richterliche Entscheidung bei medikamentöser Einstellung

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    • richterliche Entscheidung bei medikamentöser Einstellung

      Hallo Heinz,

      bis dato hatte ich eigentlich gar keine Probleme, im Rahmen der Vertretung meiner Mutter war es im letzten Jahr mal schwierig, sie leidet zunehmend an Altersbedingter Demenz und muß aus weiteren medizinischen gründen Psychopharmaka nehmen. Ende letzten Jahres sollte sie dann auf zuraten des Arztes zur Neueinstellung der Medikamente stationär in die Psychiatrie. Ich hatte daraufhin einen entsprechenden Antrag bei Gericht gemacht da meine Mutter zum damaligen Zeitpunkt nicht in der Lage war ihre Zustimmung zu geben. Dann kam die Maschine ins laufen über einen Zeitraum von mehreren Wochen kamen Richter Sozialarbeiter und Rechtspfleger ins Pflegeheim um den Zustand meiner Mutter in Augenschein zu nehmen.

      Im laufe dieser Wochen ging es meiner Mutter so schlecht das sie in einem akut lebensbedrohenden Zustand ins Krankenhaus kam. Dort wurden dann unter anderem ihre Medikamente neu eingestellt, sie wurde dann nach kurzer zeit auch wieder ins Heim entlassen. Danach kam dann nochmals ein Richter zur Begutachtung, da die Mama ja zwischenzeitlich neu eingestellt war ging es ihr gut und mein Antrag wurde abgelehnt.

      Ergo wäre meinem Antrag schneller stattgegeben worden hätte die Mama früher neu eingestellt werden können und es wäre nicht zu der Notfalleinweisung gekommen.

      Es ist ja korrekt das Anträge auf Einweisung geprüft werden, aber mit dem konkreten Sachverhalt hatte sich niemand so recht beschäftigt, der Arzt sowie auch ich sprachen ausschließlich von der Erfordernis der Neueinstellung der Medis und das dies stationär sinnvoller ist :sleeping:
    • hallo Heike,

      unter Juristen gibt es ein geflügeltes Wort - man kann gar nicht so dumm denken, wie es kommen kann. So mag es auch bei dir bzw. deiner Mutter gewesen sein, wo ein Arzt - und Juristen hören gerne auf Gutachter und Fachkundige - eine stationäre Unterbringung zur Neueinstellung der Medikation empfiehlt und der Richter es nicht recht versteht, was geboten ist und von ihm gewünscht wird und sein eigenes Ding macht. Ich vermute, das passiert ständig irgendwo.

      Die Frage ist jetzt nur, ob tatsächlich der lebensbedrohliche Zustand deiner Mutter darauf zurückzuführen war, dass der Richter, Sozialarbeiter und Rechtspfleger die Situation unterschätzt haben. Es ist zudem recht ungewöhlich, dass solch ein personelles Aufgebot erfolgte und erforderlich war. Das alleine gibt schon zu denken. Normal ist das nicht. Das heißt, es ist für die Zukunft nochmals genauer hinzuschauen, wie der Richter und das Gericht 'tickt', damit solch ein Unverständnis und Missverständnis vermieden werden kann. Was braucht das Gericht denn noch, wenn sich der Arzt für eine Neueinstellung ausspricht? Was befürchtet das Gericht an verstecktem Motiv? Was unterstellt das Gericht? Wie können die Zweifel des Gerichts ausgeräumt werden? Was halten sie von dir und deinen Fähigkeiten und Motiven?

      Es kann natürlich durchaus sein, dass die samt und sonders nur bräsig waren und sich schlicht gar nichts gedacht haben. Es kann aber auch sein, dass es ein Lattenzaun ist, mit dem die gewedelt haben. Nachtigall ick hör dir tapsen. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.
      In diesem Sinn sei auf der Hut und vergewissere dich. Besser einmal mehr fragen, als einmal zuwenig.
      Viel Erfolg
      Heinz