Familienversicherung und Vormundschaft

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    • Familienversicherung und Vormundschaft

      Guten Tag,

      und zuerst eine Entschuldigung, falls ich eventuell im falschen Forum gepostet habe. Ich hoffe mir kann trotzdem geholfen werden.

      Zu meinem Problem:

      Meine Frau und ich werden in Kürze die Einzelvormundschaft für unseren Neffen übernehmen. Sein Vater ist kürzlich verstorben und er ist jetzt Vollwaise. Zur Zeit ist das Jugendamt für ihn verantwortlich. Wie die Überschrift schon verrät geht es um die Familienversicherung.

      Meine Frau und ich sind in der TK versichert. Jetzt wollte ich für unseren Neffen die Familienversicherung beantragen, so das er, ab unserer Bestellung zum Vormund durch das Amtsgericht, über uns krankenversichert ist. Das Problem ist, die TK kann nichts mit dem Begriff Vormundschaft anfangen. Bei der TK gibt es von den Begrifflichkeiten nur Pflegekind(Jugendamt bleibt verantwortlich) oder Stiefkind (Adoption).
      Man wollte meinen Antrag zwar prüfen, aber durch die Blume hat mir die Dame zu verstehen gegeben, das ich wohl mit einem negativen Bescheid rechnen müsste. Das würde bedeuten, ich müsste ihn selbst versichern und für den Krankenkassenbeitrag im Monat aufkommen (ca. ~140€ )
      Jetzt ist meine Frage, wo stehe ich rechtlich. Kann ich als Vormund meinen Neffen nicht über die Familienversicherung mitversichern? Oder gilt er als Stief- oder Pflegekind? Kann die Krankenkasse eine Familienversicherung ablehnen?

      Vielen Dank im voraus für jede Antwort.

      Andre
    • Hallo Walnut38!

      Aus welcher Quelle bezieht denn Dein Neffe ein Einkommen? Hartz IV? Sozialamt? Bei Vollwaisenrente sollte er evtl. über den Rententräger versicherbar sein. Die Familienversicherung kenne ich aus meiner Tätigkeit nur im Verwandtschaftsverhältnis ersten Grades. Dazu würdest Du ja nicht zählen!

      Liebe Grüße
      Micha

      P.S. Ich habe Dein Thema mal hier in diesen Thread verschoben! :D
    • Hallo Micha !

      Danke fürs verschieben und die Antwort. ;)

      Einkommen hat er in diesem Sinne gar nicht. Er ist erst 16. Im Moment erhält er nur Halbwaisenrente. Seine Eltern haben sich (Spätaussiedler) bereits getrennt, bevor er mit seinem Vater nach Deutschland gekommen ist. Die Mutter ist dort nach der Scheidung verstorben. Eine Sterbeurkunde liegt hier in D nicht vor und so gilt er offiziell nur als Halbwaise.

      Das ist auch das Problem mit dem Rententräger. Um die Versicherung darüber in Anspruch zu nehmen, hätte er bereits länger als 10 Jahre in Deutschland leben müssen. Er ist aber erst seit knapp 6 Jahren hier. Deshalb wurde eine Versicherung über den Rententräger abgelehnt. Im Moment zahlt das Jugendamt für ihn.

      Wir haben doch so weit ich bis jetzt alles richtig verstanden habe, als Vormund die selben Rechte und Pflichten, wie Eltern. So wurde uns das auch mehrfach vom Jugendamt gesagt. Dann sollte ich doch auch das Recht haben, ihn wie ein eigenes Kind in die Familienversicherung aufzunehmen.

      Gruss Andre
    • Hallo André!
      Wenn es Euch gesagt wurde, dass Ihr als Vormund die gleichen Rechte und Pflichten, wie die leiblichen Eltern habt, gilt dies (hoffentlich) auch für die Krankenkasse.
      Allerdings tritt die "rechtliche Betreuung" - wie hier behandelt, erst mit Volljährigkeit des Betroffenen ein. Somit sollte vielleicht auch das Jugendamt bis zum 18. Geburtstag Deines Neffen, weiterhin die Beiträge für die TK entrichten?!

      Liebe Grüße
      Micha
    • Somit sollte vielleicht auch das Jugendamt bis zum 18. Geburtstag Deines Neffen, weiterhin die Beiträge für die TK entrichten?!
      Aber wollen, tun sie das nicht ;) Das ist im Moment das größte Problem für das Jugendamt, diesen Kostenpunkt so schnell wie möglich loszuwerden. Zumindest ist das die erste Frage, die man in den letzten Tagen zu hören bekommt, wie es mit der KV aussieht. Ist ja ein ordentlicher Batzen Geld.

      Ich verdiene ganz gut, aber 140€ Mehrbelastung ist trotzdem gewaltig. Der Junge muss ja auch Essen, Kleidung usw. bekommen.

      Kannst du mir das mit der"rechtlichen Betreuung" etwas genauer erklären? Mit 18 ist er doch Volljährig und braucht gar keinen Vormund mehr?

      Gruss Andre
    • Hallo nochmals!
      In diesem Forum wird die rechtliche Betreuung behandelt, welche sich folgendermaßen definiert:
      betreuer-direkt.info/wbb/wisse…rung-rechtliche-betreuung


      Und in diesem Zusammenhang bezieht sich die Betreuung eben auf Menschen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, jedoch trotzdem noch Unterstützung benötigen. Sei es wegen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wie Drogenabusus, psychische Erkrankungen, körperliche Behinderungen, intellektuelle Minderung und so weiter...

