das zweite Mal

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    • das zweite Mal

      hallo allseits,

      mit dem zweiten sieht man besser - hieß es. Kennt noch jemand diese Werbung? Und mit dem zweiten Fall sieht mann-frau auch klarer? Sicher, der Richter und die Richterin ist dann schon bekannt, vielleicht auch mehr als nur der Name und Kontakt hatte man mit der einen oder anderen Rechtspflegerin auch und im Betreuungsgericht kennt man sich auch aus und verläuft sich nicht mehr und muss auch nicht mehr fragen. Aber als fit in Betreuungen will sich dann noch niemand nennen. Kann man das überhaupt irgendwann? Fit sein? Auf jede Herausforderung gleich eine Lösung parat haben? Ist nicht ein Reiz dieses Berufs auch, immer wieder herausgefordert zu werden, überrascht zu werden von Menschen, Schicksalen, Problemen? Allzuoft habe ich mit jedem Fall wieder Neues gelernt. Als Systemiker weiß ich, dass er auch nie DIE Lösung gibt. Weder eine Lösung für alle Eventualitäten, nicht mal eine bereits erprobte Lösung in dem einen speziellen Fall. Soll heißen, nur weil meine Reaktion oder mein Agieren beim letzten Mal die gewünschte Reaktion bewirkt hat, heißt es noch lange nicht, dass es bei der nächsten Krise wieder so klappt.

      Also - mann-frau lernt nicht aus und auch bei dem zigsten Fall gibt es immer wieder neue Herausforderungen, die uns im ersten Moment erst einmal ziemlich deppert aussehen lassen. Lassen wir uns natürlich nicht anmerken. Soviel Professionalität darf schon sein. Manchmal ist ja nicht mal der oder die Klientin mit Demenz oder Sucht oder Persönlichkeitsstörung der Grund für manche Überraschung, sondern Ärzte oder Behörden, wo es was für die Klienten zu regeln gilt. Da werden dann aus schier unerfindlichen Gründen ein hochpsychotischer Patient ohne notwendige Medikamente am Gründonnerstag in die Obdachlosigkeit entlassen, wie mir im Urlaub passiert. Ei wie fein. Zum Gkück hatte ich eine fitte und engagierte Vertretung. Nur ihm seine Zeit und Mühe kostete mich mehr, als ich an Vergütung von der Landeskasse erhielt. Hab also noch drauf gezahlt.

      Oder das Jobcenter lässt sich immer wieder neue Ausreden einfallen, um dem Klienten die zurecht beanspruchte Leistung zu verweigern. Auch schön. Oftmals hilft es allerdings dann die karte der Amtshilfe auszuspielen oder - wenn das noch nicht fruchtet - auch mal mit der Dienstaufsichtsbeschwerde wedeln. Macht sich gar nicht gut in der Personalakte. Und letztlich sind die Mitarbeiter bei den Jobcentern ja selbst gear...t.

      Würde mich freuen, zu erfahren, wie es anderen mit ihrem ersten zweiten dritten Fall gegangen ist.
      Heinz