Rente für Minijober?

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      Die geplante Rentenversicherung für Minijobber


      Von Susanne Grüter


      Minijobber sind in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft
      nicht mehr wegzudenken. Geld übrig haben sie in der Regel nicht, weshalb
      vermutlich nur wenige freiwillig in die Rentenversicherung einzahlen
      werden, wie es nun geplant ist.

      "Ich habe auch anfangs gedacht, wenn da
      steht 400-Euro-Job, dass man die 400 Euro kriegt im Monat, nein, man
      kriegt sie nicht, man kriegt dann fünf bis sechs Euro die Stunde. Und
      bis 400 Euro zusammenkommen, muss man schon eine Menge Stunden
      schieben."

      "Das Erste wird mit 1,75 Cent bezahlt, das
      Zweite dann, also der zweite Stapel, wird mit 0,75 und ab dem dritten
      Prospekt sind es 0,25 Cent pro Prospekt. Und man freut sich eigentlich,
      wenn zehn Prospekte daliegen. Es ist zwar mehr Arbeit zum Sortieren,
      aber man weiß auch, am Ende des Monats gibt es 20 Euro mehr."

      "Das ganze Gefüge wird ausgehebelt, weil ich bin ja festangestellt,
      zahle da meine Sozialabgaben, aber kein 400-Euro-Jobber zahlt wirklich
      die Sozialabgaben. Und das ist natürlich für die Firmen, zwei
      Billiglöhner, also 400-Euro-Jobber sind natürlich um einiges günstiger,
      als wenn man die ganzen Lohnabgaben abgeben müsste."

      "Von den 400 Euro beziehungsweise, wenn sie
      nur 350 verdienen, wenn sie eben von der Stundenanzahl nicht höher
      kommen, muss man von diesem Lohn 30 Prozent an die Bundesknappschaft
      abführen. Das heißt, wenn man beispielsweise einen Lohn hat von 7,50
      Euro netto bei einem Minijobber, muss man 30 Prozent draufrechnen. Und
      dann kommt man schon fast an die 10-Euro-Grenze, das, was wir zahlen."

      "Offiziell hat man die Rechte. Das Problem
      ist nur, dass die Arbeitgeber, die 400-Euro-Jobber beschäftigen, keine
      Rücksicht darauf nehmen. Während des Kellnerns habe ich im Krankenhaus
      gelegen für vier Tage. Und ich habe dann meinen Arbeitgeber darauf
      angesprochen, der hat mich dann für total verrückt erklärt. Und er hat
      es also komplett verweigert und hat gesagt, wenn ich darauf bestehen
      würde, könnte ich mir was anderes suchen, dann wäre ich falsch. Er würde
      mir dann vielleicht das Geld bezahlen, aber dann sollte ich erst mal
      zum Arbeitsgericht gehen."

      "Wir betreuen rund sieben Millionen
      Minijobber und etwa über zwei Millionen Arbeitgeber in Deutschland. Es
      gibt sicherlich einige schwarze Schafe, was das Thema Minijobs und
      Anmeldung betrifft. Diese schwarzen Schafe würde es aber auch geben,
      wenn es keine Minijobs gäbe, weil dann könnte man ja auch jemanden als
      Teilzeitkraft anmelden und ihm im Nachhinein noch bestimmte Geldbeträge
      für weitere Tätigkeiten geben. Das ist kein Problem der Minijobs,
      sondern ein Problem der Ehrlichkeit oder der Steuermoral von
      Arbeitgebern in Deutschland."

      "Man hat leider nichts über, um was für die
      Rente zu tun. Und noch einen 400-Euro-Job mehr aufnehmen, nur damit man
      noch irgendwas sich zur Seite legen kann? Also, das Geld ist nicht da.
      Wenn im Monat 20 Euro übrig bleiben, ohne dass man luxuriös lebt, in der
      Woche habe ich 50 Euro für Lebensmittel zur Verfügung. Und man fährt
      tanken. Und man ist so viel Geld los, dass es dafür in der Woche einfach
      dreimal Pfannekuchen gibt."

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