Pflegedienst- Abrechnungen

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    • Pflegedienst- Abrechnungen

      http://www.wdr.de/tv/markt/sendungsbeitraege/2012/0423/02_pflegedienste.jsp


      Autorin: Frauke Steffens
      Wenn private Pflegedienste Scheinleistungen abrechnen, ist das ärgerlich für die Betroffenen und teuer für die Pflegekassen. Kontrollen finden dennoch kaum oder nur angemeldet statt.

      ....Für die Abrechnung mit der Krankenkasse führt der Pflegedienst Protokoll, das die Kunden unterschreiben. Die Pflegerin listet auf, was sie gemacht hat und wie lange es gedauert hat. Ob Waschen und Anziehen oder Hilfe beim Gehen, alles wird auf die Minute genau festgehalten. Diese Pflegedokumentation ist die Grundlage der Abrechnung, aber sie kann auch manipuliert werden....

      Leiterin wegen Betrugs angeklagt
      Werner Drees-Leggewie arbeitet als rechtlicher Betreuer. Er betreute mehrere Klienten, die Kunden desselben Pflegedienstes waren. Er sammelte Hunderte Rechnungen und kam dadurch dem mutmaßlichen Betrug auf die Spur: „Diese Rechnungen habe ich mir dann auch angeschaut und habe dann auch parallel dazu eingereichte Rechnungen bei der Pflegekasse dagegengehalten und habe festgestellt, dass da ganz andere Leistungspositionen abgegeben waren. Und das ist dann der Beginn einer intensiveren Prüfung.“


      ...In Berlin soll ein Drittel der Pflegedienste Abrechnungen manipuliert haben. Politiker sprechen von einem Millionenschaden. Alle Zahlen, die es bisher gibt, sind aber Schätzungen einzelner Kassen. In Hessen veröffentlichte die AOK 2006, dass 50 Prozent der Pflegedienste fehlerhaft abrechneten. Und die AOK Nordost ist allein in diesem Jahr schon 266 Hinweisen in diese Richtung nachgegangen..

      .....„Die Verwandten sollen die Kontrollfunktion übernehmen, aber ich glaube, sie sind damit überfordert. Denen ist wichtig dass die pflegebedürftige Person ordentlich gepflegt wird“, meint Werner Drees-Leggewie.....

      ....... Der Publizist Claus Fussek forscht über Missstände im Pflegebereich. Er meint auch, dass die Kassen alle Unterlagen sehen sollten. Aber mehr Kontrolle ist für ihn nicht die Lösung. Er meint, das minutengenaue Abrechnungssystem müsse weg: „Im Prinzip sind wir uns ja alle einig. Eine Pflege nach Minuten ist menschenunwürdig. (…) Die Alternative ist doch ganz einfach: Wir rechnen nach Zeitkomplexen ab, eine halbe Stunde, eine Dreiviertelstunde. Der alte Mensch weiß, was eine halbe Stunde ist, die Pflegekraft steht nicht unter Zeitdruck, das ist transparent, und das wird dann abgerechnet.“

      Karin Wemhoffs Mutter kam kurz vor ihrem Tod schließlich doch noch in ein Pflegeheim. Ihre Tochter war trotz der falschen Abrechnungen froh, dass die alte Dame so lange zu Hause leben konnte – wie es sich die ganze Familie gewünscht hatte.

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