Angehörige betreuen

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    • Angehörige betreuen

      eigentlich sollte eine solche Betreuung ja privat mit Betreuungsvollmacht geklärt sein.

      Der Partner wird dement oder die Behinderung wird immer stärker. Dann regelt halt alles der Partner, ob nun Ehepartner oder Lebenspartner gleichermaßen. Doch manchmal klingt sich das Gericht ein. Dann wird der Partner oder die Partnerin vom Gericht bevollmächtigt. Und dann fängt das Behördlich-Formale an. Es ist ja nicht dasselbe, als wenn unsereins als Berufsbetreuer diese Person betreut, aus der Distanz als Außenstehender. Da sehen wir die Rechnungen und Notwendigkeiten anders, als wäre es unsere Mutter, unser Vater, unser Geschwister oder unsere Kinder.

      Aber als Angehöriger muss man sich dann gegenüber dem Gericht praktisch ausziehen. Da muss berichtet werden, was vorhanden ist oder was gemacht wurde, mit wem gesprochen, was die Ärzte sagen. Und bei manchen Operationen ist wohlmöglich der Arzt anderer Meinung als die Angehörigen, weil sie es mit dem Betreuten zuvor anders besprochen haben.

      Und dann ist ja noch der Aspekt, dass sich der oder die Betreute unter der Krankheit und Behinderung verändert. Es ist ja nicht mehr der oder die, die sie mal waren. Die Empfindungen sind andere, oft auch die Einstellung. Ganz schlimm wird es, wenn auch die Erinnerung eine andere wird.

      Ich habe es erlebt, als ich in eine Operation meines Vaters einwilligen musste, er aber nicht wollte bzw. gar nicht mehr verstand, worum es ging. Das ist dann schon wie ein Stich ins Herz.

      Heinz
    • hallo Heinz,

      du hast Recht, es ist mitunter sehr schwer. Man ist einfach zu nah dran. Manche Bermerkung ist eigentlich so gar nicht gemeint, aber dann kommen dann Kindheitserinnerung hoch und dann trifft das mitten rein. Und sich dann klar machen, dass die Eltern schon betagt sind und es einfach nicht ganz begreifen, ist schwer. Ich ertappe mich immer wieder, dass ich versuche zu erklären. Und dann merke ich, dass ich mich rechtfertige wegen diese und jenem. Und nach dem Telefonat oder Gespräch frag ich mich, ob es wirklich nötig war. Vieles ist einfach nicht mehr zu klären.

      Gruß Mairin
    • hallo mairin,.
      ich bin zum glück noch nicht in der verlegenheit mit meinen oldies, die sind noch ganz eigenständig. aber sorgen mach ich mir schon, wie das weitergehen wird. solche gespräche, wie du sie beschreibst haben wir auch. aber das ist auch normal, finde ich. aber durchaus nervig manchmal. aber die sind von mir sicherlich auch oft genervt oder waren es früher, also haben sie noch was bei mir gut.

      und kennst du auch die geschichte mit dem holztellerchen für den opa? der, weil er mit seinem tremor oder Parkinson ein tellerchen zerdepperte und an den katzentisch kam. als dann sein enkel für seine eltern auch ein holztellerchen fertigte und die den bub fragten, wozu er denn auch ein holztellerchen schnitzen würde und er trocken meinte, ja sie würden ja auch mal alt und bräuchten dann sicherlich auch ein holztellerchen, reichlich geplättet waren und den großvater fix wieder an den gemeinsamen tisch holten.

      die achtung vor dem alter hat wohl in den vergangenen jahrzehnten etwas nachgelassen. aber ich finde, man sollte schon so mit den alten umgehen, wie man selbst im alter behandelt werden möchte, oder?