Walter Kohl

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    • Wir habens mitbekommen - der Sohn schrieb es sich von der Seele und verhängt das Denkmal für seinen Vaters, dem Kanzler der Deutschen.
      Eigentlich tragisch. Was passiert hier? Wird öffentlich noch eine Rechnung beglichen? Oder ist es ein persönlich längst überfälliger Loslösungsprozess?
      Relativiert es das verbrähmte Bild der allmächtigen Politiker? Es ist zweifelsohne etwas sehr Persönliches. Andererseits war und ist der Altkanzler eine Person des öffentlichen Lebens. In ihm und auf ihn fokussiert sich auch Identität vieler, nicht nur Altvordere der Partei.
      Ich habe heute das Interview mit dem Sohn des Altkanzlers mitbekommen und war erstaunt und beeindruckt zugleich, von der Offenheit, von der Klarheit der Gedanken und Gefühle, von dem analytischen Blick, von der Person von Walter Kohl. Ich kann den Beitrag nur empfehlen.

      Ein Gespräch mit Walter Kohl
      "Leben oder gelebt werden" - so hat Walter Kohl sein autobiografisches Buch überschrieben. Als Kind und Jugendlicher ist er eher "gelebt worden", als "Sohn vom Kohl", eine Rolle, unter der der 1963 geborene Walter Kohl litt. Eng war hingegen die Bindung an seine Mutter. Ihr Tod bewegte ihn so sehr, dass er über Selbstmord nachdachte, von seinem kleinen Sohn davon aber letztlich abgehalten wurde. Er jetzt entschied sich Walter Kohl "zu leben". Über das Verhältnis zu seinem Vater, sein Finden in ein eigenes Leben und sein Verständnis von "Opferland", in dem er sich bewegt, spricht Walter Kohl mit Thomas Koch.
      wdr5.de/nachhoeren/redezeit.html
    • hallo Jörg,

      spricht dich das Schicksal von Walter Kohl besonders an? Weshalb? Hat das was mit dir zutun? Oder ist dein Interesse nur allgemein? Ich meine, wir alle haben ja unseren Vater, mehr oder weniger, besser oder schlechter. also haben wir alle auch unsere Vatererfahrung, an die wir uns gerne oder mit Schaudern erinnern oder am besten gar nicht. Ich habe das Gefühl, dass dieser Walter auch eine Therapie gemacht hat oder sowas ähnliches um mit seinen Enttäuschungen über seinen Vater klar zu kommen. Und auch die Erkrankung seiner Mutter kam ja nicht von ungefähr. Allergie ist auch autoimmun und oftmals psychisch bedingt. Sicherlich nicht nur, aber auch. Und wer was von der Symbolik der Krankheiten versteht (habs im Kreuz, ist mir auf den Magen geschlagen, Herz ist mir stehen geblieben, hab keine Luft mehr bekommen, hatte einen Kloß im Hals, mir war schwindelig und und und), der fragt sich auch, weshalb die Mutter von Walter gerade eine Sonnenallergie bekommen hat und weshalb sie letzlich in den Tod ging.

      Und sowas macht ja auch was mit dem Sohn. Auch wenn er älter war, letztlich ging sie mehr oder weniger freiwillig, und hat auch ihn im Stich gelassen. Sowas will verarbeitet sein. Als ich das Interview von Walter Kohl im Radio hörte, ist mir fast die Luft weggeblieben, diese Offenheit, nahezu exibitionistisch. Also ich würde so und mit sowas nicht an die Öffentlicheit gehen. Ist schon vielsagend. Findest du nicht?

      herzlich Heinz


    • Heinz schrieb:

      hallo Jörg,

      spricht dich das Schicksal von Walter Kohl besonders an? Weshalb? Hat das was mit dir zutun? Oder ist dein Interesse nur allgemein? Ich meine, wir alle haben ja unseren Vater, mehr oder weniger, besser oder schlechter. also haben wir alle auch unsere Vatererfahrung, an die wir uns gerne oder mit Schaudern erinnern oder am besten gar nicht. Ich habe das Gefühl, dass dieser Walter auch eine Therapie gemacht hat oder sowas ähnliches um mit seinen Enttäuschungen über seinen Vater klar zu kommen. Und auch die Erkrankung seiner Mutter kam ja nicht von ungefähr. Allergie ist auch autoimmun und oftmals psychisch bedingt. Sicherlich nicht nur, aber auch. Und wer was von der Symbolik der Krankheiten versteht (habs im Kreuz, ist mir auf den Magen geschlagen, Herz ist mir stehen geblieben, hab keine Luft mehr bekommen, hatte einen Kloß im Hals, mir war schwindelig und und und), der fragt sich auch, weshalb die Mutter von Walter gerade eine Sonnenallergie bekommen hat und weshalb sie letzlich in den Tod ging.

      Und sowas macht ja auch was mit dem Sohn. Auch wenn er älter war, letztlich ging sie mehr oder weniger freiwillig, und hat auch ihn im Stich gelassen. Sowas will verarbeitet sein. Als ich das Interview von Walter Kohl im Radio hörte, ist mir fast die Luft weggeblieben, diese Offenheit, nahezu exibitionistisch. Also ich würde so und mit sowas nicht an die Öffentlicheit gehen. Ist schon vielsagend. Findest du nicht?

      herzlich Heinz



      Hallo Heinz,

      es ist schon eine ungewöhnliche Offenheit von Walter Kohl.
      Zumal sein Vater noch lebt!
      Wenn überhaupt erscheinen oft erst post mortem geschönte Erinnerungen der Kinder.
      Mag' sein, daß W. Kohl eine Therapie gemacht hat.
      Er wirkt innerlich gefestigt und klar in seinem Denken.
      Die Bekenntnisse eines Sohnes, eine Anklage gegen seinen Vater... das ist es ja auch... wenn auch nicht nur...
      Es berührt mein "Kind-sein"...

      Ich hatte den Eindruck, seine Mutter hat sich umgebracht, weil sie für ihren Mann keinen Nutzen mehr hatte,
      weil sie sich als "funktionslos" erlebt hat, vielleicht sogar als Klotz am Bein....
      Wenn man Hannelore Kohls Erkrankung deutet... sich vom Licht fernhalten müssen... das Licht scheuen müssen...
      "das eigene Licht unter den Scheffel stellen müssen"...
      Da lasse sich vielfältige Möglichkeiten hinein interpretieren... ja...

      Einen lieben Gruß
      Jörg