Weigerung Arztbesuch bei Diabetes

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Weigerung Arztbesuch bei Diabetes

      Hallo,

      ich bin letzte Woche zum Betreuer meines Vaters bestellt worden (Gesundheitsfürsorge und Aufenthaltsbestimmung). Nun benötige ich Hilfe.

      Zum Hintergrund:

      Mein Vater (74 Jahre) ist Anfang März mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gekommen, da er nicht mehr ansprechbar im Bett lag.
      Es wurde Diabetes und ein Problem mit der Prostata festgestellt. Es erfolge dann eine OP und er wurde auf Insulin eingestellt.

      Nachdem es ihm wieder besser ging, ist er vom Krankenhaus weggelaufen. Wir haben ihn dann gefunden und zum Krankenhaus zurück
      gefahren. Da er sich hier geweigert hat auszusteigen, wurde er auf eigene Gefahr entlassen. Einen Tag später musste er aufgrund großer Schmerzen wieder ins Krankenhaus. Jedoch habe ich ihn diesmal in ein anderes gefahren. Die Ärzte dort teilten mit, dass er nochmals operiert werden muss, und da er einen verwirrten Eindruck macht ist es notwendig einen Betreuer zu bestellen, welcher dann die Einwilligung zur OP gibt. So wurde ich im Eilverfahren zum Betreuer bestellt. Nun ist es so, dass er am Dienstag entlassen wurde und bezüglich seines Diabetes umgehend zum Hausarzt sollte, damit dieser eine Verordnung ausstellt, damit ein Pflegedienst ihm zuhause Insulin
      spritzt und den Blutzucker überwacht.

      Nun ist es so, dass er sich weiger, zum Hausarzt zu gehen (mit mir zusammen und auch alleine). Ich habe Ihm die letzten zwei Tage abends die Einheiten gespritzt ,welche er auch abends im Krankenhaus erhalten hat. Jedoch kann ich dies natürlich nicht ohne ärztliche Anweisung/Überwachung einfach weiterführen, da sich ja auch seine Ernährung ändert.

      Erschwerend hinzu kommt noch, dass mein Vater immer wieder Phasen hat, in denen er sich falsche Sachverhalte einbildet (Die CDU ist daran schuld, dass er operiert wurde/ Diabetes hat er nur weil meine Mutter ihn vergiftet hat etc.) In diesen Phasen ist er auch aggressiv und es kommt auch zu Gewaltausbrüchen.

      Welches Vorgehen würdet Ihr mir hier empfehlen?
    • hallo C20LET ,

      willkommen auf diesen seiten . und einen schönen und interssanten austausch dir wünsche.

      hm, ich hatte erst gedacht, als ich ich deinen text las: "rede mit ihm und mal sehen, was er dir alles sagt, warum er dies und das nich will oder so reagiert .. ", anderseits als ich dann weiter las und und das ende gelesen hatte... kamen mir leichte zweifel auf, ob das sinn macht.. anscheinend versteht er nich, oder bzw anders ausdregrdückt.. : hmm, vielleicht ist er unsicher, panisch, ängstlich .. und reagiert deswegen so ?
      was haben die ärzte noch alles gesgat, was man machen könnte?? du bist nun zum betreuer im eilverfahren bestellt wurden. schon mal was.
      gibt es andere verwadnte noch, die helfen könnten? und wie sieht es aus mit einem pflegdienst beautragen? dass könntest du ja in jedem fall dann nun auch tun.

      erstmal

      viele grüße mondstaub
      versuche das ignorieren dejnigen, die vorehr gut zu dir waren, zu vergessen,auch wenns wehtut, aufgrudn der verletzung des vorigesn vertrauens, das nchit wert und schmerzt um so mehr, dessen niveou!menschen sind die schlimmeren kreaturen, ncih die tiere. bitte leute macht euch ein eigenes bild von jemanden, und und nich durch andere was euch gesgat wird! :verysad:
    • hallo C2Olet,

      auch ich heiße dich herzlich willkommen hier im Forum und danke dir für deine Anfrage. Nun ist dein Vater erst oder schon 74. Das Alter sagt erst einmal nicht viel. Andererseits zeigt er deutliche Hinweise aus Demenz - Verwirrtheit, Aggressivität, unlogische Verknüpfungen und dgl mehr.

