Fragen zum Einstieg.

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    • hallo Tantow,

      mit deiner sonstigen Stelle bist du gewiss gut präpariert für einen sukzessiven Wechsel.

      Hinsichtlich deines Studiums und deren Inhalte bleibe ich bei meinen Bedenken und kann dir nur empfehlen, dich prophylaktisch bei deinem Betreuungsgericht zu erkundigen, bevor du eine böse Überraschung erlebst und das Gericht dein Studium nicht im Sinne des dejure.org/gesetze/VBVG/4.html
      Sicherlich erlernst du in deinem Studium auch für das 'Handwerk' des Betreuers verwertbare Kenntnisse. Doch der Schwerpunkt ist nicht im Sinne dejure.org/gesetze/BGB/1897.html da die Betreuung rechtlich zu führen ist. Der Schwerpunkt der Betreuung liegt also zunäcsht auf dem BGB, sprich Betreuungsrecht, aber auch Vormundschaftsrechtm da einige Vorschriften auch für die Betreuung gelten. Dann natürlich der allgemeine Teil mit Geschäftsfähigkeit und Vertretung bishin zur Geschäftsführung. Dann natürlich die Bereiche, die den Betreuten betreffen können, wie sämtliches Vertrags- und Dienstleistungsrecht, aber ggfls. auch Sachenrecht. Darüber hinaus das Sozialrecht mit den Bereichen des Bezugs von Sozialleistungen und Arbeitslosenrecht wie auch Krankenversicherungsrecht.

      Ich empfehle dir die Infos des BdB bdb-ev.de/18_Beruf_Betreuung.php wie insb. das Berufsbild bvfbev.de/berufsbild.html Daraus kannst du dann ersehen, was von dir erwartet wird und wie dich dein Studium gerade auf diese Anforderungen vorbereitet. Notfalls würde ich mich beim Vvfb oder bdb erkundigen, ob dein Studium für die oberster Vergütungsstufe anerkannt wird. Wie gesagt, ich habe meine Bedenken, da es weniger auf die Bedürfnisse des Betreuten als vielmehr auf die Anforderungen im Management ausgerichtet ist. Aber vielleicht bieten sich aufgrund dieses Studiums dir noch ganz andere Möglichkeiten, als die Berufsbetreuer zu werden. Doch willst du par tout Berufsbetreuer werden, dann wäre ein Studium der Sozialarbeit am geeignesten.

      In diesem Sinn viel Erfolg Heinz
    • Lieber Heinz!

      Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

      Bezüglich meines Studiengangs bin ich etwas von deiner Meinung überrascht. Hier hab ich mal die Inhalte aufgelistet:

      Einführung in das deutsche Gesundheitssystem, Anatomie, Biochemie, Physiologie, Wirtschaftsmathematik, Einführung in die BWL und Produktionswirtschaft, Grundlagen der VWL und Wirtschaftspolitik, Rechnungswesen, Grundlagen der Statistik, Personalwirtschaft, Finanzierung und Investition, Arzneimittel und Apothekenrecht, Pharmakologie I und II, Business English, Philosophie und Ethik, Rhetorik Verhandlungs- und Präsentationstechnik, Grundlagen des Sozialversicherungsrecht, Wirtschaftsrecht I und II, Grundalgen der Biometrie, Grundlagen der Arzneimittelentwicklung und klinische Studien, Kommunikationsmanagement, Informationsmanagement + E-Health, Grundlagen der Ökonomie im Krankenhaus und der niedergelassenen Ärzte, Unternehmensführung/Controlling, Qualitätsmanagement, Innere Medizin Geriatrie, Gynäkologie Geburtshilfe und Pädiatrie, Nervenheilkunde und Neurochirurgie, Chirurgie und Orthopädie, Medizinesche Dienstleister I und II, HMM Fallstudien, Evidenced Based Medicine.

      Ich dachte, es gibt dort einiges Aspekte, die ich als Betreuer gebrauchen kann, bzw. die erlernten Kompetenzen im Sinne des Klienten benutzen kann. Oder liege ich völlig falsch?

      Was die finanzielle zukünftige Situation angeht, habe ich ja noch meine Stelle in der Uniklinik. Die ist variabel. D.h. ich kann von 25%-100% arbeiten und so sukzessive einen Klientenstamm aufbauen.



