bestohlene Betreute

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    • bestohlene Betreute

      hi,

      ich möchte mal ein Thema ansprechen, dass gewiss schon vielen in verschiedener Weise untergekommen ist - das Verschwinden von Geld oder Gegenständen oder - auch nicht selten - das bloße Behaupten, bestohlen worden zu sein.

      Also, einmal hatte ich öfters das Problem, dass Betreute bestohlen wurden, weil sie sehr leichtfertig mit ihrem Portemonaie umgegangen sind oder es verloren hatten u. dgl. Dadurch kamen sie oft in Bredouille, weil sie dann kein Geld mehr für den Rest des Monats oder der Woche hatten. Mich würde einfach mal interessieren, ob BetreuerInnen dem oder der Notleidenden schon mal was vorstrecken?

      Geht ja eigentlich nicht, weil es ein Kredit ist und dann vom Gericht genehmigt werden müsste und das wohlmöglich noch als Interessenkonflikt mit Ergänzungsbetreuer und haste nicht gesehen. Der Aufwand ist einfach unverhältnismäßig, als mal mit einem Fuffi vorzustrecken und im nachfolgenden Monat - gegen Quittung versteht sich - wieder erstatten zu lassen.

      Aber dann gibt es noch das Problem, dass Betreute, oftmals ältere und schon leicht vergessliche Stein und Bein schwören, von dem Betreuer, der Betreuerin, der Pflegerin oder Nachbarin oder wem auch immer bestohlen worden zu sein. Da hatten sie noch etwas Geld oder noch dies und das, was sich leider auch nicht mehr finden lässt, aber wohlmöglich vorher auch schon nicht mehr da war. Und als BetreuerIn ist man meist allein beim Betreuten. Dann steht Aussage gegen Aussage. Leicht wird auch der Leumund des Betreuers beschädigt, weil bei solchen Behauptungen dann doch noch was hängen bleibt, auch wenn es sich als völlig unzutreffend herausgestellt hat.

      Und - wie ist es euch schon ergangen?

      Würde mich über Rückmeldung freuen.
      Heinz
    • Moin Heinz,

      es bleibt ein gefährliches Unterfangen ähnlich wie beim Kachelmann - ist ja selten jemand dabei außer Betreute und Betreuer. Und das Nichtwegnehmen lässt sich schwerlich beweisen, es sei denn, das Vermisste findet sich wieder. Dann hat die liebe Seele Ruh', erst einmal. Deshalb - bin ich ganz vorsichtig mit einem Zweitschlüssel für die Wohnung der Betreuten. Und wenn mir was nicht koscher ist, notiere ich es mir, Zeit, Datum, und hab mir auch schon mal das Gespräch oder die Notiz von der Betreuten unterschreiben lassen. Man weiß ja nie.

      Auch im Heim, ist mir auch schon vorgekommen. Dann hab ich fix die Schwester oder den Pfleger hinzugezogen. Dann hatte ich den Zeugen.

      Richtig problematisch wird es bei einer Betreuung von einem Paar oder nur einem der beiden. Wenn die dann sich was eingeredet haben und steif und fest behaupten, hat man schlechte Karten. Auch schon vorgekommen.
      Was das Vorstrecken oder Auslegen angeht - nichts ohne Quittung und Beleg. Oberste Maxime. Und wenn es ganz heikel ist, dann auch mal ein kurzer Anruf bei der Rechtspflegerin oder gar Richterin. Dann gibts 'ne Aktennotiz und man ist auf der sicheren Seite.

      So auch mit den Behauptungen, dass was durch mich also den Betreuer weggekommen sei - zur Not kurze eMail oder Fax oder Anruf ans Gericht. Kann sein, dass sich das prakisch von allein erledigt. Kann aber auch sein, dass was nachkommt an Beschwerde. Dann muss man sich nicht rechtfertigen, da ja schon vorab auf diese Situation hingewiesen. Mag zwar fürs Gericht mitunter lästig sein, doch was solls. Es geht schließlich um meinen Ruf und Job.

      In diesem Sinne
      Kalle