Verkauf von Immobilie der Betreuten

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    • Verkauf von Immobilie der Betreuten

      hallo allseits,

      BetreuerInnen stehen manchmal vor einer großen Aufgabe - da hat der/die Betreute eine Eigentumswohnung oder Eigenheim oder Grundstück. Und auf der anderen Seite gibt es zu tilgende Kosten, der Betreuung oder des Heims oder anderer Verbindlichkeiten. Wat nu?

      So ein Verkauf ist eine schwierige Angelegenheit. Normalerweise wird ein Interessent gesucht (mit oder ohne Makler), man wird sich einig und macht einen Notartermin. Dann übernimmt der Notar oder die Notarin die Regie, erarbeitet den Kaufvertrag und sorgt dafür, dass das Geld vom Käufer zum Verkäufer fließt und zeitgleich die Änderung im Grundbuch eingetragen wird, Auflassung genannt.

      Doch der oder die Betreute ist geschäftsfähig. Zudem entscheidet über den Verkauf letztlich das Gericht. Heißt also, sobald der Notar den Kaufvertrag erarbeitet hat und mit dem Käufer abgesprochen wurde, muss der Betreuer diesen dem Gericht zur Genehmigung vorlegen. Um aber das Risiko zu mindern, dann vom Gericht eine Ablehnung zu kassieren und alle Mühe auch die des Notars umsonst waren, ist es ratsam, schon vorab das Gericht zu involvieren. Heißt, findet sich ein Interessent und man wird über den Kaufpreis einig, dann sollte eine sog. Vorabanfrage ans Gericht ergehen, ob das Gericht sich vorstellen könne, einen noch zu erstellenden Kaufvertrag über diesen Kaufpreis genehmigen zu wollen.

      Wenn nämlich zu diesem Zeitpunkt das Gericht schon Einwände formuliert, kann es durchaus sein, dass dann der Interessent wieder abspringt. Schade, aber zu diesem Zeitpunkt besser so, als alles unterschriftreif zu gestalten und dann erst die Abfuhr zu kassieren.

      Allein die Einigung über den Kaufpreis ist ja mitunter schon ein Unterfangen an und für sich. Wohlmöglich sind noch Grundschulden eingetragen, die der Käufer übernehmen müsste. Oder es gibt unterschiedliche Ansichten über die Reparaturbedürftigkeit der Immobilie. Und dann gehört es ja zum Ritual, dass der Kaufpreis ver- und ausgehandelt wird. Wenn man sich dann halbwegs einig geworden ist, kommt dann noch das Gericht ins Spiel, das von dem ausgehandelten Kaufpreis überzeugt werden muss.

      Ich hatte mal das Problem, dass ein Wertgutachten der Stadt fehlerhaft erstellt worden war und das Grundstück nahezu vier Mal so hoch eingeschätz hat, als es tatsächlich wert war. Es hat lange gedauert, bis die Rechtspflegerinnen, die sich mit der Angelegenheit befasst haben, von der Fehlerhaftigkeit und dem Unsinn überzeugt wurden und dem erheblich niedrigen Kaufpreis zugestimmt haben.

      Gibt es jemanden, der ähnliche Erlebnisse mit dem Verkauf einer Immobilie des Betreuten gemacht hat?

      Heinz
    • Amtschimmel wiehern

      da sagst du was, Heinz.

      Ich habe auch das Hickhack durch von wegen Verkauf eines Grundstücks der Betreuten für die Betreute. Und dann das Telefonieren. Zwischendurch ist mir mal das Ohr abgefallen, hatte ich jedenfalls gefühlt. Nervig ist es allemale. Um was ist machbar und wer muss wie überzeugt werden. Ein Notar meinte, kommen sie mir erst dann wieder, wenn der Interessent und das Gericht halbwegs eins geworden sind.

      Ich befürchte nur, dass wir Betreuter uns zunehmend mehr mit solchen Fragen befassen müssen. Schließlich wird alles teurer und es kommt weniger hinzu. Wer dann noch ins Heim muss, weils zuhause nicht mehr klappt - muss schnell mal was versilbert werden.

      Würd mich auch interessieren, wie das mit den Gutachtern ist bei Schmuck oder Gemälden oder so? Auch Erfahrungen gemacht?

      Gruß Kalle