Betreuer überweist rechnungen vom Taschengeldkonto

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  • Betreuer überweist rechnungen vom Taschengeldkonto

    Hallo,

    Der berteuer meiner frau verspricht geld von ihrem girokonto auf ihr taschengeldkonto per dauerauftrag zu überweisen und tut dieses nicht, sondern will von dem ungedeckten konto überweisungen in auftrag geben

    da sie aber nur etwa die hälfte ihres monatlichen einkommens ausgezahlt bekommt und genug geld auf dem girokonto übrig bleibt versteh ich nicht warum diese überweisungen gerade über das taschengeldkonto laufen sollen, da sie ja eigentlich dort nur geld für nahrungsmittel darauf überwiesen bekommt, wenn der betreuer überhaupt etwas überweist

    die bank stellt sich stur, da die überweisung vom betreuer unterschrieben wurde

    darf der betreuer überhaupt geld vom taschengeldkonto überweisen, wenn er doch monatlich mehrere hundert euro auf dem girokonto einbehält
  • hallo Sebbl,

    gehe ich recht in der Annahme, dass deine Frau keinen Einwilligungsvorbehalt hat, also weiterhin voll geschäftsfähig ist? Dann darf das Geldinstitut deiner Frau und dir als ihr Ehemann und Bevollmächtigter nichts verweigern weder Kontoauszüge noch Transaktionen und es ist völlig egal, was der Betreuer sagt oder tut oder mit dem Geldinstitut verkaspert hat. Aber das halt nur, sofern deine Frau voll geschäftsfähig ist. Ansonsten sieht es völlig anders aus.

    Vom Taschengeld Konto sollen eigentlich keine regelmäßigen Überweisungen ergehen. Deshalb heißt es ja auch Taschengeldkonto und die eigentlichen Abbuchungen ergehen vom regulären Girokonto. Wenn es euch nicht passt, ändert es. Sollte die Bank sich weigern, droht ihr damit, das Konto aufzulösen und zu einem anderen Geldinstitut zu gehen. Auch das ist euch unbenommen.

    Viel Erfolg
    Heinz
  • Hallo Heinz

    Sie hat ja einen einwilligungsvorbehalt

    und jede änderung soll über dem betreuer laufen und der betreuer überweist rechnungen vom taschengeldkonto wo eigentlich ja das geld drauf gehen soll über welches sie selbst verfügen darf

    vorher bekam sie das geld direckt vom betreuer und da kann er doch auch nicht zurückverlangen was er ausgezahlt hat um davon rechnungen zu bezahlen, obwohl ihr girokonto ja auch gedeckt sein sollte ( bei 300 € die er da monatlich zurück hält)

    somal wir nicht mal in kenntnis gesetzt werden das geld vom taschengeldkonto aus überwiesen werden soll, und erst gar nicht wofür die überweisungen sind

    muss das gericht nachprüfen welche kosten von welchem konto gezahlt wurden?
  • hallo Sebbl,

    sorry, ich hatte es nicht im Blick, dass deine Frau den EV hat. Das ändert natürlich die Angelegenheit grundlegend.

    Was aber das Taschengeldkonto und die Überweisungen angeht ist der EV eher unbedeutend. Nun schreibst du, dass Gelder auf das Taschengeld Konto überwiesen wurden, wovon dann Überweisungen, die vom Girokonto hätten erfolgen sollen, getätigt wurden und ihr nicht einmal wisst, wofür.

    Das passiert leider schon mal, also sowohl, dass Betreute von den Aktivitäten des Betreuers nicht informiert werden und auch Buchungen vom Taschengeldkonto. Es kann nämlich sein, dass eine Nachforderung oder sonstige Verbindlichkeit auftauchte, die der Betreuer nicht wusste oder nicht vorhersehen konnte oder auch nur übersehen hat und das Girokonto war bereits leer, aber auf dem Taschengeld Konto war noch was. Da deine Frau so oder so die Verbindlichkeit hätte zahlen müssen, ist es einerlei. Besser wäre es gewesen, wenn der Betreuer mit dem Begleichen der Verbindlichkeit bis zum nächsten Monat gewartet hätte, um mit neuem Geld, vermutlich Hartz oder AlG oder Sozialhilfe dann die Forderung beglichen hätte und dann das, vermutlich verminderte Taschengeld auf das Taschengeld Konto überwiesen hätte. Aber vermutlich ist die Überweisung aufs Taschengeld keine Einzelüberweisung mehr, sondern ein Dauerauftrag. Somit hätte er dann im nächsten Monat vom Taschengeldkonto den Betrag wieder zurückbuchen müssen oder aber auch direkt an den Gläubiger.

