommen werden. Fazit - irgendein Verband muss sein - am besten ein großer.

      Gruß Annette
    • Re: Vor- und Nachteile

      Hey Soigneur,

      vielen Dank für den Bericht. Schön zu hören, dass der BdB so effektiv hilft. Ich war immer von der anderen 'Fraktion' als Freiberufler und habe ebenso gute und hilfereiche Erfahrung gemacht. Beide Berufsverbände kooperieren zum Teil miteinander insb. was das Berufsbild angeht. Ansonsten unterscheiden sich die BV etwas in der 'Philosophie'. Doch jedem/jeder frei nach Shakespeare ' wie es euch gefällt'.

      Danke auch für die ermutigenden Worte fürs Forum. Wir hoffen und wünschen, dass eben dieser 'Erfolg' eintritt. In diesem Sinn besten Gruß
      Heinun
    • Re: Vor- und Nachteile

      Hallo zusammen,

      ich bin erst seit einem guten Jahr Berufsbetreuer und fühlte mich am Anfang mehr als verloren bei meinem Vorhaben, als Berufsbetreuer tätig zu werden. Mir persönlich haben die zahlreichen Infos des BdB sehr geholfen (kostenlos verfügbar), darüber hinaus auch die (offenbar umstrittene) Software "at work"...

      Vielleicht habe ich mir aufgrund meiner IT-Erfahrung leichter bei der Einarbeitung in das Programm getan als andere Betreuer, auch wenn diese Software sicherlich nicht perfekt ist (gibts sowas überhaupt?!). Hilfreich ist sie auf jeden Fall!

      Bei der Einarbeitung als Betreuer hat mir der Bundesverband zumindest einen theoretischen Halt gegeben, da ich das Gefühl habe, hier nach außen vertreten zu werden und mich mit Fragen an jemanden wenden zu können.

      Für mich ist jedenfalls klar: ohne Mitglieder und deren Beiträge könnte es weder einen solchen Verband, noch die von diesem zur Verfügung gestellten Informationen und (ganz wichtig) eine außenwirksame Vertretung des Berufsstandes (der ja offiziell so gar nicht existiert) bestehen.

      Sehr gut finde ich, daß dieses Forum ins Leben gerufen wurde, da es mir einen schnellen Überblick zu bestimmten Themen in Betreuungsangelegenheiten gibt und mich nicht nötigt -wie bei Mailinglisten - jeden verbalen Müll lesen zu müssen. Hier entscheide ich, was ich lesen will...

      Hoffe, diesen Vorteil entdecken bald noch viele andere Kollegen/innen!
    • Vor- und Nachteile

      hallo allseits,

      es gibt wohl 3 Fraktionen: die vom BdB, dem Bund der Berufsbetreuer. Kann man sagen Platzhirsch im Betreuungswesen? Dann der Verein der freiberuflichen Betreuer. Ihr Klientel ist naturgemäß nicht so umfangreich wie das des BdB, da zum BdB auch die Vereinsbetreuer und Amtsbetreuer zählen. Dann gibt es noch den Exoten, den VGT, Verein Vormundschaftsgerichtstag: interdisziplinär auch mit Rechtsanwälten und RichterInnen und RechtspflegerInnen und SozialarbeiterInnen und und und. Doch die meisten BetreuuerInnen hiervon sind wohl auch im BdB oder VfB organisiert.
      Und dann gibt es die, die meinen völlig ohne Berufsverband auskommen zu können. Ich würde mich freuen, wenn wir uns über die Vor- und Nachteile der Berufsverbände verständigen. Ist es tatsächlich so, dass eine Mitgliedschaft Vorteile bietet? Die Verbandszeitschriften können auch ohne Mitgliedschaft bezogen werden und das Netz bietet ebenfalls reichlich Informationen. Und die vom BdB favorisierte Software? Bringt's die? Wie ist es mit den angebotenen Versicherungen? Sind die im Vergleich günstiger als andere? Ich würde mich freuen, wenn wir hier ins Gespräch kommen.

      Besten Gruß
      Heinun