erbe und beerdigung

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    • Vielen dank schon einmal für die schnelle antwort...das beruhigt mich doch ein wenig. ich war ja bereits beim zuständigen rechtspfleger, hab ihm die problematik mit dem sohn auch kurz geschildert, es machte auf mich allerdings den anschein, als würden solche sachen das gericht nicht unbedingt interessieren. meine angst dabei ist einfach, dass ich "eine auf den deckel" bekommen könnte, weil ich nicht weiß, was dem sohn vielleicht noch alles einfallen könnte um mich schlecht dastehen zu lassen. ich meine, ich bin noch sehr jung, beende bald mein studium und würde mich danach gerne als berufsbetreuerin betätigen. mit "negativen" einträgen wäre das womöglich kein guter einstieg.

      laut dem sohn gibt es kein testament. der rechtspfleger wollte aber nochmal beim nachlassgericht nachhören, ob das alles so seine richtigkeit hat. wenn dem so ist, hat der sohn auch nichts geerbt (er ist aus der ersten ehe meiner betreuten und war somit nur der stiefsohn des verstorbenen)...das bedeutet dann quasi, falls kein vermögen da ist, das der sohn die rechnungen für die bestellten sachen zahlen muss...er ist ja ein kaufvertrag zwischen ihm und dem beerdigungsinstitut zustande gekommen? sehe ich das richtig? und was genau hat es mit diesem ausgleichsanspruch auf sich?

      ich habe mir auch überlegt, das ganze einem rechtsanwalt zu übergeben, jedoch wollte ich erstmal abwarten, bis ich post vom nachlassgericht erhalte.

      Habe dem sohn noch eine mail zukommen lassen, dass aufgrund unserer unterschiedlichen ansichten zum thema ehrenamt ich nicht dazu verpflichtet bin, die unterlagen persönlich abzuholen, er sie mir jedoch gerne in kopie per post zukommen lassen kann :D

      ich muss vermutlich einfach noch lernen, dass ich mich nicht bei jedem rechtfertigen und freundlich sein muss, wenn mir gegenüber kein respekt gezeigt wird.

      DANKE nochmal!
    • hallo Lena,

      erst einmal meinen großen Respekt, dass du dich als Ehrenamtlerin mit der Problemaltik so engagiert auseinander setzt und tust, was du für richtig und notwendig erachtest. Das ist sehr viel. Sowohl für dich wie auch für deine Betreute und nicht zuletzt fürs Gericht. Schließlich machst du soetwas wie einen Spagat: du arbeitest mit viel Einsatz und Herzblut für die Betreute aber auch für das Gericht, das dich 'beauftragt'. Ich setzt das in Anführungsstriche, weil es verwirrend ist: die eigentliche Auftraggeberin ist deine Betreute und sonst niemand. Aber die Berechtigung und die Kontrolle erfährst du ausschließlich von Gericht. Ausschließlich meint, dass der Sohn deiner Betreuten nichts mit dir zutun hat. Wenn er was zu kamellen hat, möge er sich bitteschön ans Gericht wenden. Du brauchst dich erst einmal überhaupt nicht mit ihm abzugeben. Du bist ihm gegenüber zu nichts verpflichtet und schon gar nicht Rechenschaftspflichtig, sondern allein gegenüber dem Gericht. Das würde ich an deiner Stelle dem Sohn auch so mitteilen.

      Das zunächst vorausgeschickt. In der Sache selbst nimmst du allein die Belange deiner Betreuten war und zwar für sie, soweit sie oder du über die Umstände in Kenntnis gesetzt wurdest. Sodann gibt es aber auch auch die innerfamiliäre und die erbrechtlichtliche Komponente. Für die Bestattung sind die Angehörigen zuständig und zwar nach ihrer Leistungsfähigkeit. Da deine Betreute unvermögend ist, hätte sie die Bestattungskosten an das Ordnungsamt weitergeben können. Heißt, du, in Vertretung deiner Betreuten wärst verpflichtet gewesen, die Bedürftigkeit dem Ordnungsamt mitzuteilen und die Bestattung der Kommune, sprich der Stadt und dem Ordnungsamt zu überlassen. Aber da ist da noch der Sohn. Da er anscheinend in der finanziellen Lage war, die Bestattung zu finanzieren, ist es ausschließlich sein Part und seine Verpflichtung. Auch auf seine eigenen Kosten. Wenn er es nicht passt, mag er sich woanders ausweinen. Du musst dich nicht dem hingeben.

      Dann kommt noch die Frage der Erbschaft. Sollte das Erbe überschuldet sein, so bist du für deine Betreute verpflichtet, innerhalb der Frist das Erbe anstelle deiner Beetreuten auszuschlagen und das mit Genehmigung des Betreuungsgerichts. Sollte aber deine Betreute ein positives Vermögen erben und hat der Sohn nichts oder weniger geerbt, so stellt sich für dich, stellvertretend für deine Betreute die Frage, ob und in welcher Höhe er einen Ausgleichsanspruch gegen seine Mutter hat. Gegebenenfalls würde ich an deiner Stelle auf Kosten deiner Betreuten anwaltlichen Rat und Hilfe in Anspruch nehmen. Auf jeden Fall würde ich einen engen Kontakt mit der Rechtspflegerin beim Vormundschaftsgericht halten und mich vergewissern.

