Sammelthread, was erhöht meine Vergütungspauschale?

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    • Hallo Heinz, erst einmal ist es sehr beeindruckend und aufschlussreich gewesen, Deinen Ausführungen beizuwohnen.

      Zitat: “Überleg es dir gut, ob du dich zum Rächer der Enterbten eignest und willens bist, dich mitunter mit König und Vaterland anzulegen, wenns sein muss“.
      Ja denke schon das ich mich eigne, da ich die Ausbildung dafür habe, sprich Vertragsrecht, BGB, HGB, habe auch schon diversen Probanden bei der Durchsetzung Ihrer Rechtsansprüche vor dem Sozialleistungsträger geholfen, nachdem Sie von diesen in Ihren Grundrechten gebeugt worden sind.

      Des weiteren habe ich mich mit dem MDK (wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe) im Widerspruchsverfahren zum Erlangen der Pflegestufe rumgeschlagen. Und diverse andere Aktionen, Beantragung der vollen EU Rente, unbefristet da vor 1964, etc., alles endgeldlos, ohne Verein, aus der Motivation heraus Menschen zu Ihrem Recht zu verhelfen.

      Psychoanalyse ist mein Steckenpferd, habe mit Freud und Jung angefangen, mich mit der Symptomatik dissoziativer Persönlichkeitsstörrungen vertraut gemacht und bin seit einigen Monaten bei NLP von Brown hängen geblieben, also Neuro Linguistische Programmierung...

      Für mich selbst werde ich den Größten Nutzen aus der ehrenamtlichen Tätigkeit schöpfen können, welche ich Ende nächsten Jahres beginnen werde.

      Gruss Rita

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    • hallo Rita

      ich habe dir unter dem anderen Thread was dazu geschrieben. Die Nachqualifizierung ist wohl immer noch allerdings in seltenen Fällen möglich. Einige meiner Seminarteilnehmer waren in der Nachqualifizierung, da die Lehrinhalte vergleichbar waren. Ich habe Jura studiert und weiß, was im Staatsexamen verlangt wird. Die Prüfung für die Nachqualifikation in der Besoldung ist der einem Staatsexamen in Jura durchaus vergleichbar. Da wird dann ebenso ein Fall geschildert, denn du dann nach allen Regeln der Kunst juristisch aufarbeiten musst, also allgemeines Zivilrecht insb. Geschäftsfähigkeit und Vertretung, besonderes Zivilrecht mit den Vorschriften über die Geschäftsbesorgung, aber auch der unerlaubten Handlungen. Dann Familien- und ganz speziell Betreuungsrecht. Mit dem Verweis von § 1908 i BGB kommen natürlich all die aufgeführten Vorschriften der Vormundschaft mit ins Spiel.

      Dann natürlich das Sozialrecht mit den einzelnen Büchern, aber auch allgemeines Verwaltungsrecht. Da sich die Betreuung oft auf Wohnangelegenheiten erstreckt ist natürlich auch Mietrecht als besonderes Zivilrecht wichtig. Schließlich musst du ja Nebenkostenabrechnungen lesen können und die Recht des Betreuten gegenüber der Hausverwaltung gelten machen können. Es an einen Mietverein zu delegieren wird nicht immer möglich sein. Eben natürlich in Fragen des allgemeinen und besonderen Vertragsrechts und Fragen des Irrtums (allg. Zivilrecht) wie auch der Ansprüche aus Mängelleistung und auf Rücktritt. Auch die Verbraucherberatung ist nicht immer sogleich bereit zu helfen. Dann natürlich Fragen zur Entschuldung. Sicherlich gibt es die Schuldnerberartung im Insolvenzverfahren, aber manche Auseinandersetzung mit Gläubigern und Inkassobetrieben läuft bevor die Schulderberatung tätig wird.

      Das war jetz nur mal so ein kleiner Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Aber als Berufsbetreuerin solltest du das drauf haben. Und erst recht, wenn du die Nachqualifizierung schaffen willst. Hinzu kommen dann natürlich bei diversen Krankheitsbildern der Betreuten grundkenntnisse in Medizin wie auch Psychiatrie. Es ist schon hilfreich eine Neurose von einer Psychose unterscheiden zu können und auch manches Gutachten lesen zu können. Ich habe es immer so gehalten, dass ich mir erst selbst ein Bild vom Betreuten machte und dann das gelesen habe, was andere Profis dazu sagten. Im Wege der Systemischen Ausbildung habe ich gelernt, dass die Profis oft aus unsachlichen Gründen so und so geschrieben und argumentiert haben. So wollte mal der sozialpsychiatrische Dienst, dass ich einen postpubertierenden Jugendlichen zwangsweise unterbringen lassen sollte und drohten mir mit ernsthaften Konsequenzen bis zum Entzug der Berufserlaubnis. Ich hatte 5 sehr aufschlussreiche und vertrauensbildende Gespräche mit dem JUngen und erkannte recht schnell, dass eine Familientherapie, der sich der Vater allerdings strikt verweigerte, angeraten war. Mit Hilfe eines anderen Psychologen wurde nicht nur die unsinnige Forderung des SPD vom Tisch gewischt, sondern die Betreuung in Gänze aufgehoben.

