Frust mit Angehörigen

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    • hallo Leviathan,

      solche Ereignisse passieren immer mal wieder und ist die dunkle Seite der Betreuung. Ich hatte mal eine private Kundin mit 7 Kindern, die sich wegen privater Betreuungsvollmacht und Verfügung beraten lassen wollte. Unter ihren Kindern war auch eine Tochter, die die Mutter am liebsten sogleich ins Heim abgeschoben sehen wollte und vorzeitig ans Erbe zu kommen. Sowas passiert. In einem anderen Fall hatte der Sohn die Barschaften der Mutter unterschlagen, so dass sie nahezu im Dunkeln saß und nichts mehr zu essen hatte. Oder die Eltern und Schwester hatten die Behindertenrente des Sohnes bzw. Bruders unterschlagen.

      Nun, du brauchst dich um die Schwester des Betreuten keine Gedanken zu machen. Das Gericht kennt solche Fälle und Vorfälle zur Genüge und prüft sehr genau, was an der Entrüstung und den Vorwürfen dran ist oder einfach nur Stänkerei ist. Ich an deiner Stelle würde den Vorfall dem Gericht zur Kenntnis bringen, so dass ein Aktenvermerk bereits vorliegt, sollte aus welchen Gründen auch der Richter oder die Richterin oder die Justizangestellte es erforderlicher erachten, die Beteiligten anzuhören. Ich würde den Vorfall zu Papier bringen und dem Gericht mit dem Vermerk zur Kenntnisnahme zusenden und warten, was passiert. Vielleicht gar nicht. Vielleicht schicken die deinen Brief in Kopie an die Schwester zur Stellungnahme und sie hat dann die Gelegenheit, sich zu äußern. Tut sie es nicht, hat es sich erledigt. Wird sie unsachlich, diskreditiert sie sich selbst.

      Ich an deiner Stelle würde mir nicht viele Gedanken machen. Sowas ist ärgerlich, aber du brauchst dich nicht ärgern zu lassen und Angst haben brauchst du auch nicht. Eng wird es, wenn das Gericht den Verdacht hat, dass du deine Arbeit nicht sorgfältig und zuverlässig gemacht hast. Solange das Gericht mit deiner Arbeit zufrieden ist, ist alles ok.

      In diesem Sinn lass dir dir Petersilie nicht verhageln. Gruß
      Heinz
    • Frust mit Angehörigen

      Hallo Zusammen,

      vorweg: wenn ich im falschen Thread bin, dann Entschuldigung! Ich kenn mich hier noch nicht genau aus...

      Ich bin seit ca. 9 Monaten Berufsbetreuerin und habe insgesamt in dieser Zeit 25 Betreute gehabt, wovon aktuell noch 17 da sind. Eigentlich läuft es den Umständen entsprechend gut, auch wenn ich oftmals mit Vielem hinterherhinke. Aber die Routine kommt stetig und damit die Erfahrung.

      Ich komme mit Folgendem nicht klar: Ich habe einen Betreuten, dessen Verhältnis zu mir sehr gut ist, der mir vertraut und dessen Bruder ich in bestimmten Situationen einbeziehe, wenn der Betreute selbst unsicher ist, oder ich ihn nicht verstehe. Wie aus dem nichts ist aber eine Schwester aufgetaucht, die mich in schlimmster Weise am Telefon angemacht hat. Ich kann noch nicht mal sagen, was sie von mir genau wollte, jedenfalls habe ich ihr gesagt, ich würde alles nur mit meinem Betreuten und nicht mit ihr besprechen und sie solle sich zusammenreissen. Als sie hysterisch wurde, habe ich aufgelegt. Sie drohte jedenfalls an, sich am Gericht über mich zu beschweren, obwohl ich nicht verstehe worüber eigentlich.
      Nun, die Wirkung auf mich ist jedefalls die, dass solche unerwarteten Ausraster seitens der Betreuten oder der Angehörigen mich völlig verunsichern, ich Existenzängste bekomme und nicht weiss, wie ich damit umgehen soll.

      Von Euch will ich einfach nur wissen, ob diese Angst bei mir normal ist und ob ihr auch mit solchen Schimpfattacken zu tun habt und vor allem, wie Ihr damit umgeht. Ich denke manchmal, dass nur mir so etwas passiert.

      Ich bin für jeden Erfahrungsbericht dankbar!

      Gruß, Leviathan