Umzugswahnsinn

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    • Umzugswahnsinn

      hallo allseits,

      da im Augenblick recht wenig geschrieben wird, schildere ich mal meine jüngsten Erfahrungen mit der Durchführung eines Umzugs von einer Stadt in die andere mit Genehmigung und Unterstützung der ARGE. Von wegen Unterstützung. Spießrutenlauf.

      Ich habe es mal erlebt, mir scheint Ewigkeiten her, da hat sich ein Betreuter fast selbständig davon gemacht. Hier wohnte er im Wohnheim für Suchtkranke. Er wollte in eine Stadt am Niederrhein. Er fuhr dorthi n, suchte sich eine Wohnung, ließ sich die Vermieterbescheinigung ausstellen und beantragte vorort die Bewilligung von HzL samt Übernahme der Mietkosten. Da die Wohnung von der Größe und der Höhe der Kaltmiete den Erfordernissen genügte, wurde die Wohnung genehmigt, der Mietvertrag unterschrieben, die Kopie mit dem Antrag auf Erstaustattung der ARGE vorort eingereicht und mit den Angestellten des Wohnheims der Umzug letztlich durchgeführt. War nicht viel. Zwei Fahrten mit dem Bulli und die Sache war geritzt. Vor Ort suchte sich der Betreute selbst Hilfe. Ob die Betreuung vorort vom dort zuständigen Betreuungsgericht fortgeführte wurde, weiß ich gar nicht. Jedenfalls gab es keine besonderen Schwierigkeiten. Vermutlich weil er der deutschen Sprach mächtig war und bei der dortigen ARGE Verständnis und Unterstützung fand.

      Es gab noch etwas Korrespondenz zwischen mir und der ARGE der neuen und Stadt und mit dem hiesigen Wohnheim - das wars. Und er lebte zufrieden und glücklich seine Tage und wenn er nicht gestorben ( und nicht wieder rückfällig oder straffällig geworden ist), geht es ihm gewiss gut.

      So ganz anders eine Familie in Düsseldorf, afrikanischer Herkunft. Sie leben in der städtischen Notunterkunft und wollen seit Monaten in eine benachbarte Stadt, keine 15 km entfernt. Obwohl sogut wie keine nennenswerte Entfernung sind die behördlich bürokratischen Hemmnisse schier unüberwindlich. Es fing an mit der Wohnung selbst. Da es sich um ein Hochhaus handelt und darin vom selben Vermieter mehrere Wohungen leerstehen, war es mit der Vermieterbescheinigung kein Problem.

      Aber von wegen bei der zuständigen ARGE vorort einreichen. Es gäbe eine Absprache zwischen beiden Städten. Danach bedürfe es einer Unbedenklichkeitsbescheinigung. Wozu, fragt man sich. Die bisherige Stadt kann doch vom Kostenfaktor froh sein, die Familie loszuwerden. Dass es bei der zukünftigen Stadt deshalb Probleme gäbe und gab, war logisch. Aber nein, der Wegzug musste in der bisherigen Stadt genehmigt werden. Und dann gab es da einen Personalwechsel und überhaupt bequemten sich die Mitarbeiter in keiner Weise, das Verfahren zu beschleunigen. Hätte zwischenzeitlich der Vermieter die Wohnung anderweitig vermietet, hätte die Ptrozedur stehts von vorne beginnen können. Aber zum Glück blieb die Wohnung über 4 Monate für den Betreuten erhalten. Genau gelesen - 4 Monate hampeln wir nun mit den beiden Jobcentern rum. Dann fehlte hier eine Unterschrift und dort das Formular. Dann wartete die eine Behörde auf eine Mail von der anderen, die sie nicht erhielt oder erhalten haben soll. Dann gab es zwar die Unbedenklichkeitskeitsbescheinigung von Düsseldorf, aber dann musste die Wohnung von der zukünftig zuständigen ARGE genehmigt werden. Da auch diese Wohnung den Vorgaben entsprach, war es eigentlich kein Problem. In Düsseldorf wieder angekommen und immer wieder Nummer ziehen und Stunden warten - ohne Nummer ging sogut wie gar nichts - hatte dann D'dorf Bedenken, ob denn die bereits genehmigte Wohung auch dem Mietspiegel der Nachbarstadt entspräche.

      Nun steht der Umzug an - 3 Kostenvoranschläge. Erst einmal günstige finden, die auch den Aufwand betreiben, obwohl sie möglicherweise den Auftrag nicht erhalten, da das Jobcenter wieder eigene Vorstellungen hat. Und dann ist da noch der der umziehen will. Keine 50 Jahr alt, der kann doch auch helfen. Geht nicht. Also zum Arzt - Bescheinigung. Aber der hat doch Freunde und Verwandte. Bei einer Famile, die zerstritten ist und in der Notunterkunft lebt. Das sind alles solche Tagträumer. Und alle Einwände müssen behoben werden, ansonsten geht es überhaupt nicht weiter.

      Ich kann diesen Bericht noch seitenweise fortsetzen. Es ist ätzend. Von wegen mit dem Jobcenter umziehen. Eine Strafaktion.
      Wer weitere Infos oder Tipps möchte, möge sich melden. Ich hab reichlich.
      Heinz