Kostenübernahme fürs Pflegeheim

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    • Kostenübernahme fürs Pflegeheim

      Hallo,

      ich bin ganz neu hier.
      Mein Vater ist schwer krank (Schlaganfall, jetzt Wachkoma) und seit März bin ich (seine Tochter, 24 J.) als Betreuerin bestellt.

      Er befindet sich seit Mai im Pflegeheim. Die Krankenkasse zahlt bereits Beiträge, aber ich habe riesige Probleme mit dem Sozialamt.
      Zuletzt hat mein Vater ALG1 bezogen. Er hat außerdem eine Sparsumme von 2670 Euro. Das Sozialamt müsste also die Heimkosten übernehmen, weil er nicht vermögend ist. Wir Kinder verdienen ebenfalls nicht so viel, das wir die Heimkosten decken könnten.

      Der Antrag läuft nun schon seit Mai und meine Nerven liegen blank! Sie verlangen jedes Mal etwas anderes...und heute habe ich ein Brief bekommen, in dem ich aufgefordert werde, die Höhe des Sparbetrages vorzuweisen. Das habe ich bereits vor 2 Monaten getan!!!!!! (Kopie)
      Das Sozialamt befindet sich nicht in meinem Wohnort, sondern 200 km von mir enfernt.Sonst wäre ich schon längst mal hingefahren. Wenn ich in die Briefe schaue, habe ich bereits von drei verschiedenen Sachbearbeitern Antworten bekommen. Ich weiß schon fast gar nicht mehr, an wen ich mich wenden soll.

      Die Heimleitung macht mittlerweile Druck, obwohl ich wirklich mein Bestes gebe. Wie gesagt, die Krankenkasse bezahlt ja schon die Beträge und ich habe bereits 500 Euro an das Pflegeheim überwiesen. Natürlich ist dieser Betrag bei Pflegestufe 3 ein Tropfen auf dem heissen Stein.

      Wie sind nun eure Erfahrungen? Bin ich zu ungeduldig oder ist das Arbeitstempo des Sozialamts normal?
      Ich muss dazu sagen, dass ich viele Unterlagen meines Vaters gar nicht hatte und diese an verschiedensten Stellen anfordern musste.Das kostet auch seine Zeit!

    • Transparenz

      hallo Ria, erst einmal herzlich willkommen hier im Forum. Möge es deine Erwartungen erfüllen, du hilfreiche Tipps, nützliche Informatione und auch kurzweilige Unterhaltung hier finden. Mögest du immer wieder Lust haben, ins Forum zu schauen und uns an deinen Erlebnissen mit Heim und Behörden teilhaben lassen. Doch nun zu deinen Fragen. Das Problem ist bekannt. Ich berate derzeit eine Kollegin, die erhebliche Probleme in Dresden hat - von Wuppertal aus. Die Kapriolen sind dieselben. Ich an deiner Stelle würde mir die Mail Adresse vom Heim und vom zuständigen Sozialarbeiter geben lassen. Sodann würde ich alle Schreiben ans Sozialamt stets mit Kopie ans Heim schicken, dass die stets auf dem Laufenden sind, wie der Datenfluss ist. Sodann würden ich bei allen Schreiben ans Sozialamt auch die Bezüge angeben, wann du welche Unterlagen dem Sozialamt gesandt hast. Wie sagt der Jurist - man kann gar nicht so dumm denken, wie es kommen kann und die vom Sozialamt muss man oftmals behandeln wie 3jährige - immer wieder erklären, erklären, erklären - im Grunde für recht dumm und inkompetent halten. Und viel Geduld haben, halt wie mit kleinen Kindern. Ich würde mich auch nicht zieren, das Heim über die Vermögensverhältnisse des Vaters in Kenntnis zu setzen. Sie haben eh einen Anspruch drauf, es zu wissen. Bei den eigenen Vermögensverhältnissen wäre ich gegenüber dem Heim, aber auch gegenüber dem Sozialamt etwas vorsichtig. Die müssen nicht alles wissen. Die sollten aben die Gesetze und die Rechtsprechung kennen. Da gibt es die sog. Düsseldorfer Tabelle für Unterhaltspflichtige, da gibt es den Selbstbehalt des Bewohners, da gibt es die Forderung von Verfügungen (Schenkungen) der letzten 10 Jahre. Heißt, reichen Rente, Pflegegeld und Pflegewohngeld für die Heimkosten nicht aus - was das Heim dir natürlich belegen muss, ist die Kommune des letzten selbständigen Wohnsitzes deines Veters für die ergänzenden Kosten zuständig, wenn du als Tochter nicht unterhaltspflichtig bist. Dabei ist allein dein, oder deiner Geschwister Vermögen und Einkommen entscheidend, nicht das des Ehemannes. Es gibt keine Sippenhaft. Die Behörden versuchen es zwar oft, ist aber falsch. Solltest du keine nachweislichen Verfügungen vom Vater erhalten haben, die du erstatten müsstest, so hast du auch die Möglichkeit deine fehlende Leistungsfähigkeit eidesstattlich zu versichern. Formloses Schreiben handschriftlich reicht völlig. Kopie ans Heim. Sollte das Sozialamt nicht entsprechend reagieren, ist es nicht deine Angelegenheit. Das Heim kann einen Vater nicht vor die Türe setzen. Das Heim kann dich auch zu nichts zwingen, sofern du alles Erforderliche getan hast, damit die Kommune die Kosten übernimmt. Damit bist du außen vor. Sollte das Heim Druck machen, kannst du dich getrost zurücklehnen und sagen, die mögen der Kommune den Druck machen. Oftmals wird dann die Kommune sagen, sie bräuche aber noch dieses und jenes von dir für die Entscheidung. Dann kannst du auf die Post und die Mails verweisen. Sollte es dann immer noch nicht genügen und die Kommune sich quer stellen, dann würde ich einen Anwalt mit SChwerpunkt Sozialrecht kontaktieren. So ein Schreiben wirkt mitunter Wunder. Und dann gibt es noch die Möglichkeit der Aufsicht- oder gar Dienstaufsichtsbeschwerde. Aber vielleicht muss es ja soweit nicht kommen. Viel Erfolg. Heinz
    • hallo Ria,

