Aus dem beruflichen Alltag- Heizung nach Bendigung der Betreuung eigefroren und defekt. Anwalt fordert Schadenersatz

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    • Aus dem beruflichen Alltag- Heizung nach Bendigung der Betreuung eigefroren und defekt. Anwalt fordert Schadenersatz

      Hallo, vielleicht hat ja jemand einen Tip.
      Ich hatte jahrelang einen Betreuten K. , der Mandant wollte dann keine Betreuung mehr.
      Er verfügte seit Juli 2011 über sein Vermögen selbst.
      Im Januar 2012 wurde die Betreuung aufgehoben.
      Die alte Heizung ist aus Ermangelung von Heizöl wohl eingefroren und einige Rohre geplatzt.
      Die Gebäudeversicherung hat nur die Hälfte der Schadenshöhe übernommen ( Grobe Fahrlässigkeit).
      Mein Ex - Betreuter hat das Geld leider nicht für die Heizung verwandt.
      Heute bekam ich ein anwaltliches Schreiben und soll meinem Ex-Mandaten eine neue Heizung und die Anwaltkosten bezahlen.
      Geld für Heizöl war immer knapp und das Haus wurde überwiegend mit Strom beheizt.
      2009 habe ich für die Diele einen Kaminofen gekauft und den Schornstein instand setzen lassen.
      Mein Betreuter K. hat mir eine Enlastungserklärung unterschrieben. Diese liegt auch in der Betreuungsakte beim AG.
      Hatte jemand schon einen ähnlichen Fall oder einen Tip für mich ?
    • hallo Gunnar,

      dein 'Fall' ist wirklich speziell. Sowas werden andere gewiss noch nicht erlebt haben. Aber nichts desto trotz gibt es ein paar sehr interessante und sicherlich allgemeine Aspekte.

      Fangen wir mal von hinten an - du wurdest für deine Betreuertätigkeit entlastet. Was sagt der gegnerische Anwalt dazu? Kennt er das Procedere? Wer hat ihn beauftragt? Doch nicht dein Ex? Und wenn, was sagt er zu der von ihm erteilten Entlastung?

      Sodann stellt sich die Frage, du hattest oder hast doch eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung? Gib es ihr oder einem sog. Konsularanwalt, der für die Versicherung tätig ist. Der wird dann mit dir dann die Details auseinanderpflücken.

      Nächste Frage, hast du mit dem Geld der Versicherung den Kamin und Ofen installiert oder war das nicht im Zusammenhang mit dem Versicherungsfall? War der Betreute geschäftsfähig, war das sein Wille und war von ihm so gewollt?

      Stand er unter Einwilligungsvorbehalt oder hatte den Ofen und Kamin nicht gewollt, könnte es im Nachhinein diskutabel werden. Ansonsten greift auch hier die Entlastung, da er zum Zeitpunkt der Installation damit einverstanden war.

      Oder sollte er Anwalt von anderen Mietern oder Bewohnern beauftragt worden sein? Dann ist die Antwort recht einfach - er möge sich bitteschön mal an den Betreuten wenden. Sollte er das nicht verstehen, möge er sich kundig machen. Dritten gegenüber bist du weder haftpflichtig noch sonstwie verpflichtet.

      Also kannst du dich ansich recht entspannt zurücklehnen: 1. Ist die Geschichte abgeschlossen und du entlastet. 2. Wird der Betreute geschäftsfähig gewesen sein und trägt somit allein die Haftung. 3. Dritte haben per se keine Ansprüche gegen dich und 4. solltest du zu dem Zeitpunkt versichert gewesen sein, gibt du es einfach deiner Versicherung bzw. deinem Anwalt. Der Rest erledigt sich wie von allein.

      Sollte hingegen der Ex seine Entlastung anzweifeln wegen Unwissenheit oder Irrtums, müsste geprüft werden, ob das möglich ist, denn die Entlastung soll ja gerade einen solchen Fall vermeiden helfen. Sollte er die Installation nicht gewollt haben, stellt sich die Frage, ob du vom Gericht dafür beauftragt worden bist, also mit Genehmigung des Gerichts die Installation vorgenommen hast.

      In diesem Sinn viel Erfolg und noch frohe Ostern. Solltest du noch Fragen haben, steh ich dir gerne mit juristischem Wissen und Erfahrung, auch in Fragen der Regresshaftung zur Verfügung.
      Besten Gruß
      Heinz
    • Moin,

      schade, ich hatte auf eine Antwort von Gunnar gewartet. Son ähnlichen Fall hatte ich auch schon. Da hat man dann schon mal den Kaffee auf. Von Dankbarkeit noch nicht gehört? Aber meistens sind es nicht mal die Betreuten, die rumzicken, sondern irgendwelche Oberschlauen, ob Angehörige oder Anwalt oder auch schon mal ein Kollege, der dann die Angelegenheit ganz anders betrachtet und nichts Besseres zutun hat, als seinem Vorgänger eine reinzuwürgen. Mit der Solidarität unter Kollegen ist es oftmals auch nicht weit hin.
      Jedenfalls kam ich auch recht schnell aus der Nummer raus. Hab mal was gehört von widersprüchlichen Verhalten. Die Juristen, hallo Heinz, haben dafür noch nen Fach'termini' oder so, nicht? Jedenfalls konnte ich nachweisen, dass meine Maßnahme mit Willen und Zustimmung des Betreuten geschah. Seine nunmehr geänderte Ansicht blieb dann irrelevant. Aber es war nervig. Und wo wir eh nicht viel Zeit vergütet bekommen um so mehr. Und dafür ja erst recht nicht. Aber vielleicht meldet sich Gunnar ja deshalb nicht nochmal. Würde mich interessieren, wie es weiterging. Hoffe für ihn, dass es sich auch erledigt hat.

      Bis auf Weiteres Kalle
    • Nach meinem letzten Anwaltsschreiben war 4 Monate Ruhe, erst jetzt hat sich der Anwalt wieder gemeldet.

      Der Ofen wurde schon 2009 installiert und in der Anpfangsphase auch gerne vom Betreuten benutzt.

      50 % des Schadens wurden damals durch die Gebäudeversicherung reguliert, dies hat mein EX-Betreuter scheinbar seinen Anwalt nicht mitgeteilt.
      Der Schaden war im Februar 2012, wurde damals durch den DEKRA Claim Service aufgenommen.

      Die Betreuung endete im Januar 2012. Vorher gab es etliche Gespräche mit dem Betreuten, der Betreuungsstelle und dem zuständigen Betreuungsrichter.
      Wenn es was neues gibt, melde ich mich wieder.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Gunnar ()