Ich bin CatTom

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    • Ich bin CatTom

      Hallo,

      ich habe mich hier angemeldet, weil ich einige Fragen haben, deren Antworten ich brauche, um einigen Betreuten aus der Betreuung heraus zu helfen. Leider bekommen sie diese Fragen von ihren Betreuern nicht beantwortet.

      Eine kurze Fallbeschreibung:

      Junge Frau (25) war obdachlos und bekam nur eine Wohnung, wenn sie einer Entmündigung zu stimmt. So ließ sie sich unter Betreuung stellen, damit sie aus der Obdachlosigkeit heraus kam. Als Betreuerin bekam sie eine Rechtsanwältig, die ihr keine Wohnung besorgte, sondern ein 10m² großes Zimmer in einem alten Haus, dessen Verwalter die eigene Rechtsanwaltskanzlei war.

      Das kleine Zimmer kostet warm 260 Euro (nah ja zahlt ja der Staat).

      Die Rechtsanwältin bekommt für die Betreuung der jungen Frau pro Monat eine Pauschale von 450 Euro. Leider kann sie die junge Frau nicht betreuen, weil die Rechtsanwälti über 60 Menschen "betreut", die unter Betreuung gestellt wurden und noch ihrem Beruf als Rechtsanwältig nach geht.

      Die junge Frau möchte sich jetzt ent-entmündigen lassen und wieder mündig und selbstständig sein, was aber bis jetzt von der Betreuerin und Rechtsanwältin durch Nicht- und Desinformation erfolgreich verhindert wurde.

      Ich will jetzt dieser Frau und auch Anderen helfen aus dieser Betreuungsfalle heruas zu kommen. Man kann es als Falle bezeichnen, wenn Obdachlosen nur eine Wohnung (Zimmer) zu gesagt wird, wenn sie sich entmündigen bzw. unter Betreung stellen lassen.

      Mit freundlichen Grüßen

      CatTom
    • hallo CatTom,

      herzlich willkommen hier im Forum. Ich wünsche dir eine kurzweilige Zeit hier und viele hilfreiche Tipps.

      Du schreibst,
      Ich
      will jetzt dieser Frau und auch Anderen helfen aus dieser
      Betreuungsfalle heruas zu kommen. Man kann es als Falle bezeichnen, wenn
      Obdachlosen nur eine Wohnung (Zimmer) zu gesagt wird, wenn sie sich
      entmündigen bzw. unter Betreung stellen lassen.
      das liest sich, als wenn du nach einem Königsweg für alle Betreuten in einer sog. Betreuungsfalle stark machen wolltest. Ich muss dich leider enttäuschen. Einen solchen Königsweg gibt es leider nicht. Zum einen sind alle Betreuungsangelegenheiten individuell und selten pauschal vergleichbar. Zum andern wird es nicht nur von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich gehandhabt, sondern auch von Betreuungs- zu Betreuungsgericht.

      CatTom schrieb:

      Junge Frau (25) war obdachlos und bekam nur eine Wohnung, wenn sie einer Entmündigung zu stimmt. So ließ sie sich unter Betreuung stellen, damit sie aus der Obdachlosigkeit heraus kam. Als Betreuerin bekam sie eine Rechtsanwältig, die ihr keine Wohnung besorgte, sondern ein 10m² großes Zimmer in einem alten Haus, dessen Verwalter die eigene Rechtsanwaltskanzlei war.
      Das liest sich, als wenn jemand nur eine Wohnung mit gesetzlicher Betreuung bekäme. Dem ist aber nicht so. Auch Obdachlose ohne eine Betreuung bekommen eine Wohnung. Die Frage ist, schaffen sie den Behördenkram alleine oder haben andere, die ihnen helfen. Haben sie jedoch niemanden, brauchen sie eine Betreuung. Heißt also, weil sie weder sich selbst helfen können, noch Freunde und Bekannte haben, die ihnen bei den Behörden oder Vermietern beistehen, bekommen sie eine gerichtlich bestellte Betreuung, damit sie eine Wohnung bekommen.