      Liebe Grüße!

      David
    • hallo Tantow,

      herzlich willkommen hier im Forum. Deine Bedenken hinsichtlich Alter darf ich erstmal zerstreuen. Für den Job ist dein Alter gerade recht. Anders ist deine private Lebenssituation mit zwei Kindern. Ich hoffe für dich, dass du ausreichend vernetzt bist und du bei aller beruflichen Anforderung auch andere Personen, ob verwandt oder nicht, hast, die dich entlasten können.

      Ob deine Ausbildung dich für den Berufsbetreuer prädestiniert, weiß ich nicht. Mit Medizinökonomie assoziiere ich eher Krankenkasse und Einsparung von Kosten als die Ansprüche und Möglichkeiten der Betreuten, möglichst viel von der Krankenkasse zu bekommen. Auch Krankenpfleger und Sanitäter sind nicht ausreichend für die höchste Vergütungsstufe. BWL müsste aber anerkannt werden ebenso wie Rechtspfleger oder Jurist, da Betreuung rechtlich geführt wird und nicht pflegerisch, und nur sehr beschränkt sozial, denn bei einer Vergütung von im Schnitt 4-5 Stunden im Monat bleibt für den einzelnen Betreuten wenig Zeit.

      Mit dem IFB habe ich gute Erfahrung gemacht, sind allerdings schon eine Weile her. Zudem war der IFB günstiger als Weinsberg.
      Die Zukunft der Berufsbetreuer ist schwierig. Betreuungen wird es immer geben und der Bedarf steigt stetig. Dagegen versuchen die Länder anzugehen und die Vergabe von Aufträgen an Berufsbetreuer möglichst zu deckeln oder gar zu reduzieren. Heißt konkret, es bedarf einer harten und wohl auch langen Zeit, bis du a) als Berufsbetreuer anerkannt wirst nämlich erst ab 11 Betreuungen, vorher bekommst du nur die Pauschale als Ehrenamtler und b) um vom Einkommen als Berufsbetreuer leben zu können bei einem Stundenkontingent von 4-5 Stunden im Monat brutto, also inklusive Fahrzeiten, Besuchszeiten, Telefonate, Berichte, und dgl. brauchst du schon 30-40 Betreuungen. Und die regnen nicht herab, weil du gerne Berufsbetreuer sein möchtest. Zunächst wird die Existenz der tätigen Berufsbetreuer gesichert. Heißt, wenn eine Betreuung aufgehoben oder sonst wie beendet wird und ein tätiger Betreuer hat noch Bedarf und Kapazitäten, so wird zunächst der mit einer neuen Betreuung bedient, bevor ein Newcomer auf seine Mindestzahl kommt. Es gibt also einiges zu bedenken. In diesem Sinn und trotz und alle dem viel Erfolg
      Heinz
    • Fragen zum Einstieg.

      Hallo,

      ich bin 30 Jahre alt, männlich und habe 2 Kinder. Außerdem bin ich seit 9 Jahren Krankenpfleger und Rettungssanitäter. In beiden Berufen habe ich mehrere Jahre gearbeitet, davon die letzten 4 1/2 Jahre in einer geschützten Akutpsychiatrie. Momenten studiere ich parallel zu meiner 50% Stelle in der Uniklinik Medizinökonomie.
      Beruflich hab ich immer wieder mit dem Thema Betreuung zu tun. In den letzten Monaten überlege ich verstärkt, mich als Berufsbetreuer zu etablieren.

      Bevor ich aber Seminare besuche und es konkret werden lasse, hier einige Fragen die mich beschäftigen.

      1. Ist es realistisch, dass ich als Betreuer (hinsichtlich Alter, beruflicher Qualifikation) in Frage komme.

      2. Welches Institut könnt ist empfehlenswert IFB oder Weinsberg Forum?

      3. Reicht ein abgeschlossenes Studium der Medizinökonomie für die höchste Vergütungsstufe. Im Forum habe ich gelesen, dass BWL eben nicht reichen würde.

      4. Wie sieht es mit dem Bedarf jetzt und in Zukunft von Betreuern aus. Vielleicht kann diesen jemand sogar für den Raum Köln/Bonn einschätzten.

      Ich freue mich auf Antworten und danke euch schon mal!

      Liebe Grüße!

      David