      Ich will damit sagen, das Gericht entzieht sich in der Regel jeglicher eigenen Verantwortung aus Gründen der Inkompetenz. Aber die Psychologen haben manchmal anders im Sinn als das Wohl des Patienten. Ein Patient wurde mal entgegen jeglicher Absprachen am Vorabend des Gründonnerstag ohne Obdach und ohne Psychopharmaka mit der Begründung fehlender Complience entlassen, obwohl ich im Urlaub war und er nach meinem Urlaub in ein Wohnheim wechseln sollte. Dadurch bekam der Betreute einen neuen Schub. Die Motivation der Klinik bestand darin, den Notfall zu provizieren, um besser gegenüber dem übergeordneten Sozialhilfeträger abrechnen zu können. Fuck.

      Und solche Machenschaften muss ein Betreuer m.E. im Blick haben und sich mit den sog. Profis auch mal kräftig kloppen können. Kannst du dir vorstellen, wie ich den Leitenden Arzt der Abteilung rund gemacht habe? Ich nannte ihm schon den Namen der Chefredakteurin der lokalen Presse. Ich hätte die ortsansässige Klinik samt und sonders schwarz gemacht, weil sich eher ihre Finanzen als das Wohl des Klienten im Blick hatte. Das ist natürlich ein Politikum, weiß jeder. Aber trotzdem gelten Konventionen.

      Nun denn. Überleg es dir gut, ob du dich zum Rächer der Enterbten eignest und willens bist, dich mitunter mit König und Vaterland anzulegen, wenns sein muss.

      In diesem Sinn nur Mut
      Heinz


    • Hallo Heinz, die Sache mit der Hochschulreife/Studium und Vergütungsklasse war mir klar, dachte es gäbe noch ein paar Insiderinfos die man ins Licht rücken könnte.

      Zu mir, ich bin keine Betreuerin, strebe aber an, in einem Jahr mich über das Ehrenamt (Erfahrung sammeln) den Einstieg zu machen um mich dann nach einem weiteren Jahr selbständig zu machen,
      ...also wird es durch mich keinen Präzedenzfall geben :)

      Danke für die Antwort!

      LG Rita

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    • hallo Rita, du hast auf die Seite dejure verwiesen. Da findest du dann auch das Vormündervergütungsgesetz mit den erforderlichen Paragraphen insb § 4

      für die Höchste Vergütungsstufe wird ein Hochschulabschluss verlangt in einem Fach, das für die Arbeit verwertbare Kenntnisse voraussetzt. Da die Arbeit des Betreuers überwiegend kaufmännisch oder betriebswirtschaftlich und juristisch geführt wird, sind eben solche Fächer bevorzugt, wie aber auch Sozialarbeit.

      Von langjähriger Praxis und dgl. steht da nichts. Aber du kannst ja den Rechtsweg beschreiten und gegen deine nächste Vergütung dich beschweren und die Normenkontrollklage anstreben. Vielleicht hängt sich sogar ein Berufsverband mit rein. Ein Heer an BetreuerInnen wirds dir danken, solltest du obsiegen. Aber die Chancen sind gering.

      Gruß Heinz
    • Sammelthread, was erhöht meine Vergütungspauschale?

      Sammelthread, was erhöht meine Vergütungspauschale?




      -Wie kann ich meine Position bei Vergütungsverhandlungen aufwerten, um in die nächst höhere Vergütungsstufe zu gelangen?

      -Reichen Fort –und Weiterbildungsseminare, wenn ja welche?

      -Ist man als Hausfrau mit 5 jähriger Betreuertätigkeit nicht ebenso für die 44,- Euro qualifiziert, wie eine frisch examinierte Dipl. Psychologin?

      -Was bringt den Berufsbetreuer weiter…?

      Mir persönlich kommt die derzeitige Vergütungspraxis sehr schwammig vor und ich konnte auch im Internet keine konkreten Bestimmungen über die Eintaktung in eine der 3 Vergütungsgruppen finden, als ob das vom Rechtspfleger PxDaumen erledigt wird, kann mich aber auch täuschen...

      Bitte alles posten, Danke!

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