Hochschulzertifikat zum/r Berufsbetreuer/in (FH)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • hallo allseits von Kompetenzvorsprung,

      vielen Dank für den Hinweis. Interessant ist der Preisvergleich und ein Vergleich der Leistungen mit der Ausbildung, die ich gemacht habe bei Herrn Chauvistrè fortbildung-im-betreuungswesen….php?idcatside=111&sid=02

      Sie schreiben eingangs
      "Kaum
      ein Berufsfeld wird in den nächsten Jahren so stark wachsen, wie die
      Tätigkeit des gesetzlichen Betreuers. Dies hängt damit zusammen, dass
      einerseits die Zahl der Betreuungsfälle durch die Alterspyramide stark
      wächst, andererseits aber auch durch das Aufbrechen von familiären Strukturen die Betreuung im persönlichen Umfeld an Bedeutung verliert."


      Das waren auch meine Überlegungen, als ich 1997/98 Berufsbetreuer wurde. Leider wurde ich und viele andere 2005 unsanft aus unseren Träumen gerissen, etwas für und mit Menschen zu tun oder tun zu können. Die Budgetierung des Einkommens bzw. der vergütungsfähigen Stunden sprechen eine völlig andere Sprache.

      Bekannt ist, dass die meisten unvermögend sind und auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Wie leistungsunwillig der Staat und die staatliche Gesellschaft ist, eben die wachsende Zahl der Bedürftigen zu unterstützen, wird gerade durch die Reform des Betreuungsrecht anschaulich deutlich. Es ist nicht wirklich gewollt, dass Menschen begleitet oder deren Lebenssituation nachhaltig stabilisiert und in ihrem Sinn verbessert wird. Wem in Schnitt lediglich 4 Stunden im Monat für seine Arbeit vergütet wird und in dieser Zeit alle Erwartungen an Formalitäten seitens der Behörden - und die nehmen bekanntlich ebenfalls zu, um Geld zu sparen - aber auch die Erwartungen des Gerichts zu erfüllen sucht, hat nicht viel Zeit mehr für die Betreuten selbst. Das bedeutet, Betreuerarbeit beschränkt sich darin, a) als verlängerter Arm des Gerichts zu fungieren b) den Schein zu wahren, dass was getan wird bzw. lediglich als sozialer Feuerwehrmann zu wirken.

      Die Stellungnahmen der der Justizminister aller Bundesländer vor der Reform des Betreuungsrechts war eindeutig - würde es nicht die Berufssicherung laut Grundgesetz geben, wäre der Berufstand der Berufsbetreuer wieder abgeschafft und die Arbeit den Kommunen aufgelastet worden, wie es vor 1992 der Fall war und mancher Beamte 80 bis 120 Vormundschaften hatte. Deren zeitliche individuelle Zuwendung unterschied sich sich nicht wesentlich zu der der Berufsbetreuer von heute, die, um hinreichend von ihrer Arbeit leben können und Vorsorge fürs Alter leisten wollen und müssen, auch eine Anzahl von Betreuten von min. 40-50 haben müssen.

      Zu behaupten, die Zahl der Betreuungen würde stetig wachsen und deshalb auch das Berufsfeld der BerufsbetreuerInnen ist mit Verlaub schlicht naiv und unwahr. Die Wirtschaftskrise ist mit einer unfassbaren Überschuldung noch nicht ausgestanden und die Kreditkartenkrise schwelt und die Beamten-Pensionskrise lauert. Da wird laut Prof. Raffelhüschen von der Rürupp Kommission in 10-15 nicht mal mehr Geld für Straßenbau, Bibliotheken, Schwimmbädern und dgl. vorhanden sein. Und deshalb wird die Gesellschaft insb durch Landes- und Kommunalpolitik auf die Familiengerichte insb. Betreuungsgerichte hinwirken, wie sie es bereits tun, um die Zahl der Betreuungen möglich zu deckeln, so wie es die MDK mit der Einstufung von Pflegeföllen macht, um die Pflegekassen zu entlasten. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

      Ich kann nur empfehlen, ein möglichst breit angelegtes Sozialarbeit oder Sozialpädagogik Studium zu absolvieren, sich möglicherweise in Social Managment als zukünftiger Qualitätsbeauftragte/r oder Effizenzprüfer zu spezialisieren. Wer seine Zukunft in Betreuungswesen sieht, braucht eigentlich keine Pädagogik, sondern eher juristisches Rüstzeug. Auch medizinische oder psychologische Fragen werden outgesourct an die dafür Zuständige. Wo sich das Gericht von Entscheidungsvorlagen der Ärzte abhängig macht, brauchen auch die BetreuerInnen sich keine eigene Meinung mehr zu bilden und können ihre Entscheidungen ebenfalls von den Ansichten der Ärzte abhängig machen.

