Wie weit ist Betreuung auf Distanz möglich?

    • Wie weit ist Betreuung auf Distanz möglich?

      Hallo,

      vor meinem ersten Anliegen möchte ich zum Ausdruck bringen, dass mich die ausführlichen, sachkundig gut verständlichen und freundlichen Antworten in diesem Forum beeindruckt haben. Das ist selten zu finden.

      Mich beschäftigt derzeit, wie weit ich meiner Mutter langfristig zur Seite stehen kann.
      Meine Mutter (75, Depression, hilflos) zog nach ihrem Schlaganfall vor 20 Jahren zur Schwester und dem Schwager. Ich wohne 200 km entfernt. Nach dem Tod ihrer Schwester 2014 versorgt sie mein Onkel. Erkocht für sie, geht mit ihr Einkaufen, fährt sie zum Frisör und zum Hausarzt. Eine "Katzenwäsche", Ankleiden und Essen geht noch alleine. Duschen, Reinigen ihres Zimmers, Wäsche und andere Arztbesuche/Behördengänge schafft sie jedoch nicht mehr, so dass ich für diese Dinge monatlich vorbei komme. Dies ließe sich eigentlich günstiger regeln, „Hilfe zur Pflege“ etc., doch sämtliche Versuche meinerseits wenigstens eine konstante Alltagsbegleitung zu ermöglichen, um der Einsamkeit entgegenzuwirken und zur allg. Motivation, werden eher vereitelt, so dass es quasi keine Sozialkontakte gibt. Eine ehemalige ehrenamtliche Begleitung zeigt aber noch Interesse, wofür ich schon dankbar bin. Mit ihrer Rente kommt sie eigentlich gut zurecht. Läßt sich aber zunehmend von Angeboten verführen. Sie müsste für ein Heim noch Grundsicherung beantragen (aus früheren Jahren hat das Sozialamt noch Forderungen, so dass von ihrem Hausanteil wenig bis gar nichts bleibt). GdB 100.

      Da sie die Option „Betreutes Wohnen“ sehr verunsicherte, als es vor zwei Jahren konkret werden sollte, konzentrierte ich mich auf einen Platz im Pflegeheim, dem sie zunächst ablehnend gegenüber stand. Dennoch habe ich mit ihr einige Häuser besucht und nun ist sie zu dem Schritt auch bereit. Wir haben uns kürzlich bei einem Heim ihrer Wahl in die Warteliste eingeschrieben. Eine Pflegestufe wurde vor vier Jahren abgelehnt, ein Pflegegrad liegt noch nicht vor.

      Ihre Patientenverfügung wollen wir bei nächster Gelegenheit mit dem Hausarzt besprechen. Eine Vorsorgevollmacht haben wir letztes Jahr ausgefüllt. In dieser bin ich bis jetzt noch vorsorglich als alleinige Betreuerin eingetragen. Nachdem ich mich aber eingehender mit der Thematik beschäftigt habe, komme ich zu dem Schluß, dass ich auf die Entfernung nicht alles regeln kann. So würde ich gerne den finanziellen Part an einen Betreuer abgeben, die Gesundheitssorge jedoch behalten wollen.

      - Kann man die Vollmacht auf diese Weise aufteilen? Bzw. sind weitere Unterteilungen möglich?

      - Welche Aufgaben und Rechte hätte ich als Ergänzungsbetreuer? Und macht es in diesem Fall Sinn?
      - Kann ich in diesem Fall auch selber notwendige Anträge stellen, z. B. für med. Hilfsmittel.

      Sie möchte gerne in dieses Heim. Angenommen, das Sozialamt genehmigt die Kostenübernahme.
      - Kann ein Betreuer bzw. das Sozialamt einen Heimwechsel später nur aus sachlichen Gründen veranlassen?

      Man kennt den zukünftigen Betreuer ja nicht, und man sollte diesem einen Vertrauensvorschuß einräumen.
      - Gibt es Vor- /Nachteile bzgl. eines Vereins, wäre ein Einzelbetreuer evtl. vorzuziehen?
      - Wenn wir uns an einen Betreuerverein wenden, müssten wir den speziellen Verein als „Betreuer“ in die Vollmacht eintragen?

      Nachtrag: Es tauchen immer wieder neue Fragen auf:
      - Angenommen, meine Mutter könnte von den 110,-- € Taschengeld hin und wieder 10 € zurück legen, könnte es sein, dass die Pflegekasse (oder von wem auch immer das Taschengeld bezahlt wird) auf die Idee kommt, ihr das Geld zu kürzen?

      Vielen Dank und Gruß
      Immo

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