Vermögenssorge und durch Betreuten bestellten Anwalt

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    • Vermögenssorge und durch Betreuten bestellten Anwalt

      Ich habe einen Betreuten für den ich die Vermögenssorge habe ( ohne Einwilligungungsvorbehalt ).


      Mein Betreuter beauftragt wiederholt Anwälte ohne Rücksprache.
      In der Regel muss er die auch bezahlen, da seine Anschuldigen sich meistens als falsch erweisen.

      In wieweit muss mich der Anwalt über Schriftwechsel und weiteres vorgehen informieren ?
      Benötigt er meine Zustimmung ?
    • hallo Gunnar,

      ich möchte mal so sagen, es wäre schön, wenn der Anwalt sich mit dir in Verbindung setzen würde, muss er aber nicht. Wäre ich an deiner Stelle und würde den Anwalt kennen, wenns denn immer derselbe ist, dann würde ich ihm den Auftrag geben, dich über die Angelegenheiten zu informieren und zwar aus dem einzigen Grund, da du nicht nur bevollmächtigt sondern von Gerichts wegen beauftragt bist, dich um die Belange, insb. den finanziellen des Betreuten zu kümmern.

      Sollte der Anwalt, und von solchen gibt es schon mal ein paar bizarre Exemplare, sich auf irgendwelche Verschwiegenheit berufen bzw. ähnlich eines Arztes sich mit seinem Mandanten bzw. deinem Betreuten über die Befreiung von eben dieser Pflicht beraten müssen, dann würde ich den Anwalt dringend darum bitten. Sollte er nämlich dies nicht tun, könne er sich möglicherweise Regressansprüchen aussetzen.

      Die Frage ist aber vorab, hat dein Mandant eine Rechtschutzversicherung? Hat der Anwalt deinen Betreuten auf die finanziellen Nachteile und Aussichtslosigkeit seiner Streitereien hingewiesen? Sollte dein Betreuter ein chronischer Choleriker und Prozesshansel sein und er seine finanziellen Angelegenheiten nachhaltig beeinträchtigen, also sich schädigen, ohne dass er es für sich realisieren kann, dann würde ich dem Gericht die Umstände mitteilen und den Einwilligungsvorbehalt beantragen. Dann würde dein Betreuter psychologisch begutachtet und möglicherweise würde dann so ein Einwilligungsvorbehalt deine Arbeit erheblich erleichtern.

      Sofern dein Betreuter das dem Anwalt untersagt, dich zu informieren, hast du erst einmal eine Chance, da ja dein Betreuter voll geschäftsfähig ist und der Anwalt ein Mandat erhalten hat und er nur seinem Mandanten verpflichtet ist, so wie du als Betreuer nur dem Gericht gegenüber rechenschaftspflichtig bist. Ebenso bist du nicht verpflichtet, irgendeinem Dritten über die Betreuung Auskunft zu geben. Insofern sind die beiden Rechtsverhältnisse zwischen Anwalt und deinem Betreuten und zwischen dir und dem Gericht bzw. dem Betreuten artgleich, nämlich Geschäftsbesorgungen nach dejure.org/gesetze/BGB/675.html
      sofern du die Betreuung entgeltlich führst. Da der Betreute aber weiterhin geschäftsfähig ist, gibt die Betreuung, auch wenn du sie vom Gericht erhalten hast, dir kein Privileg gegenüber anderen vom Betreuten geführte Geschäfte.
      dejure.org/gesetze/BGB/675.html
      In diesem Sinn viel Erfolg
      Heinz