      Das Zimmer soll 260 € kosten. Das alleine besagt nicht viel, ob es im Vergleich zu anderen Wohnungen preiswert oder teuer ist. Das keine eine sog. Pauschalmiete inkl. Nebenkosten sein oder auch ohne. Das kann eine Wohnung aufm Land oder in Düsseldorf, Köln oder München sein, wo es recht schwer ist, eine Wohnung für Obdachlose zu bekommen.

      CatTom schrieb:

      Die Rechtsanwältin bekommt für die Betreuung der jungen Frau pro Monat eine Pauschale von 450 Euro. Leider kann sie die junge Frau nicht betreuen, weil die Rechtsanwälti über 60 Menschen "betreut", die unter Betreuung gestellt wurden und noch ihrem Beruf als Rechtsanwältig nach geht.
      Die Betreuerin bekommt ganz bestimmt keine Pauschale. Die Vergütung richtet sich bundesweit nach dem VormündervergütungsG den Paragraphen 4 und 5 dejure.org/gesetze/VBVG/5.html Eine Rechtsanwältin kann 44 € die Stunde verlangen. Die Zeiten, wonach Rechtsanwälte nach der Rechtsanwaltsgebührenordnung abrechnen dürfen, ist wohl weitestgehend vorbei. Ansonsten kann man mal beim Bezirksrevisor nachfragen, weshalb die Anwältin mehr bekommt als andere BetreuerInnen.

      CatTom schrieb:

      Die junge Frau möchte sich jetzt ent-entmündigen lassen und wieder mündig und selbstständig sein, was aber bis jetzt von der Betreuerin und Rechtsanwältin durch Nicht- und Desinformation erfolgreich verhindert wurde.
      Dass die Anwältin das zu verhindern sucht ist nachvollziehbar. Ich behaupte mal, die wenigsten Betreuer achten darauf, ob und wann eine Betreuung wieder objektiv aufgehoben werden kann. Und Gründe zur Verlängerung lassen sich immer wieder finden.

      Die Frage ist m.E. wie deine Bekannte es selbst anstellen kann, sich zu verbessern bzw. wie du ihr helfen kannst. Also würde ich an deiner Stelle erst einmal mit der Bekannten schauen, was ohne die Betreuerin eigentlich möglich ist. Als erstes stellt sich die Frage nach der Entmündigung. Allein eine gesetzliche Betreuung ist noch keine Entmündigung und das bereits seit 1991, als das sog. Betreuungsrecht geschaffen wurde. Wurde allerdings ein sog. Einwilligungsvorbehalt mit der Betreuung angeordnet, ist deine Bekannte tatsächlich auf die Zustimmung der Betreuerin angewiesen. Ansonsten kann sie selbst den Mietvertrag kündigen oder einen neuen Mietvertrag abschließen.

      Dann stellt sich die Frage, kannst du mit ihr nach einer größeren Wohnung suchen und eine solche Wohnung bis zu ca. 45 qm ausfindig machen und dir von dem Vermieter oder Verwalter einer solchen Wohnung eine sog. Vermieterbescheinigung geben lassen. Den Vordruck dafür findest du im Netz oder beim Jobcenter. Sobald der potentielle Vermieter die Bescheinigung erteilt hat, kannt dann deine Bekannte beim Jobcenter nachfragen, ob die die Erlaubnis für einen Umzug gibt.

      Danach müsst ihr natürlich auch Leute finden, die den Umzug durchführen, packen, schleppen, fahren, wieder schleppen. Und die Frage der Möbel muss ja auch noch geklärt werden.

      Wenn ihr soweit alles gemanagt habt, ohne dass euch die Rechtsanwältin in die Quere kam, könnt ihr bei Gericht den Antrag auf Aufhebung der Betreuung stellen, weil dann der Nachweis erbracht wurde, dass die Betreuung nichts bringt und deine Bekannte auf die Betreuung verzichten kann und möchte.

      Sollte dann die Anwältin sich querstellen und das Gericht den Antrag auf Aufhebung ablehnen, kann deine Bekannte sich einen anderen Anwalt suchen, der ihr hilft, die Betreuung beenden zu lassen bzw. einen Wechsel herbei zu führen. Dass ein Anwalt dem anderen usw. kann nicht stimmen, denn vor Gericht kämpfen in der Regel Anwälte gegeneinander. In diesem Sinn viel Erfolg
      Heinz