    Wie gesagt, sowas kommt vor, insb bei Nachforderungen von Stromanbietern, wo die Abschläge zu gering taxiert waren. Und da die Nachforderung, anders als bei Stadtwerken, und auch dort nur begrenzt das Jobcenter übernimmt, muss die Nachforderung vom Stromlieferanten der Kunde selbst bezahlen von seiner Stütze.

    Nun kommt aber noch ein anderer Aspekt in Betracht nämlich eure Ehe. Ihr werdet nun nicht nur als Haushalts- und Bedarfgemeinschaft vom Jobcenter betrachtet, was vermutlich auch schon vor eurer Heirat der Fall war, sondern ihr seid nun eine Unterhaltsgemeinschaft. Heißt dass du für deine Frau unterhaltpflichtig bist wie aber auch verpflichtet bist, für deren Verbindlichkeiten aufzukommen. Demzufolge kannst du die finanziellen Angelegenheiten deiner Frau auch ganz an dich ziehen, deren Konto trockenlegen, alle Buchungen auf dein Konto umleiten und den Betreuer arbeitslos machen. Dagegen kann auch das Geldinstitut nichts einwenden.

    Den Behörden also Jobcenter teilst du mit, dass die Stütze zukünftig nicht mehr auf das Konto deiner Frau, sondern auf dein Konto oder euer gemeinsames Konto überwiesen werden. Und wenn dann über das Girokonto deiner Frau nichts mehr abgewickelt wird, kann zwar der Betreuer auch kein Taschengeld mehr auf das Taschengeld Konto deiner Frau überweisen, aber auch keine Überweisungen mehr tätigen.

    Solltet ihr also auch du aber weiterhin die Unterstütung des Betreuers benötigen, auch wenn sie manchmal nicht oder schwer nachvollziehbar ist, weil er euch nicht informierte, dann lasst es einfach wie es ist. Müsst ihr wissen. Und letztlich bist du als ihr Ehemann auch verantwortlich für deine Frau.

    In diesem Sinn gutes Gelingen
    Heinz
  • hallo Sebbl,

    dass die Behörden nicht auf jeden Floh anspringen ist auch ein gutes Zeichen. Hast du, als du dich an sie gewandt hast, denen eine Kopie eurer Heiratsurkunde auch zukommen lassen?

    Dann würde ich an deiner Stelle wiefolgt vorgehen und ein Schreiben an den Betreuer aufsetzen mit der Bitte, die gewünschten Änderungen bis zum.... maximal 3 Wochen zu veranlassen. Ich würde tatsächlich ein konkretes Datum nennen und andeuten, sollte er es unterlassen, dass du die Angelegenheit einem Anwalt übergibst. In diesem Schreiben würde ich unter meiner Unterschrift auflisten, an wen die Kopie des Schreibens geht, also eben an die Behörden und ans Gericht. Und dann würde ich eben die Kopie dieses Schreibens an den Betreuer den Stellen zusenden mit dem Vermerk zur Kenntnisnahme.

    Das hat die Bedeutung, dass du Transparenz schaffst und die Beteiligten wissen, wie sich der Fall gestaltet, dass du den Betreuer deiner Frau konkret zu bestimmten Schritten aufforderst. Sollte er es nicht in der vorgegebenen Zeit tun, kannst du ihm ja nochmal eine Nachfrist von einer Woche geben. Dann würde ich die Angelegnheit tatsächlich einem Anwalt geben, der sich im sozialen Bereich tummelt. Ich denke, der wird dann den Behörden und Beteiligten dann schon recht deutlich und hoffentlich nachdrücklich auf die gesetzlichen Bestimmungen hinweisen.

    Es kann allerdings auch sein, dass das Gericht dir die Betreuung deiner Frau nicht zutraut, dass wohlmögliche Dinge zu regeln sind, für die ein Fachwissen schon erforderlich ist. Solltest du oder ihr dahingehend Unterstützung brauchen, dann würde ich mich an deiner Stelle an einen sozialen Anbieter wie Caritas, Diakonie, SKFM, AWO oder dgl. was ihr in eurer Stadt so habt, wenden, wo ihr integrative Hilfe in Form von betreutem Wohnen bekommen könnt. Das würde eine gesetzliche Betreuung
    auch erübrigen.

    In diesem Sinn viel Erfolg.
    Heinz