alternde Betreute

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    • alternde Betreute

      Hier ein Beitrag, der Mut macht, allen, die Angst vor dem Alter haben, von wegen Zipperlein hier, Zipperlein da und das Gedächtnis lässt nach, praktisch schon ein Fall für die gesellschaftliche Entsorgung.

      Jemand hat mal schlauerweise gesagt, ab 30 ist man(n) für sein Gesicht selbst verantwortlich. Das gilt natürlich auch fürs Altern. Neugierig auf Neues und ein wenig sportlich lässen sich viele Fähigkeiten bis ins Alter erhalten oder gar noch verbessern, sprich soziale und kognitive Intelligenz.


      gesendet bei Leonardo WDR 5 04.11.10

      Je älter desto besser. Überraschende Erkenntnisse aus der Hirnforschung
      Von Ernst Pöppel und Beatrice Wagner
      Gräfe und Unzer Verlag, München 2010, ISBN 978-3-833-81867-7, EUR 19,90

      Die Botschaft des mittlerweile selbst 70jährigen, populären Hirnforschers Ernst Pöppel lautet: Altern ist eine Bereicherung, sowohl für das Individuum als auch für die Gesellschaft.


      Zwar ist gutes Altern anstrengend, aber die Mühe lohnt sich, wie die
      Hirnforschung belegt. Die zehn Kapitel sind jeweils gegliedert in „Forschung“ (Rückblicke auf Pöppels Arbeit, formuliert von der Ko-Autorin und Medizinjournalistin Beatrice Wagner), ein „Fazit für das Älterwerden“, eine „Selbstreflexion“ mit persönlichen Anmerkungen des Autors und „Tipps für das Älterwerden“.

      Sich mehr der Schönheit des Wissens und weniger der des Äußeren zu
      widmen macht Sinn. Die Jugend retten wir nicht, Lernen können wir dafür lebenslang. Das Gehirn nimmt wahr und nimmt auf in einem bestimmten Zeittakt, und der ändert sich im Alter. Wir denken und lernen langsamer, aber dafür gründlicher. Das, so Pöppel, erkläre die Weisheit des Alters. Und die wiederum hilft, mit dem Scheitern besser umzugehen. „Wir lernen im Lauf der Zeit, dass das Leben nicht planbar ist. (…) Älteren Menschen gelingt es durch diese Lebenserfahrung besser, das Scheitern als impliziten Bestandteil des Erfolgs anzuerkennen (…). Das Scheitern ist also ein Lebensprinzip. Dies zu erkennen, macht einen Menschen innerlich stabil.Neues zu wagen ist wichtig auch für gutes Altern. Den Antrieb dafür, die Neugierde, haben wir lebenslang in uns. Ihr zu folgen „ist der empfehlenswerte Weg, denn auf diese Weise übernimmt man Verantwortung, die davor schützt, im Alter in Depression zu versinken.“

      Im Kapitel zum Thema Spiritualität und Glauben stellt Pöppel fest, dass
      der Mensch im Alter lerne, gleichzeitig zu wissen und zu glauben. „Es fällt uns immer leichter, zwei unterschiedliche Bewusstseinsformen, die in unserem Kopf verankert sind, zu begreifen und zu akzeptieren. Damit wird es auch einfacher, die richtige Bewusstseinsform im richtigen Moment einzusetzen. Und es fällt auch leichter, den empathischen Bezug zur Welt an sich zu akzeptieren. Dies ist wichtig (…): Denn vor allem in Grenzsituationen, wie Krankheit, Scheidung oder Tod eines Angehörigen, ist der empathische Bezug derjenige, der uns Halt verleiht.“

      Ein etwas strengeres Lektorat hätte dem Buch gutgetan. Die
      Selbstreflexionen“ Pöppels enthalten viel Autobiographisches, das nicht unbedingt mit dem Buchthema zu tun hat. Beim Formulieren der Texte über die Forschung Pöppels hat Beatrice Wagner zu oft in die Worthülsen-Schublade gegriffen. Lesenswert ist das Werk wegen der hochinteressanten Facts aus der Hirnforschung (auch wenn die nicht neu und deshalb nicht überraschend sind, wie der Untertitel verspricht). Eine schöne Bereicherung sind die eingestreuten, thematisch passenden Gedichte. Und schließlich Daumen rauf für die gut belegte, beruhigende und motivierende Aussage: Altwerden lohnt sich, wenn wir es nicht einfach resignierend hinnehmen, sondern Hirn und Körper dabei einsetzen.
    • selten so gelacht

      hallo Heinz,

      du glaubst doch nicht wirklich, dass Betreute zu diesem Personenkreis zählt. War ja wohl 'nen Witz. Schau ich mir meine Betreute an, dann hatten die nie ne echte Chance, sich fürs Alter fit zu halten. Da kam bei allen was dazwischen. Und Nikotin, Alkohol und Psychosen - da machste nix.

      Gruß Kalle