Meine Mutter hat ein Vermögen verliehen, was kann ich machen?

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    • Hallo,

      ich habe gestern von Mitbewohnern (einem Ehepaar im Haus, die sich jetzt etwas verstärkt um meine Mutter kümmert), erfahren, dass sie angeblich beim Rechtsanwalt war und dieser ihr versichert habe, dass sie noch "ganz klar im Kopf" wäre und wenn der Gutachter kommt, dann solle sie ihn zu ihm schicken.

      Sie wird also, sollte diese Info stimmen, anwaltlich dagegen vorgehen.

      Viele Grüße
      anna-bella
    • hallo Anna-Bella,

      sowas kommt in den besten Familien vor zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2011-10/bettencourt-vormund

      aber abgesehen davon, kann ein Anwalt das nicht bescheinigen, es sei denn, er ist Notar. Die können einen sog. Anscheinsvermutung äußern. Das Gegenteil lässt sich jedoch recht fix erbringen. Anwälte können viel behaupten. Ist ja auch ihr Job, so zutun, als könnten sie alles und hätten von allem Ahnung. Fakt ist, die Geschäftsfähigkeit können ausschließlich Humanmediziner feststellen, also bestätigen oder verneinen. Das können somit wohl die Psychiater, aber nicht die Psychologen, weil die keine Humanmediziner sind, auch nicht Psychotherapeuten, wohl aber Neurologen und sogar Hausärzte.

      Also ist auf das Gerede des Anwalts nicht viel zu geben. Schön, wenn sich deine Mutter darauf verlässt. Das Gericht wird dann einen Gutachter beauftragen und sollte sich deine Mutter weigern, sich mit dem zu unterhalten, wird das Gericht eine zwangsweise Untersuchung anordnen, notfalls mit dem Ordnungsdienst und einem Notarzt sie mal eben in die Psychiatrie zur Untersuchung bringen und je mehr sie sich dagegen wehrt, desto eher bestätigt sie damit die Annahme, dass sie eben behandlungs und betreuungsbedürftig ist.

      So schlimm muss es nicht kommen. Mitunter wird auch das Gericht die Betreuung per Aktenlage nach Auskunft des Hausarztes vorläufig anordnen. Dann hat ein Betreuer oder eine Betreuerin 6 Monate Zeit, entweder die Geschäftsfähigkeit feststellen zu lassen oder aber findet die Geschäftsunfähigkeit bestätigt.

      Im Übrigen haben Anwälte oftmals recht wenig Ahnung von Betreuungsrecht, es sei denn, sie führen selber Betreuungen. Dann wissen sie aus eigener Erfahrung, wie der Hase läuft. Ansonsten sind Anwälte oftmals mit der Materie ebenso viel oder wenig vertraut, wie ein Fliesenleger mit der Elektrik.

      Also alles auf die zukommen lassen und am besten alle Vorkommnisse kurz und knapp dem Gericht zur Kenntnis zu bringen, per Fax reicht. Je mehr Infos das Gericht hat, desto schlechter bestellt sind die Chancen deiner Mutter.

      In diesem Sinn viel Erfolg
      Heinz
    • Hallo Heinz,

      danke für Deine Einschätzung. Ich bin mir nicht mal sicher, dass sie tatsächlich beim Anwalt war (würde mich sehr wundern, dass sie so schnell einen Termin gemacht hat - das passt gar nicht zu ihr). Vermutlich wollte sie damit ein bißchen "auftrumpfen".

      Und außerdem hätte es mich auch gewundert, dass ein Anwalt so etwas (evtl. nicht vorhandene Demenz etc.) bescheinigen kann.

      Lieber Heinz, nochmals Danke für Deine Informationen. Ich verabschiede mich jetzt in den (wohlverdienten) Urlaub. Meine Nerven lagen in den letzten Wochen und Monaten blank. Ich hoffe, dass ich mich jetzt etwas regenerieren kann.

      Viele Grüße
      anna-bella