      Schon allein dieser Umstand bestätigt die Farce des Betreuungswesens. Damit ist in keiner Weise die Arbeit derer diskreditiert, die sich mit problematischem Klientel dies und jenseits eines Schreibtisches mitunter bis zur Belastungsgrenze und auch oft darüber hinaus rumschlagen müssen. Durch die Reduzierung der Betreuungsarbeit auf Verwaltungsarbeit erhöht sich zudem die Gefahr von Regressansprüchen der Betreuten wie auch deren Angehörigen. Auch diese Seite der Arbeit wird bei der Wahl der beruflichen Tätigkeit recht wenig bedacht.

      Ich finde, dass der Gesetzgeber mit seiner Reform des Betreuungsrechts sein Ziel erreicht hat, nämlich die sinnvolle und notwendige Arbeit am und mit dem Menschen insb. aber für die Gemeinschaft möglichst unattraktiv zu machen. Und das auszugleichen bedarf es nicht eines Hochschulzertifikats.

      Mit bestem Gruß
      H.-L. Balzer
    • Hochschulzertifikat zum/r Berufsbetreuer/in (FH)

      Liebe Mitglieder,

      nach dem erfolgreichen ersten Durchgang des Hochschulzertifikats "Berufsbetreuer (FH)" sind wir froh Ihnen mitteilen zu können, dass wir das Zertifikat zum zweiten Mal anbieten können. Start 05.07.2013

      Berufsbetreuer/in (FH): Rechtlich
      abgesichert und fachlich qualifiziert betreuen.
      Kursstart am 05.07.2013


      In dem angebotenen Hochschulzertifikat erwerben Interessierte die notwendigen Qualifikationen, um als gesetzlicher
      Betreuer erfolgreich tätig werden zu können. Der Kurs ist für Berufsanfänger als Ausbildung und bereits aktive gesetzliche Betreuer zur Weiterbildung geeignet.


      In Kooperation mit dem Bundesverband der Berufsbetreuer / -innen e. V. und in Zusammenarbeit mit deutschlandweit im Betreuungsbereich tätigen Referenten werden im Rahmen eines für diesen Bereich neuartigen Aus- und Weiterbildungskonzepts folgende Themen besprochen:

      Kenntnisse und Fähigkeiten für eine methodisch qualifizierte Arbeit als Berufsbetreuer:
      Kommunikation und Gesprächsführung, Berichterstattung und Stellungnahmen, Case Management


      Rechtliche Kompetenzbereiche des Berufsbetreuers:
      Grundlagen des Rechts, die sozialen Rechteder betreuten Person (SGB), Die Aufgabenkreise der gesetzlichen Betreuung, Formellesund materielles Betreuungsrecht, rechtliche Spezialfragen (beispielsweise Mietrecht)

      Die Berufsbetreuung als Dienstleistung:
      Die rechtliche Stellung des Berufsbetreuers und seine Vergütung, Buchführung, Steuern, Versicherung, Marketing und Büroorganisation, Behörden, Dritte als Ansprechpartner


      Menschen im Alter, mit Krankheit und Behinderung:
      Verhaltensregeln gegenüber betreuten Personen, ausgewählte psychische Erkrankungen, ausgewählte körperliche Erkrankungen, ein allgemeinmedizinischer Blick auf die Betreuungssituation

      Das berufsbegleitend mögliche Hochschulzertifikat „Berufsbetreuer/in (FH)“ ist für Berufseinsteiger und Berufstätige bestens geeignet und erstreckt sich zeitlich auf sechs Monate. In diesem Zeitraum werden die wesentlichen Kursinhalte an sechs Ganztagespräsenzterminen durch die Referenten besprochen. Parallel erfolgt eine vertiefte Bearbeitung der Themen mittels eines semi-virtuellen Kursangebotes über eine internetgestützte Lernplattform. Das Hochschulzertifikat „Berufsbetreuer/in (FH)“ schließt mit einer Abschlussprüfung ab, die eine Anrechnung von insgesamt 30 ECTS auf themenbezogene Bachelor- und Masterstudien ermöglichen kann.

      Die Lehrgangsgebühr beträgt 3.115,- Euro. Für Mitglieder unseres Kooperationspartners, dem Bundesverband der Berufsbetreuer/innen e.V., erfolgt ein Preisnachlass in Höhe von 10%.
      Das Hochschulzertifikat startet am 05.07.2013 und findet im Großraum München statt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

      Nähere Informationen und Anmeldungen unter kompetenzvorsprung.de/Berufsbetreuer_in.11705.0.html

      oder Tel: 08122- 955 948 88, Mail: arnd.kah@kompetenzvorsprung.de

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kompetenzvorsprung ()