      Du bist nun seine Betreuerin in Fragen der Gesundheit und Aufenthalt. Eigentlich hätte das Gericht, also Rechtspflegerin oder Rechtspfleger dir ein paar Tipps geben können. Du kannst dir aber auch Hilfe bei örtlichen Betreuungsvereinen holen. Die kennen solche Probleme und Personen mit beginnender Dement zur Genüge.

      Bei meinem Vater war es ähnlich, statt Diabetis versagte das Herz und statt der Demenz hatte er mehrere Gehirntumore. Auch wir hatten reichltich mit den Ärzten zu bereden.

      Für dich besteht nun in mehrererlei Hinsicht gewisse Schwierigkeiten oder Herausforderungen: zum einen bist du seine Tochter. Und das Tochter Vater Verhältnis ist nun mal nicht ein übliches Betreuer und Betreuten Verhältnis. Schließlich hat er dich ja groß gezogen oder so. Und nun musst du ihm Anweisungen geben, was er zu tun und zu lassen hat. Er wird mehr und mehr ein Kind. Und du musst dich in der Rolle des Sorgeberechtigten wiederfinden. Das ist nicht einfach.

      Zudem bist du vom Gericht bestellt. Du hast also Pflichten und musst dich gegenüber dem Gericht rechtfertigen. So z.B. wenn du deinen Vater einweisen würdest. Die Frage ist nun, welche Pflege und gesundheitliche, medizinische Versorgung lässt er zu? Weigert er sich und gefährdet er sich dadurch selbst, bist du gegenüber deinem Vater wie auch gegenüber dem Gericht verpflichtet, die medizinische Versorgung sicher zu stellen notfalls mit Amtsarzt und Krankenwagen ins Krankenhaus bringen. Und dort erteilst du die Anweisung, dass alles was er sagt, will oder lässt irrelevant ist und die Ärzte erst mit dir Rücksprache halten müssen. Heißt, auch wenn er es wollte, dürfen sie ihn nicht entlassen. Nlotfalls muss er geschlossen untergebracht und zwangsweise behandelt werden. Das hört sich dramatisch an, ist es aber nicht. Aber das Betreuungsgericht muss du dann auch benachrichtigen, damit die dann auch einen Blick drauf werfen und mit deinem Vater sprechen, ob denn die Behandlung wirklich erforderlich ist oder nicht.

      Es gibt einen Graubereich zwischen der Selbstbestimmung und auch das Recht, eine Behandlung zu verweigern und sich nicht behandeln zu lassen. Das dürfen jedoch nur die, die im Vollbesitz der geistigen Kräfte sind und wissen, was sie tun. Dein Vater in der beginnenden Demenz kann das nicht mehr. Er ist nicht mehr geschäftsfähig, auch wenn das noch nicht schriftlich bestätigt wurde. Gleichwohl darfst du und musst du ihn hier und dort dann und wann so behandeln. Mit Dementen umzugehen und erst Recht mit Elternteilen ist eine große Herausforderung. Ich kann dir nur empfehlen, dich mit anderen auszutauschen (Selbsthilfegruppe oder dgl.) die ähnliche Schwierigkeiten haben.

      Ich werde wohlmöglich alsbald bei meiner Mutter vor derselben Schwierigkeit stehen. Noch ist sie mit 75 recht rüstig, doch manchmal vernachlässigt sie ihre Gesundheit auch grob fahrlässig. Wann dann der Moment ist, wo das Recht zu bestimmen und anzuordnen greift, ist schwer zu sagen. Ich denke, du wirst ein gutes Gefühl dafür entwickeln, wo und wann du auf die Wünsche deines Vater eingehen kannst und willst und wann du sie schlicht durch deine Vorstellungen und Anweisungen ersetzt.

      Wie gesagt, es gibt in deiner Stadt auch eine Pflegeberatung und Betrreuungsvereine. Tausche dich mit dem Pflegedienst un ddem Arzt deines Vaters aus und frage auch die zuständige Rechtspflegerin beim Betreuungsgericht. Fragen kostet nichts und du wirst sehen, viele haben unterschiedliche Ansichten und Meinungen. Doch aus der Vielzahl bildest du dir deine eigene. Und dein Wort und deine Anweisung gilt. Auch gegenüber dem Gericht.

      Ich wünsche dir viel Kraft und Erfolg und viele verständnisvolle Menschen in deiner Umgebung.
      besten Gruß
      Heinz