Betreuerin Haftbar ?

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    • Betreuerin Haftbar ?

      Hallo,

      zur Zeit habe ich ein Großes Problem mit meiner Berufsbetreuerin.
      Da Sie die Vermögenssorge hat, Verwaltet Sie mein Konto.
      Da ich Verschuldet bin mit 82 Gläubigern, habe ich ein P-Konto.

      Nun hatte Sie innerhalb von ein Paar Monaten einen Betrag von ca. Euro 550,. Angespart.
      Diesen Betrag hat SIe auf dem Konto Stehe lassen.

      Vor ein Paar Wochen Fragte mich die Betreuerin, warum die Bank dieses Geld Einfach an einen Gläubiger Überweist.

      Da habe ich einen Ziemlichen Schreck bekommen.

      Ich habe der Betreuerin gesagt, das man auf einem P-Konto nur eine Bestimmte Zeit Lang ein Geld Liegen lassen kann, wenn diese Zeit Vorbei ist, ist die Bank Verpflichtet, den Betrag an einen Gläubiger zu Überweisen.

      Nun zu meiner Frage.

      Hätte die Berufsbetreuerin so Etwas Wissen müssen ?
      Viele Betreute haben Schulden und deshalb ist das Pfändungsrecht für eine Betreuerin/Betreuer sehr Wichtig.

      Ist in diesem Fall eine Betreuerin Haftbar ?

      Ich habe als Erstes einen Betreuerwechsel Beantragt, weil ich auch in anderen Sachen (keine Zeit, das der Sohn von Ihr Ferien hat) mit Ihr nicht Zurecht komme.

      Vielleicht könnt Ihr mir ein Bisschen Weiter Helfen !
    • Hallo Dominik!
      Grundsätzlich ist es wohl so, dass es die Betreuerin hätte wissen müssen.

      Allerdings...
      Welcher Schaden ist denn entstanden? Immerhin hatten Deine Gläubiger, welche das Geld gepfändet haben, einen vollstreckbaren Titel gegen Dich. Du hast ja sicher diese Schulden einmal verursacht!
      Deine Betreuerin ist nun verpflichtet, Deine Schulden zu regulieren. Sei es durch eine Privatinsolvenz oder durch einen außergerichtlichen Weg.
      Allerdings gebe ich Dir Recht, dass dieser Weg (Pfändung) nicht der Weg ist, welchen ich gewählt hätte. :thumbdown:

      Deinen Antrag auf Betreuerwechsel wird die Behörde und das Gericht sicherlich prüfen und auch eine Stellungnahme Deiner Betreuerin abfordern.
      Manchmal ist es einfach so, dass man menschlich "nicht mehr miteinander" kann.
      Aber dies wird sicherlich intensiv abgeprüft.

      Liebe Grüße
      Micha
    • hallo Dominik, hallo Micha,

      die Frage nach dem Schaden ist treffend - es ist richtig, dass - sicherlich wegen der Kaufsucht - die Schulden entstanden sind. Sollte dem nicht so sein, wäre noch ein ergänzender Hinweis hilfreich. Doch wie die Schulden auch entstanden sind, es gibt auch einen Schuldnerschutz. Zum einen wäre hier die Frage der Haftbarkeit für die Schulden aufgrund Erkranung und wohlmöglich eingeschränkter Schuldfähigkeit. Zum andern ist die Frage nach der Geschäftsfähigkeit. Wenn denn aufgrund der Erkrankung und Behinderung die Schuldfähigkeit eingeschränkt war, - kann vielleicht sogar nachträglich attestiert werden - wäre nicht nur die Haftung eingeschränkt, sondern auch die Geschäftsfähigkeit.

      Doch bei einem Vollstreckungstitel, nämlich einem Zugriff aufs Konto, sind schon viele Chancen, aus der Nummer raus zu kommen, verpasst. Gleichwohl gibt es auch dort noch einen Schuldnerschutz, nämlich die Freigrenzen der Pfändung, die auch eine Bank zu berücksichtigen hat.

      Aber nichts desto trotz, ist es eine Aufgabe der Betreuerin gewesen, eben diesen Umstand zu vermeiden, dass die Banken Rücklagen vielleicht für Kleidung oder auch nun für Weihnachten abgibt. Ich vermute mal den Hartzbezug, wonach auch Überschuldetete verpflichtet sind, für Ausfälle an Elektrogeräten (Waschmaschine, Herd) wie aber auch für Kleidung selbst vorzusorgen und Rücklagen zu bilden.

      Wenn die dann unberechtigter Weise zur Schuldentilgung verwendet werden, läuft das System völlig aus dem Ruder. Die Gläubiger, vermutlich umsatzstarke Verkäufer, vielleicht Versandhandel pipapo, haben die Möglichkeit bei Uneinbringbarkeit der Forderung ihre Steuerschuld auf den satten Gewinn um den Betrag der uneinbringlichen Forderungen zu mindern. Heißt also, dort wo der Einzelne von Hartz lebt und seine Schulden nicht tilgen kann, wird es auf die Gemeinschaft umgelegt.

      Wer das als ungerecht erachten sollte, müsste sich dann die Frage der sozialen Absicherung generell stellen. Es macht keinen Sinn, Geld von der linken in die rechte Tasche zu schieben - einerseits den Lebensunterhalt von Bedürftigen zu sichern und andererseits zuzulassen, dass Gläubiger eben diesen Lebensunterhalt mindern und gefährden.

      Insofern erkenne ich schon, dass Dominik ein Schaden entstanden ist. Sollte nämlich nun ein Elektrogerät ausfallen und die Kommune hierfür keine außerordentliche Beihilfe zahlen, da gesetzlich nicht mehr möglich, müsste die Betreuerin eben diesen Schaden ersetzen. Dafür sollte sie vermögensschadenhaftpflicht versichert sein. Die Versicherung prüft nicht die Schuld der Betreuerin, weshalb der Schaden dem Betreuten entstanden ist, sondern gleicht den Schaden aus. Dafür ist die Versicherung da.

      Insofern Dominik, würde ich als Betreuter schon eben diesen Betrag von der Betreuerin verlangen und dafür notfalls gerichtliche oder anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen. Doch Vorsicht - Micha hat nämlich schon Recht mit seinen Bedenken - du müsstest nachweisen, dass dir das Geld tatsächlich fehlt, sei es für Reparatur oder Winterkleidung, wofür die Rücklage gedacht war. Kannst du den Nachweis nicht erbringen, sehe auch ich skeptisch, den Betrag von der Betreuerin oder auch von der Bank wieder zu bekommen.

      Viel Erfolg
      Heinz