was darf ein Betreuter beanspruchen?

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    • was darf ein Betreuter beanspruchen?

      ein neuer Thread. Und worin ist der Unterschied zu Rechte des Betreuten ?

      Rechte ist umfassender, also was darf ein Betreuter und was nicht. Natürlich nicht den Betreuer angreifen. Gar nicht zum Lachen. Ist mir schon passiert und zwar mit einem 15 cm langem Küchenmesser, weil ich dem Betreuten nicht genügend Geld für die Woche gab. Er bezog Sozialhilfe und verlangte von mir 300 € jedoch die Woche. Und das ging nicht. Und das sah er nicht ein. Danach war er dann für ein paar Wochen geschlossen untergebracht.

      Aber Ansprüche ist konkreter. Was darf ein Betreuter beanspruchen? Dass die Betreuung zu seinem Wohl geführt wird. Schrieb ich schon drüber- einfach mal Suchbegriff eingeben. Da finden sich dann schon einige Beiträge.

      Aber wie ich schon schrieb, ist das Wohl des Betreuten indiffernent. Da versteht der Betreute oftmals was anderes als der oder die BetreuerIn oder das Gericht. Doch die Bestimmungen der §§ 1896 BGB benennen die Ansprüche schon recht konkret. So dejure.org/gesetze/BGB/1896.html kann ein Betreuter verlangen, dass eine Betreuung nicht gegen seinen oder ihren Willen angeordnet wird. Dass das dann doch passiert, liegt an der Pflicht des Staates zu helfen. Dass die Hilfe manchmal dann doch keine ist, ist dann eine andere Problematik.

      Doch kann ein Betreuter auch verlangen, dass die Post erst zu ihm kommt. Sollte dann aber die Betreuung dadurch erschwert werden, dass die Post von Behörden oder Gläubigern nicht geöffnet oder dem Betreuer nicht gegeben wird, liegt es im Wohl des Betreuten, dass dann die Post direkt an den Betreuer geht.

      Nach § 1897 BGB darf niemand zum Betreuer bestellt werden, der in dem Heim, wo der Betreute lebt, angestellt ist. Auch kann ein Betreuter vorschlagen, von wem er oder sie betreut werden möchte. Sofern diese vorgeschlagene Person in der Lage ist - also sowohl zeitlich wie auch von den Fähigkeiten eine Betreuung zu führen - hat das Gericht dem Wunsch des Betreuten zu folgen.

      Nach § 1901 BGB ist die Betreuung zusammen mit dem Betreuten also in Absprache mit ihm oder ihr zu führen. Jetzt hat ein Betreuer oder eine Betreuerin natürlich noch andere Termine und kann sich nicht stets nach den zeitlichen Wünschen des Betreuten richten. Natürlich kann ein Betreuer nicht zur Unzeit kommen, also früh am Morgen oder spät abends. Andererseits kann ein Betreuter nicht stets damit rechnen, dass der oder die Betreuerin nur in den Nachmittagsstunden kommt, damit der Betreute morgens ausschlafen kann.

      Das heißt, die Betreuung zusammen mit dem Betreuten zu führen bedeutet folglich auch, dass ein Miteinander möglich ist. Natürlich liegt es nicht immer am Betreuten, wenns nicht klappt. Aber es liegt auch nicht immer an der bestimmenden Haltung des Betreuers. Wenn es nicht funktioniert, sollte man(n) genauer hinschauen, wer was von wem erwartet. Miteinander reden und zuhören und versuchen zu verstehen hat schon oft geholfen.

      Oft wird die Geschäftsfähigkeit von Betreuten bezweifelt. Nach Betreuungsrecht bleibt ein Betreuter, da volljährig, trotz der Betreuung geschäftsfähig. Die Geschäftsfähigkeit kann nach § 1903 BGB eingeschränkt werden, wenn eine ERHEBLICHE Gefahr besteht. Dass ein Betreuter Schulden macht oder mit dem Geld nicht auskommt und die Tafel in Anspruch nimmt oder Schwarz fährt, ist m.E. noch kein Grund für einen Einwilligungsvorbehalt.

      Interessant ist auch Abs. 3 der Vorschrift, wonach Angelegenheiten des täglichen Lebens vom Einwilligungsvorbehalt ausgenommen sind. Heißt, der Betreute darf trotz EV verlangen, Geld für das Alltägliche, also auch für Zigaretten und zur Not auch für die eine oder andere Flasche Bier zu bekommen. Dem oder der Betreuerin steht es nicht zu und ist auch nicht ihr Auftrag, den Betreuten zu erziehen. Betreuung hat nicht mit Pädagogik zutun, wenngleich es mitunter hilfreich ist, pädagogisch zu arbeiten.

      soviel fürs Erste.
      Heinz