und jetzt?

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    • hallo Anja,

      dann ist ja gut, dass das Gericht von deinem Engagement weiß und es weiß zu würdigen. Damit hast du ja den Kontakt, der dich vor möglichen Unannehmlichkeiten bewahrt. Aber als Jurist lautet meine Devise, man kann gar nicht so dumm denken, wie es kommen kann oder wie der bergisch-westfälische meint, ein Pferd schon vor der Apotheke kotzen gesehen zu haben.

      Es kam schon manch anderer trotz viel Herzblut und Idealismus in die Bredouille. Was ich meinte war, dass bei einer solch groben Fahrlässigkeit dein Betreuter oder Angehörige das Geschehen hinterfragen und nach Verantwortlichkeiten suchen. Da ist es gut, wenn du aus der Schusslinie bist. Andererseits kann schnell von dir erwartet werden, für den Betreuten den Rechte, wie Schmerzensgeld oder dgl. wahrzunehmen. Allein die Krankenkassen haben mitunter Fragebögen, worin recherchiert wird, wer was getan oder unterlassen hat, um vermeidbare Behandlungskosten wieder reinzuholen. Aber wohlmöglich wird es außer viel Palaver nichts geben. Aber so wie du das Geschehen geschildert hast, wurde m.E. schon mit dem Leben deines Betreuten gespielt. Schlimm.

      Ich hoffe und wünsche dir, dass du vorort einige hast, mit denen du dich austauschen und deinen Frust und Ärger verarbeiten kannst. Psychohygiene ist hier das Stichwort. In diesem Sinn weiterhin viel Erfolg
      Heinz
    • Wie?
      Ich habe mich immer um seinen Gesundheit bemüht und nach Termin gefragt und Ergebnissen. Am Ostermontag wurde ich gezielt angelogen. Hab ich ja selbst aufgedeckt. Ich steh täglich im Krankenhaus rede mit Ärzten teile Informationen der Gruppenleitung mit. Regelmäßig besuche ich ihn oder wir gehen weg. Das Gericht hat bestätigt, dass dies alles weit über den Rahmen einer Betreuung hinaus geht. Ich bin sehr unbequem und habe schon einmal den Kampf aufgenommen und die Essensportionen auf der Gruppe vergrößern lassen. Ich vertrete die Interessen sehr genau und deshalb werden mit Steine in den Weg gelegt.

      Das ist nur auf dieser Gruppe so, nicht in den anderen Gruppen. Dort habe ich auch Betreute.
    • hallo Anja,

      dann ist ja gut. Trotzdem ist die Angelegenheit brisant. Die gesundheitliche Fürsorge ist dem Heim und der Gruppenleitung anheim gestellt, also anvertraut. Ich würde mir auch bei der zuständigen Rechtspflegerin beim Betreuungsgericht einen Termin für ein Gespräch geben lassen und mit ihr die Angelegenheit durchsprechen. Sollte nämlich dein Betreuter durch die Nachlässigkeit Schaden erleiden und du nicht dessen Ansprüche gegen das Heim bzw. die Gruppenleitung gestellt haben, könnte wohlmöglich dein Betreuter dich in Regress nehmen. Das wird er nicht selber tun sondern, wenn das Gericht erkennt, dass du nicht hinreichend die Interessen des Betreuten vertreten hast, bekommt dein Betreuter einen Ergänzungsbetreuer, der für den Betreuten deine Arbeit bzw. dein Unterlassen prüft und dem Gericht Rechenschaft legt. Ich wäre an deiner Stelle sehr vorsichtig. Da kann schnell was anbrennen.

      Hat deine Betreuter Angehörige und Erbberechtigte? Auch wenn bei deinem Betreuten nichts zu erben ist, also kein Vermögen, so aber Ansprüche. Bekäme dein Betreuter gegen dich einen Schadenersatzanspruch, weil du der Heimleitung oder Gruppenleitung nicht hinreichend nahegetreten bist und nicht die Rechte deines Betreuten wahrgenommen hast, könnten Erben, sofern dein Betreuter infolge von Prostatakrebs verstirbt, dich in Anspruch nehmen. Also pass auf.

      In diesem Sinn Holzauge sei wachsam.
      Heinz
    • hallo Anja,

      das ist aber harter Tobak. Ich hätte an deiner Stelle aber auch ein Problem. Schließlich ist es ja ein Mitarbeiter desselben Arbeitgebers. Also diesselbe Mitarbeitervertretung, derselbe Vorstand und und und. Das Problem liegt somit auf mehreren völlig unterschiedlichen Ebenen:

      zum einen auf der Ebene deines Betreuten gegenüber der Gruppenleitung. Da liegt wohl offensichtlich eine Pflichtverletzung vor. Wohlmöglich eine Vernachlässigung. Dein Betreuter hat also einen Schadenersatzanspruch gegen die Gruppenleitung und somit auch gegen euren Arbeitgeber.

      Sodann liegt das Problem auf der Ebene zwischen dir und der Gruppenleitung. Ich würde da an eine Mediation oder Supervision oder auch eine Aussprache mit den Fachbereichsleitern denken, also du und dein Chef bzw. Cheffin mit der Gruppenleitung und deren Chef/fin über das was vorgefallen ist, wie es zu beurteilen ist und wie dergleichen in Zukunft vermieden werden kann.

