anteilige Bestattungskosten von betreuten Schwester

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    • anteilige Bestattungskosten von betreuten Schwester

      vom Beitrag Grüß Gott in die Runde übernommen.

      hallo Liebschwersterlein,

      also hab ich dich da richtig verstanden, dass du eine finanzielle Entlastung von der Betreuerin oder dem Betreuer deiner Schwester beantragt hast? Es las sich so. Wenn dem so ist, so wird der oder die BetreuerIn sicherlich dir auch eine Begründung gegeben haben. Nun ist deine Anfrage aus mehreren Gesichtspunkten recht interessant, nämlich die Pflicht der Angehörigen für die Bestattung zu sorgen. Da ein Elternteil verstorben ist, stellt sich die Frage, was ist mit dem anderen Elternteil und in wie weit ist sie oder er in der Lage, die Bestattung zu finanzieren.

      Neben dem ordnungsrechtlichen Aspekt der Bestattung kommen noch Aspekte der Erbschaft und des Unterhalts in Betracht. Leider kann ich nur spekulieren und du wirst wissen, wie es sich verhält. Es kann also sein, dass der andere Elternteil schon verstorben ist oder eine Ehe aufgelöst wurde oder gar nicht bestannd. Dann sind natürlich die Nachkommen für die Bestattung verantwortlich. Und dann stellt sich die Frage, wer kann die Belastung stämmen. Vorab stellt sich aber auch die Frage, welche Form der Bestattung, denn eine Urnenbeisetzung ist preiswerter als eine Sargbestattung. Bei den Friedhofsgebühren und der Verpflichtungen stellt sich die Frage, ob sich nicht eine Beisetzung im Friedwald letztlich günstiger ist.

      Nun nehme ich an, dass die Bestattung schon geschehen ist und du die Gesamtkosten oder einen großen Teil getragen hast. Nun stellt sich die Frage, welche Ansprüche du gegenüber deiner Schwester hast. Da die Kinder gleichenmaßen verpflichtet sind, entsteht eine Schuldnergemeinschaft. Das heißt, die Hälfte, wenn der Ehepartner nicht mehr vorhanden oder nicht leistungsfähig ist, würde deine Schwester die Hälfte der Kosten tragen, wenn sie finanziell dazu in der Lage ist. Darüber kann die Betreuerin oder ihr Betreuer dir Auskunft geben oder aber auch das Gericht. Solltest du Grund zur Annahme haben, dass deine Schwester sich finanziell gut steht und ihren Beitrag leisten kann, aber ihre Betreuerin oder ihr Betreuer sich schützend vor sie stellt, so würde ich das Gericht anrufen und um eine richterliche Klärung bitten. Du wirst wohl kaum deine Schwester auf Zahlung ihres Anteils verklagen wollen. Wohlmöglich wäre auch deine Schwester zur Zahlung bereit, aber nicht der Betreuer oder Betreuerin. Die kannst du aber nicht verklagen, da die nicht die richtige Beklagte wären, sondern nur die Finanzen deiner Schwester verwalten.

      Also muss die Betreuerin/der Betreuer vom Betreuungsgericht die Auflage bekommen, für deine Schwester aus deren Vermögen dir den Anteil der Kosten zu überweisen. Also musst du das Gericht von der Richtigkeit deines Anspruchs überzeugen und zum Tun oder zu einem Beschluss bewegen. Sollte sich das Gericht der Sache nicht annehmen, da die sich aus der Angelegenheit heraushalten wollen, wirst du wohl nicht umhinkommen, einen Anwalt oder eine Anwältin einzuschalten, dem dem Gericht entsprechend zusetzt und möglicherweise eine Beschwerde an den Präsidenten des Gerichts schreibt, damit die sich der Angelegenheit entsprechend annehmen.

      Du siehst, so einfach ist die Angelegenheit nicht, aber auch nicht völlig aussichtslos. Ich wünsche dir viel Erfolg und gute Unterstützung.
      herzlich Heinz
    • Hallo Heinz,

      zuerst einmal herzlichen Dank für deine sehr ausführlichen Zeilen! Man merkt, dass du Ahnung von der Marterie hast.

      Zu meinem speziellen Fall:
      Das andere Elternteil ist leider schon seit 20 Jahren tot. Die Bestattungskosten müssen von 4 Kindern getragen werden, wovon 2 das Erbe schon ausgeschlagen haben, da kein Vermögen sondern eher Schulden zu erwarten sind ("erwarten" - welch ironisches Wort).
      Die Betreuerin, von der ich geschrieben hatte, sprach von ergänzenden Sozialleistungen, welche das 3.Geschwisterteil erhält, und somit nicht in der finanziellen Lage ist, die Kosten mitzutragen. Das 4. Geschwisterteil ist zwar wahrscheinlich in der Lage, hat aber eine schlechte Zahlungsmoral, wie man so sagt...
      Das heißt, wir werden zu zweit aufkommen müssen.

      Ich werde es halt so nehmen, wie es kommt. Aber die ganze Sache behält einen faden Nachgeschmack.

      Ich finde auch sehr traurig, dass die Betreuerin des verstorbenen Elternteils, obwohl durch den Tod von der Betreuungspflicht befreit (oder beendet), nicht mal eine Kondolenzkarte schicken konnte. Oder ist das nicht üblich, wenn die zu betreuende Person verstarb? Da kenne ich mich ja nicht aus.

      Liebe Grüße aus dem südl. Teil des schönen Deutschland

      Liebschwesterlein
    • hallo Liebschwesterlein,

      ja doch, ein fahler Nachgeschmack. Aber die Betreuung endet mit dem Tod. Eine Beileidskarte würde nicht auf der Sachebene, sondern auf der Beziehungsebene verschickt und welche Beziehung hatte die Betreuerin zu den Angehörigen?

      Wer das Erbe nicht ausschlägt, erbt die Schulden und bleibt in der Verantwortung. Auch der Bestattungskosten. Sollte jedoch niemand zahlungsfähig oder -willig sein, so geht die Stadt ordnungsrechtlich in Vorleistung und holt sich das Geld bei den Leistungfähigen. Alle Nachkommen haben sich zu offenbaren. Und wer leisten kann und nicht will, wird die Macht der Kommune zu spüren bekommen. Sie hat alle Möglichkeiten, sich das Geld zu holen.

      Untereinander den Ausgleich zu bekommen, wird ungleich schwieriger. Wer will schon die Geschwister auf Zahlung des Anteils verklagen? Insofern ist der fahle Nachgeschmack ungleich stärker. In diesem Sinn viel Kraft zur Nachsicht und Großzügigkeit, nicht dass der Ärger und die Enttäuschung noch den Rest von Beziehung zerfrist.

      herzlich Heinz