      In Deinem Fall bin ich mir jedoch fast 100%ig sicher, dass das Jugendamt bis zum 18. Lebensjahr die KV übernehmen muss. 8)

      Micha
    • hi andre und micha,

      Beurich schrieb:

      ...

      In Deinem Fall bin ich mir jedoch fast 100%ig sicher, dass das Jugendamt bis zum 18. Lebensjahr die KV übernehmen muss. 8)

      Micha


      micha hat recht, genau so kenne chi das auch, dass war bei mir genauso als ich ich ncho keine 18 war. ist das jugendamt denn nich zuständig? oder hast du die rechte bekommen? aber selsbt wenn, ihr müsst ja gespräche trotzdem mit dem jugendamt haben?

      viele grüsse mondtsuab
      versuche das ignorieren dejnigen, die vorehr gut zu dir waren, zu vergessen,auch wenns wehtut, aufgrudn der verletzung des vorigesn vertrauens, das nchit wert und schmerzt um so mehr, dessen niveou!menschen sind die schlimmeren kreaturen, ncih die tiere. bitte leute macht euch ein eigenes bild von jemanden, und und nich durch andere was euch gesgat wird! :verysad:
    • Hallo Mondstaub.

      Ja, im Moment stehen wir in ständigem Kontakt mit dem Jugendamt. Sie sind auch im Moment noch zuständig.

      Aber unsere Unterlagen wurden jetzt beim Amtsgericht eingereicht. Dann bekommen wir einen Termin zur Anhörung. Danach werden wir dann vom Amtsgericht zum Vormund des Jungen bestellt (oder auch nicht, was ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen kann :) ).

      Und mit der Berufung des Amtsgerichts zum Vormund ist dann auch das Jugendamt nicht mehr zuständig. So wurde es uns jedenfalls erklärt. Sowohl vom zuständigen Jugendamt an seinem Wohnort und den Mitarbeiterinnen des Jugendamtes an unserem Wohnort, die uns "getestet" haben (Amtshilfe für das zusändige Jugendamt)

      Gruss Andre
    • Zuständigkeiten

      hallo Wallnut,

      Betreuung und Vormund sind zweierlei. Von Betreuung spricht man bei Erwachsenen, die 18 Jahre sind und geschäftsfähig. Und nur in Ausnamefällen ist die Geschäftsfähigkeit bei Betreuten eingeschränkt.

      Unter 18 Jährige sind nicht voll geschäftsfähig und werden nicht betreut, sondern haben einen Vormund. Der ist wohl noch das Jugendamt und diese Vormundschaft bis zum 18 Lebensjahr sollt ihr nun wahrnehmen.

      Die Krankenversicherung des 'Mündels' wird ebenso geregelt wie bei Pflegekindern. Nur bei einer Adoption wird der Junge zum eigenen Kind und kommt somit dann auch in den Genuss der Familienversicherung. Wenngleich er auch mit euch lebt und ihr eine Familie seid, beziehungsmäßig, so aber nicht rechtlich. Euer Status ist nicht anders als der vom Jugendamt.

      Wenn das Jugendamt beauftragt ist oder war, dann gab und gibt es auch sog. Hilfepläne, indenen die Aufgaben und Leistungen genau beschrieben werden, auch die des Jugendamtes. Da ihr den Jungen praktisch als Pflegefamilie aufnehmt, stehen euch auch gewisse Rechte und Pflichten gegenüber dem Jugendamt zu wie z.b. die Frage der Aufwandsentschädigung, der Vergütung. Es kann natürlich sein, dass die Krankenversicherung in der Vergütung vom Jugendamt enthalten ist. Über die Leistungen des Jugendamtes gibt es einen Bescheid. Daraus gehen oder sollten alle finanziellen Angelegenheiten ersichtlich sein.

      Es gibt beim Jugendamt einen oder eine MitarbeiterIn, die ist 'fallführend' mit der werden die Gespräche geführt und die tritt die Entscheidungen. Und dann gibt es einen Bereich der sog. wirtschaftlichen Hilfen. Praktisch die Buchhaltung. Fehlt euch also irgendwas an Unterlagen wie Protokoll des Hilfeplans oder Bescheid über die Leistungen oder oder, dann frag die fallführende Sachbearbeiterin oder die Abteilung der wirtschaftlichen Hilfe. Spätestens da müsstest du dann weitere Informationen erhalten.

      In diesem Sinn viel Erfolg
      Heinz




    • Hallo,

      vielen Dank für all Eure Antworten. Und Entschuldigung, das ich mich nicht gleich gemeldet haben. Die Ereignis haben sich gerade ein bisschen überschlagen. ;)

      Am Samstag kam Post vom Amtsgericht, das wir ab sofort zum Vormund bestellt sind. Eigentlich sollte es noch eine Anhörung geben, aber die war wohl nicht mehr nötig.

      Das mit der Krankenkasse scheint sich auch geklärt zu haben. Ich bin vorsichtig optimistisch. Die Krankenkasse wird ihn wohl in unsere Familienversicherung mit aufnehmen. Es war plötzlich alles ein wenig einfacher, nachdem die Dame vom Jugendamt direkt mit meiner Krankenkasse gesprochen hat. ;)

      Also Danke nochmal. Wir fahren jetzt erstmal alle zusammen in den Urlaub. :thumbup:

      Gruß Andre