      Heinz schrieb
      " reichen Rente, Pflegegeld und Pflegewohngeld für die Heimkosten nicht aus - was das Heim dir natürlich belegen muss,"

      das kann ich nur bestätigen und deiner Aufmerksamkeit empfehlen. Wir hatten über Jahre hinweg meine Oma im Altenheim. Da die Pflegesätze sich stetig änderten, mussten die Rechnungen stets nachberechnet werden. Da war kaum eine Rechnung, die stimmte. Sollte dein Vater Selbstzahler sein bzw. du über die Zahlungen vom Konto deine Vater wachen, dann sei sehr genau. Ich habe nach einer Weile erst einmal nur die Grundkosten überwiesen und habe dann die Nachberechnung abgewartet und überwiesen. Wer meint, das Altenheim oder die Verwaltung würde das schon richtig berechnen, irrt.

      Und dann musst du natürlich auch auf den Selbstbehalt schauen also auch aufs Taschengeld. Das war zeitweilig nicht einfach. Ich wünsche dir viel Kraft.

      Mairin

      .

    • Hallo!

      Erstmal vielen Dank für die nette Aufnahme hier! Ich werde sicherlich noch das ein oder andere Mal Hilfe benötigen und hoffentlich irgendwann auch mal Tipps geben.

      Die Rente geht an das Pflegeheim und die ist bei ihm nicht so hoch, das man die Rechnungen der Pflegestufe 3 decken könnte.

      @ Heinz
      Obwohl ich bereits vor zwei Monaten bei der Sparkasse war (200km von mir entfernt) um die Daten/Auszüge der Sparverträge einzuholen, hat es dem Sozialamt nicht gereicht. Mir scheint es, als würden sie 1+1 nicht zusammenrechnen können. D.h. für mich, dass ich wieder einen Termin vereinbart habe und mich dort mit der Filialleitung zusammensetzen werde. Wir haben schon telefoniert und sie scheint sehr hilfsbereit zu sein. Außerdem hat sie mich darum gebeten, den Brief des Sozialamtes mitzubringen. Damit wir auch wirklich an ALLES denken und zum Schluss möglichst detailierte Angaben haben. Ich HOFFE, nein ich bete, dass es wirklich der letzte AKT für das Sozialamt ist.

      Das Heim habe ich darüber informiert, noch haben sie Verständnis.

      Viele Grüße und vielen Dank für die Tipps die ich sicherlich anwenden werde!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ria ()