      Ich hoffe, ich konnte dir ein stückweit helfen.Solltest du noch weitere Fragen haben, so lass es mich wissen. Wohlmöglich kann ich dir zu einigen Aspekten noch einige Hinweise geben. Ich wünsche dir viel Gleichmut gegenüber den Sohn und seiner Polemik und viel Freude und Kraft in der Vertretung deiner Betreuten.
      Heinz
    • erbe und beerdigung

      hallo,

      ich bin zum einen neu in diesem forum und zum anderen führe ich zwei ehrenamtliche betreuungen, jedoch auch noch nicht allzu lange. bisher waren die dinge, die erledigt werden mussten auch nicht unbedingt schwierig bzw. war es leichter sich bezüglich dieser themen durchzufragen. nun habe ich folgendes problem bei dem ich nicht wirklich durchblicke bzw. in verschiedenen foren immer wieder andere ratschläge stehen:

      es geht um eine 92- jährige Betreute, die im Pflegeheim lebt. sie erhält sozialleistungen zur deckung der heimkosten. nun ist ihr ehemann im dezember verstorben. hiervon erfuhr ich erst durch durch das sozialamt mitte januar (die es in der zeitung gelesen hatten) weil sie wegen des witwenrentenbescheids nachfragen wollten. den konnte ich natürlich erst nach diesen informationen stellen. vor ein paar tagen erhielt ich dann eine email durch den sohn der betreuten. er machte mir vorwürfe, warum ich mich nach dem tod seines stiefvaters noch nicht bei ihm gemeldet habe, wo doch jetzt zahlreiche arbeiten und aufgaben auf mich warten würden. eigentlich bin ich hierbei der meinung, dass es sehr nett gewesen wäre, wenn mich der sohn mal über den tod seines stiefvaters informiert hätte. als ich ende dezember im heim für einen besuch der betreuten war, hat auch dort mir niemand eine mitteilung darüber gemacht, die haben es nämlich auch erst aus der zeitung anfang januar erfahren. der sohn scheint wohl auch ein "kleiner querolant " zu sein: als ich damals die betreuung übernommen habe, habe ich sämtlich behörden, sowie auch den sohn per post angeschrieben und über den betreuuerwechsel informiert. nach einem jahr rief er mich wutentbrannt an, was mir denn einfallen würde und er nicht über einen betreuerwechsel seiner mutter informiert wurde.
      dies zur vorgeschichte, und nun zu meiner eigentlichen fragestellung.
      Bis jetzt habe ich den antrag auf witwenrente gestellt und war beim zuständigen rechtspfleger gewesen um ihm die situation kurz zu schildern. da laut der sohnes kein testament bestehen würde, wäre meine betreute ja die einzige erbin , da der sohn "nur " der stiefsohn des verstorbenen ist. der rechtspfleger wollte aber nocheinmal beim nachlassgericht nachhören, wie es mit dem erbe aussieht (schulden?, usw). und sich dann in den folgenden tagen noch einmal bei mir melden. nun meine frage: was muss ich noch alles für meine betreute erledigen?
      der sohn hatte die beerdigung bestellt, das ging ja alles an mir und der betreuten vorbei. die betreute versteht es allerdings auch nicht. nun bekam ich wieder eine böse mail, nach dem motto das ich mich nicht kümmern würde, sich die rechnungen der beerdigung beim ihm stapeln usw. ich hatte ihm in einem telfonat mitgeteilt, dass ich dieses amt auch "nur" ehrenamtlich ausführe und mich in die weitern themengebiete erst einlesen müsste und ich mich melden würde sobald ich weiß wie es weitergeht und ich zudem auch noch beruflich tätig bin und am wochenende abreiten muss. in der heutigen bösen mail macht er mir zudem die vorwürfe, dass es keine entschuldigung sei, das ich arbeiten müsse oder mich in die thematik erst einlesen müsste, das hätte ich mir VOR der übernahme einer betreuung überlegen müsste.
      eigentlich hatte ich mir vorgenommen, die unterlagen bei dem sohn persönlich abzuholen, aber unter diesen umständen bzw. vorwürfen sehe ich es ehrlich gesagt nicht ein. ich meine, ich versuche wirklich mein bestes, springe von behörde zu behörde um heiratsurkunden und sterbeurkunden usw. zu bekommen, und dann bekomme ich gesagt das ich mich seit einigen tagen nicht kümmern würde. wobei ich einfach wichtig finde, dass er es nicht für nötig gehalten hat mich frühzeitig über den tod zu informieren. mir wäre es ganz lieb, wenn ich ihn nur noch per email kontaktieren müsste, dass er mir die unterlagen in kopie per post sendet.

      wie geht es nun weiter? ich weiß das der erbe für eine bestattung haften muss...jedoch hat der sohn die beerdigung bestellt, meine betreute aber nur einen kontostand von 2100 €. ob der verstorbene nun was zu vererben hat, weiß ich noch nicht. nun kann man doch beim sozialamt hilfe auf bestattungskosten stellen , oder? aber die bezahlen auch nur das nötigste...würde ja quasi bedeuten, dass der sohn auf den restlichen kosten sitzenbleibt oder?

      ihr würdet mir wirklich sehr helfen, wenn ihr mir tipps geben würdet, was ich noch alles zu erledigen habe bzw. auf was ich achten muss.

      viele grüße