      Und dann liegt das Problem noch auf der Ebene der Betreuung: heißt, du bist die rechtliche Vertreterin des Mannes und nimmst dessen Interessen gegenüber allen wahr, gegen die er einen Anspruch hat. Und da hast du ein Problem, nämlich einen Interessenkonflikt. Im extremen Fall müsstest du im Namen deines Betreuten gegen deinen Arbeitgeber resp. gegen die Gruppenleitung eine Klage auf Schadenersatz und Schmerzensgeld stellen. Andererseits hast du auch eine gewisse Loyalität gegenü ber deinem Arbeitgeber zu wahren und Schaden von ihm abzuwenden. Also eigentlich dürftest du aus arbeitsrechtlicher Sicht für deinn Betreuten keine Klage gegen deinen Arbeitgeber stellen.

      Ich an deiner Stelle würde mir ganz fix anwaltlichen Rat suchen und zwar im Bereich Arbeitsrecht. oder würde mich an die personalvertretung wenden oder an die Gwerkschaft, wenn du denn organisiert bist. Jedenfalls würde ich ganz behutsam taktieren. Denn gegebenenfalls hast du wegen dieser Geschichte deine Kündigung, auch wenn der Missstand beklagenswert war. Ich erinnere an den Prozess der Altenpflegerin im vergangenen Jahr, die bis zum Europäischen Gerichtshof ging, weil ihr Arbeitgeber sie gekündigt hatte, als sie auf unerträgliche Missstände in einem Altenheim, wo sie arbeitete mehrfach hingewiesen hatte und schließlich den Arbeitgeber für die Bewohner wegen Vernachlässigung und Körperverletzung angezeigt hatte.

      In diesem Sinn agiere umsichtig und vorsichtig, aber hab viel Erfolg.
      Heinz
    • Ich betreue einen geistig behinderten Mann, 59 und blind. Er benötigt Hilfestellung Unterstützung und Anleitung in den alltäglichen Dingen. Er muss braucht viel Unterstützung beim Waschen und Duschen. Ankleiden kann er sich, wenn ihm alles gereicht wir, alleine. D.h. er steht 2 mal am Tag nackt vor den MA. Wäre dies in diesem Fall nicht so wichtig, würde ich es nicht extra betonen. Am Ostersonntag wurde mir von vermehrter Inkontinenz berichtet. Auf meine Nachfrage, ob mit der Prostata alles in Ordnung sei, wurde mir versichert(Gruppenleitung) alles sei "Bestens". 2 Wochen später, an einem Montag, erreicht mich früh ein Anruf, dass der Hoden des betreuten stark angeschwollen ist, und sie nun ins Klinikum fahren. Zitat einer MAin: Sah am Wochenende schon komisch aus!" Er wurde mit akuter Hodenentzündung stationär aufgenommen und die Prostata sei extremvergrößert und störe den Harnabfluss. Ich fiel aus allen Wolken. Die Ärzte waren sehr ungehalten, dass erst jetzt gehandelt wurde. 3 Tage später wurde eine Op angesetzt die klären sollte was fall ist. Mir wurde von der Gruppenleitung berichtet , dass nur eine Gewebeprobe entnommen wurde. Die Prostataop war für Mai angesetzt. Die komplette Entfernung der Hoden wurde mir von der Gruppenleitung verschwiegen Am Montag dieser Woche bekam ich erneut einen Anruf, dass mein Betreuter wieder sofort ins Klinikum muss, da sich der Hoden erneut entzündet hätte. Ich sollte mich dringend wegen der Unterschriften melden. 2 h später war ich im Klinikum und erfuhr erst dort, dass es keine Hoden mehr gab und sich ein Abszess gebildet hatte. Zusätzlich muss die Prostataop sofort statt finden. Heute wurde er erneut operiert, da die Prostata so groß war, dass sie nicht auf einmal operiert werden konnte. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass mein Betreuter seit 2007 nicht mehr in Urologischer Behandlung war und auch beim Hausarzt nicht deswegen behandelt wurde. Ich habe die Gruppenleitung darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie mir ins Gesicht gelogen hat und sie meinte nur, dass sie die Frage falsch verstanden hätte. Sie dachte, so weit sie es beurteilen könnte!?. Meinem Betreuten hätte man viel Leid ersparen können, hätt man richtig gehandelt. . Mit der Gruppenleitung hatte ich schon öfters Probleme. Sie haben mich auch schon mal bei Gericht wegen Veruntreuung angezeigt und andere Dinge. Das Gericht hat mir immer einwandfrei Arbeit bescheinigt und hielt mich für sehr kompetent. Etwas ähnliches ist vor 2 Jahren passiert, als niemand eine Schleimbeutelentzündung im Ellenbogen feststellte, obwohl der Arm offen eiterte und er wie schon geschrieben 2 mal am Tag nackt vor den MA steht.

      Ich habe bereits erreicht, dass 1 Ma beurlaubt wurde und Abmahnungen ausgesprochen wurden. Trotzdem ändert sich das Verhalten nicht und ich wurde erneut angelogen.

      Was kann ich noch tun?

      Ich möchte außerdem noch feststellen, dass meine Betreuten auf anderen Gruppen sehr gut versorgt werden und dieses Verhalten nur auf eine Gruppe geschieht und nicht für das komplette Wohnheim steht.

      Vielen Dank

      Anja