Vermögenssorge

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    • Vermögenssorge

      Hallo an alle ! Folgendes ich betreue meinen Sohn seit 2008 als ehrenamtliche Betreuerin da er es sich das wünschte. ich habe unter anderem die Vermögenssorge. Bis dato lief alles gut. mein Sohn ist behindert und braucht einen Betreuer. 2010 richtete er ein dispositionskredit auf seinem giro ein bis max. 1000,- Euro Überziehung. Mein Sohn arbeitet und erhält 500-600 Euro Lohn im Monat. Manchmal bezahlt er mir z.B. 50,- Euro Sprit oder gibt mir 100,- Euro zum Einkaufen und hat auch schon die eine oder andere rechnung von mir z. B. Strom oder telefon von seinem Konto überwiesen. das hat er aber immer aus freien Stücken gemacht und ich habe Ihn nie dazu aufgefordert. Er meinte nur ich überweis das, das ist in ordnung ich kann mit meinem Geld machen was ich will. nun schrieb ich meinen jährlichen bericht und erst als mir der rechtspfleger schrieb das es nicht erlaubt ist das Konto zu überziehen und es dürfen keine fremden verbindlichkeiten vom konto bezahlt werden habe ich darüber erst richtig nachgedacht. jetzt muß ich die kontoauszüge für das komplette letzte jahr vorlegen und das giro wieder zurückführen, das habe ich auch schon angeleiert da wir kommenden montag um 15.30 Uhr einen termin auf der Bank haben. Wenn 2mal geld eingeht ist das Giro in 5 Wochen sogar wieder im Plus. Ich bin über die rechtliche haftung für meine Betreuung total unerfahren und habe nun solche Angst das ich deswegen verurteilt werde oder welche schwierigkeiten nun auf mich zukommen. Ich habe DARÜBER GAR NICHT NACHGEDACHT UND DAS BEREUE ICH JETZT BITTER!!!!!!!!!!! Auch im täglichen Umgang mit meinem Sohn bin ich total unsicher!!! Wir gehen manchmal zum Essen oder Eisessen machen Ausflüge und manchmal bezahlt er oder ich oder ich geb Ihm Hundert euro für Klamotten kaufen oder hab ich auch schon ein Spiel mit Fahrt nach München zum 1.FC Bayern bezahlt und habe mir überhaupt keine Gedanken darüber gemacht das sich das mit meinen betreuerpflichten überschneidet!!!!!!!!!
      Was mache ich nur????????? Mein Sohn möchte mich weiterhin als Betreuerin behalten und ist jetzt auch total verunsichert .er geht für sein geld hart arbeiten und er meint er kann es ausgeben für was er will.
      Wer kann mir einen Rat geben und wie gehe ich am besten vor? Ich habe auch nichts zu verheimlichen Was kann mich rechtlich erwarten?
      Um dringende Antwort wartet euer wauwau Danke!!! :help:
    • halb so schlimm

      hallo Wauwau,

      erst einmal vielen Dank für deine offenen Worte. Ich finde es toll, dass du dich mit einer solchen Frage an uns wendest.

      Und dann darf ich dir versichern, und ich war jahrelang Berufsbetreuer und bin Jurist, dass du keine Angst haben musst, verurteilt zu werden. Du hast nichts Böses getan.

      Und zum Dritten, auch Rechtspfleger wissen oder bedenken nicht alles. Es stimmt, Betreuer dürfen ohne Genehmigung des Gerichts keinen Kredit für Betreute aufnehmen. Ich vermute aber, dass dein Sohn geschäftsfähig ist. Und wenn er den Dispo sich hat einräumen lassen, dann ist das sein gutes Recht. Dagegen hat auch ein Gericht nichts einzuwenden.

      Desweiteren hat der Rechtspfleger zwar Recht, dass Geschenke für Betreute genehmigungspflichtig sind, sofern nicht sozial üblich (Weihnachten, Geburtstag,) aber er übersieht, dass es sich um eine innerfamiliäre Angelegenheit handelt. Es ist es für dich als Betreuerin deines Sohnes ein sog. Insichgeschäft, wenn er deine Rechungen begleicht. Das ist wirklich nicht ganz sauber. Besser wäre gewesen, er hebt das Geld von seinem Konto ab. Was er damit macht, ist seine Sache. Hat das Gericht nicht zu kontrollieren. Und wenn er es dir gibt oder deine Rechnung überweist, ist das auch ok.

      Problematich ist es nur, wenn du für ihn, also du unterschreibst, eine Rechnung für dich oder euch begleichst. Dann steht es auf dem Kontoauszug und muss belegt werden. Andererseits kannst du beim Richter beantragen, von der Rechnungslegung befreit zu werden. Dann kann der Rechtspfleger kamellen was er will, dann hat sich das Thema erledigt.

      Und den Dispo braucht dein Sohn auch nicht aufheben zu lassen, wenn er geschäftsfähig ist. Hat er jedoch einen Einwilligungsvorbehalt, und das steht auf deiner Bestellungsurkunde, dann sieht das natürlich etwas anders aus.
      Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen.
      herzlich Heinz
    • geschäftsunfähig

      hallo Wau wau,

      also Volljährige in der Betreuung sind und bleiben erst einmal geschäftsfähig, es sei denn ein Arzt oder Psychiater stellt das Gegenteil fest. Wäre dein Junge nicht geschäftsfähig, und in der Regel steht dann im Beschluss und Bestellungsurkunde, dass für die Wirksamkeit seiner Erklärungen es deiner Einwilligung braucht, dann hat der Rechtspfleger Recht. Dann darf dein Junge keinen Dispokredit haben, es sei denn, du hättest das Gericht gefragt und das Gericht hätte es genehmigt.

      Auch bei den Rechnungen sähe es anders aus. Würdest du dann für deinen Sohn unterschreiben und hättest selbst einen Vorteil davon, müsste ein Ersatzbetreuer bestellt werden, der darauf acht gibt, dass du dich nicht am Vermögen deines Sohnes bereicherst. Und gäbe es irgendwelche innerfamiliäre 'Unredlichkeiten' könnte es auch sein, dass die Betreuung zumindest die Vermögenssorge dir entzogen und einem fremden Betreuer übertragen würde.

      Leider findet man(n) es häufiger, dass die innerfamiliäre Betreuung lediglich unter Betreuungsrecht und Gesichtspunten betrachtet wird und weniger unter familienrechtichen. Rechtspfleger sind halt auch nur Juristen und Juristen denken in der Regel linear und wenig systemisch. Daraus ergeben sich unweigerlich Schwierigkeiten von betreuenden Angehörigen und Betreuten von Angehörigen mit dem Gericht.

      besten Gruß
      Heinz