Dringend bitte helfen -Unterbringung geschlossene Psychiarie

    • Dringend bitte helfen -Unterbringung geschlossene Psychiarie

      Hallo,
      Ich bin derzeit eine ehrenamtliche Betreuerin in Sachsen-Anhalt mit dem Ziel der Berufsmäßigkeit. Meine zweite Klientin, die ich im März erhielt, hat ein weitfortgeschrittenes Stadium des Korsakow-Wernicke-Syndroms (fast keine Erinnerung, fast keine Merkfähigkeit mehr gegeben). Sie ist zeitlich, örtlich, räumlich nicht orientiert. Sie vergisst nach Sekunden/ Minuten Informationen.
      Letzten Samstag wurde sie vom Rettungswagen auf der Straße eingesammelt. Sie hat die Wohnung eigenständig verlassen und auf der Straße Hilfe gesucht. Ihr Lebensgefährte hätte sie vergewaltigt. Sie kam nach einer Untersuchung im KH zur Polizei und wurde nach der Befragung ins Frauenhaus gebracht, da sie ohne festen Wohnsitz ist und sie nicht nach Hause wollte zu der Anschrift ihres Lebensgefährten. Die lehnten die Aufnahme ab. Sie landete an dem Abend in der Psychiatrie. Sonntag erhielt ich den ersten Anruf der Psychiatrie und Montagmorgen fand erste telefonische Arztgespräch statt. Es wurde zwar gesagt, dass der Aufenthalt stationär ist aber nicht, dass Station geschlossen ist. Donnerstag ein Telefonat mit einem anderen Oberarzt. Gleiches Spiel. Kein Hinweis auf geschlossene Unterbringung /Freiheitsentzug. Er meinte nur, dass sie dort nicht weg möchte und er mich anruft, wenn sie gehen will. Dies geschah nicht. Heute war ich das erste Mal vor Ort, um ihr Anziehsachen zu geben, welche ich vorher kaufte. Da sie nichts besitzt/ bei sich hat. Erst Zuhause beim Lesen zu Psychiatrie / geschlossene Unterbringung stellte ich fest, dass dies in der Regel schon genehmigungspflichtig ist. Ich habe wie gesagt erst heute erfahren, dass es eine geschlossene Station ist. Sie hat sich dort auch zustimmend von der Polizei 'abgeben' lassen. Sie erhält dort keine Medikamente und wird dort nur 'verwahrt', bis wir am Donnerstag besprechen wollten (Aussage des Arztes), wohin eine Verlegung/Unterbringung Sinn machen würde. Aus meiner Sicht würde ein Heim für Demenzerkrankte reichen.
      Der Arzt sieht aufgrund ihrer schlimmen Lebensweise eine akute Gefährdung ihrer Gesundheit als gegeben. Angefangen, dass sie nicht mal allein essen würde. Sie ist seit März sehr abgemagert. Für den Lebensgefährten war sie vermutlich nur eine Einnahmequelle. Aber sie wollte bei ihm sein. Jetzt nicht mehr.
      Was ist jetzt zu tun?!
      Muss ich sofort -am besten gleich morgen früh- Kontakt zum Richter aufnehmen? Ist es ein genehmigungspflichtiger Zustand? Aufgabenkreis Aufenthalt habe ich inne, auch Gesundheit.
      Reicht es, am Montag meine Betreuungsbehörde zu fragen?
      Hätte der Arzt mich nicht aufklären müssen, wie genau der Aufenthalt dort gestaltet ist? Er meinte es wäre im Prinzip wie ein Krankenhaus. Ganz nebensächlich fragte er im 35 minütigen Gespräch am Donnerstag, ob ich einverstanden sei, dass sie dort ist. Ich sagte ja, aufgrund ihres gesundheitlichen Zustandes, der extrem mies ist.
      Ich hatte meine Klientin heute auch selbst gefragt. Sie stimmte zu, dort zu bleiben erstmal. Dennoch bin ich sehr ratlos, was zu tun ist.
      Vielen Dank im Voraus.
      Liebe Grüße Anuschka

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Anuschka ()