Vorurteile von Betreuern

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    • Vorurteile von Betreuern

      ich will hier eigentlich nicht das Thema von Sarrazin aufgreifen. Mag er recht haben oder die anderen.
      Doch wie geht es uns eigentlich? Die Arbeit mit einem Menchentyp prägt. Da können wir uns nicht von frei machen. Da sind die Alkis, die Messis die Dementen, die Hypochonder, die da und die.

      Ich tat mich manchmal schwer, mich gegen das Denken der anderen zu wappnen, nach dem Motto, einmal Alki immer Alki. Dann hörte ich


      es hat auch mal geklappt, dass ein Betreuter trocken wurde. Oder eine Entschuldung griff oder ein Mietverhältnis gehalten werden konnte. Aber was waren das für Highlights gegenüber den Nackenschlägen oder vergeblichen Versuchen?

      Können wir uns wirklich frei machen von Klischees?

      Heinz
    • völlig vorurteilsfrei

      hallo Heinz,

      wie kommst du denn auf sowas? Wir und Vorurteile.... Wir, also ich, und sicherlich noch andere, schauen uns erst einmal den zu Betreuenden an, bevor ich mir die Akte geben lasse mit all den Gutachten und Beurteilungen und Mahnungen und und und.

      Sicherlich, wenn ich in die runtergekommene Bude über Mülltüten und Klamotten stolpere, habe ich auch ohne Akte schon ein 'Bild'. Ist ja auch verständlich, oder? Aber wichtig ist mir zu verstehen, wie alles kam. Jeder hat seine oder sie ihre Geschichte. Und da ist viel kaput gegangen oder wurden Chancen verpasst oder hatten einfach nur Pech gehabt.

      Und dann versuche ich mir ein anderes Bild zu machen, nämlich, wie der aussehen würde, wenn manches anders gelaufen wäre. Würde er dann auch in der Kurve hängen und in der Gosse liegen oder hätte er einen Platz in einer WfB oder im Zuverdienstprojekt oder Arbeitsbeschaffungsmaßnahme oder so.

      Und dann schau ich, welche Fähigkeiten er hatte und wohlmöglich noch hat, die nur einwenig gefördert werden müssten, dann käme er wieder auf die Beine.

      Richtig schwierig ist es dann, wenn er ein so besch..enes Bild von sich selbst hat, dass es einfacher wäre, einen toten Gaul zum Weiterleben zu bequatschen.

      Aber eins muss ich auch feststellen, mit 3 oder 4 Stunden im Monat lassen sich leichter Vorurteile verfestigen, als die Wette zu halten, das Vorurteil zu widerlegen.

      Gruß Kalle