Vater 80 fühlt sich verfolgt

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    • Vater 80 fühlt sich verfolgt

      letztens sprach mich jemand an, da ihr Vater schon mal durch die Gegend irrte und sich verfolgt fühlte. Sie hat Angst, er könne sein Konto leer räumen. Seine Partnerin ist nicht zu erreichen. Die Tochter machte sich ernsthaft Sorgen um ihren Vater. Was tun, war ihre Frage.

      Als erstes Mal den Hausarzt des Vaters kontaktieren. Nun muss und darf er eigentlich auch der Tochter keine Auskunft über die Gesundheit, auch die seelische Gesundheit des Patienten geben, ohne dass eben dieser seinen Arzt gegenüber der Tochter von der Schweigepflicht entbunden hat. Trotzdem kann man den Arzt bitten, eine Bescheinigung über die Notwendigkeit einer gesetzlichen Betreuung auszustellen oder aber diese sofort ans Betreuungsgericht zu schicken, denn auch der Arzt ist durchaus berechtigt, eine Betreungsverfahren zu initiieren. Erst Recht wenn Angehörige ihn darum bitten und notfalls auch diesen Dienst mit einem Zehner quittieren. Manche Ärzte lassen sich auch solche zusätzlichen Arbeiten bezahlen. Seies drum.

      Denn die Bescheinigung des Hausarztes kann ein Betreuungsverfahren erheblich verkürzen, Ansich muss erst die seelische Verfassung gutachterlich festgestellt werden. Und das dauert. Das Gericht kann natürlich auch im einstweiligen Verfahren die Betreuung vorläufig anordnen, insb. wenn Gefahr in Verzug ist. Das ist dann meistens der Fall, wenn der zu Betreuende oder Patient in die Psychiatrie eingeliefert wird und zwar gegen seinen Willen und dann auch auf die Geschlossene kommt.

      Das ist natürlich für Patienten, die sich eh verfolgt fühlen, traumatisierend und eine Bestätigung eben ihrer Ängste.
      Aber mitunter nicht vermeidbar. Sollte der Hausarzt eben diese Gefahr erkennen, dann ist es sogar seine Pflicht, sich um das Wohl seines Patienten zu kümmern, auch in der Weise, dass er das Betreuungsgericht oder die Angehörigen kontaktiert und hier die notwendige Hilfe organisiert.

      Der Tochter riet ich dann, die Vorfälle dem Gericht zu schildern und die Bescheinigung des Arztes beizufügen. Ich will hoffen, dass das Gericht, sich ihrer Ansicht anschließt und sie als Betreuerin für ihren Vater bestellt. Wir werden sehen.
      Heinz