Missbrauchte betreuen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Missbrauchte betreuen

      Traumatisierung nach sexueller Gewalt
      dradio.de/dlf/sendungen/sprechstunde/1255739/

      O-Ton-Collage einer Betroffenen
      Von Martin Winkelheide

      Opfer von sexueller Gewalt leiden oftmals unter starker anschließender Traumatisierung. Nicht selten schämen sich die Betroffenen, sich professionelle Hilfe zu suchen - zu Unrecht.

      "Mein Name ist Susanne, ich bin 42 Jahre alt. Die ersten Symptome hatte ich so mit 18 Jahren, dass ich alleine psychisch nicht mehr zurecht kam, und habe seitdem viele Therapien gemacht bei verschiedenen Leuten, war auch insgesamt drei Mal in der Klinik und hatte Teilerfolge, aber da blieb halt immer ein Rest. Ich wurde ab meinem fünften bis zum neunten Lebensjahr regelmäßig von meinem Großvater missbraucht, sexuell missbraucht. Und später mit siebzehneinhalb Jahren hatte ich mich in einen deutlich älteren Mann verliebt und dachte auch, das wäre der erste Mann in meinem Leben. Der hat mich auch vergewaltigt, mit meinem Leben bedroht mit einer Waffe und mich geknebelt und gefesselt und vergewaltigt. Und danach habe ich von Partnerschaften erst einmal die Hände gelassen."
      "Also mein Spruch war immer: Ich glaube, ich raste jetzt aus, und dann weiß ich gar nicht mehr, was passiert. Mein Bild war immer: Ich habe einen Topf voller Mist, die ganze Biographie und alles, was mir Schlimmes passiert ist, und da halte ich mein Leben lang die Hände drauf, und dieser Deckel, da klopft es drunter und da brodelt es. Und ich brauchte immer mehr Kraft um diesen Deckel auf dem Topf zu halten. Und wenn dann noch irgendwas dazu kommt, da hat man halt Angst, der Deckel fliegt weg, und was ist dann?"

      Gibt es denn heute Situationen, wo Sie Angst haben, dass der Deckel aufgeht?

      "Nein, ich bin selbst ganz erstaunt, das zu sagen. Nein, ich wüsste nicht, dass es noch einen Topf mit Mist gibt, und den ich festhalten müsste. Ich sag mal, dass, was da drin ist, das müffelt ein bisschen, aber ansonsten ist es okay. Das darf da stehen bleiben. Weggehen wird es nicht. Verschwinden wird es nicht, aber das Entscheidende ist: Wie gehe ich damit um? Und ist es so bedrohlich, wie es mit immer vorgekommen ist? Oder ist es einfach ein Teil von mir und der ist nicht schön, aber der ist nun Mal da, aber der muss mich nicht mehr belasten.

      Die Therapie ist jetzt gerade im Moment beendet, und die ist so kompakt, da passiert so viel. Im Moment denke ich nur: Huch, ich habe es geschafft, und ich glaube, das ist gut. Aber mehr kann ich mir im Moment noch nicht vorstellen. Aber ich bin positiv optimistisch.

      Mein Ziel ist es, eine Partnerschaft zu haben, keine Frage, aber ich denke, dass ich noch nicht ganz so weit bin. Und vielleicht hat der Mann ja dann Kinder. Das wäre schön.


      Ich habe bisher nicht gelebt, in dem Sinne, dass ich mein Leben gestaltet habe. Ich habe eigentlich nur überlebt. Ich war immer zwischen Depression und Suizidalität und Selbstverletzung, ich habe immer nur versucht, Katastrophen einigermaßen abzufangen. Jetzt ist halt die große Aufgabe, das Leben zu gestalten. Auch das ist ein Schritt, vor dem ich ein bisschen Angst habe, weil ich da völlig unerfahren bin. Ich muss erst einmal lernen, was schön ist und was ich will. Das weiß ich ja noch gar nicht.

      Ich kann jeden, der therapiemüde ist, der die Hoffnung verloren hat - jetzt in diesem speziellen Krankheitsbild: Borderline mit Missbrauch und Selbstverletzung und Suizidgedanken - wirklich nur empfehlen, einfach diesen Schritt noch einmal zu gehen. Ich hatte nichts zu verlieren, und ich hab es gemacht, und ich bin sehr, sehr belohnt worden dafür. Face the enemy! Und los geht es."
    • hi heinz,

      wolltest du du jetz einen austausch , von uns betreuten die se*mi***br*** worden, und betreut werden, ode reifnahc nur so das thema einsetzen? hoffe ist ok,d ass ich das frage, nur mal so... ; )

      lg mondtsuab
      versuche das ignorieren dejnigen, die vorehr gut zu dir waren, zu vergessen,auch wenns wehtut, aufgrudn der verletzung des vorigesn vertrauens, das nchit wert und schmerzt um so mehr, dessen niveou!menschen sind die schlimmeren kreaturen, ncih die tiere. bitte leute macht euch ein eigenes bild von jemanden, und und nich durch andere was euch gesgat wird! :verysad:
    • Hallo Mondstaub,

      zunächst wollte ich nur den Beitrag reinsetzen, um zu informieren und Mut zu machen. Ich bin weder einer von denen noch von den anderen und schon gar kein Therapeut. Wenn ich aber lese, dass jemand es geschafft hat, sein Schicksal in den Griff zu bekommen und nach mehrmaligen Versuchen die seelischenb Verletzungen heilen, so rührt mich das an. Das empfinde ich wie ein Wunder. Es gibt soviel Schlimmes in der Welt und soviel Trauriges zu beklagen, da ist es wichtig, die Informationen weiter zu geben, die Mutmachen. Findest du nicht auch?

      besten Gruß Heinz
    • hi heinz,

      doch schon..
      wollte auch nur mal so nachfragen. hatte gedacht, dass du vielelciht sonst auch welche um einen autscuah animinierne wolltest, *wer dies will * , was ja auch ok wäre, wenn es welche wollen.

      viele grüsse mondtsuab
      versuche das ignorieren dejnigen, die vorehr gut zu dir waren, zu vergessen,auch wenns wehtut, aufgrudn der verletzung des vorigesn vertrauens, das nchit wert und schmerzt um so mehr, dessen niveou!menschen sind die schlimmeren kreaturen, ncih die tiere. bitte leute macht euch ein eigenes bild von jemanden, und und nich durch andere was euch gesgat wird! :verysad:
    • hallo Mondstaub,

      ich weiß, dass dieses Thema sehr sehr heikel ist. Die solches erlebt haben, sind für ihr Leben gezeichnet. Man kann auch sagen, um ihr Leben betrogen oder ihr Leben wurde ihnen gestohlen. Sie leben und sind doch irgendwie tot. Da wurde etwas in ihnen gemordet.

      Wenige wollen darüber schreiben. Viele können es auch gar nicht, selbst wenn sie es wollten. Aber sie alle brauchen Hilfe. Auch dem der Beine oder Arme verloren hat durch Unfall oder auch durch Verbrechen brauchen Hilfe, Ärzte, Orthopäden, die Prothesen anfertigen, damit sie wieder laufen oder greifen können.

      Und die missbraucht wurden, müssen sich auch behelfen, müssen wieder lernen, neu zu leben, anders als zuvor, anders als gedacht, aber irgendwie geht das Leben weiter und muss das Leben gelebt werden. Und gemeinsam ist man stark. Stärker als alleine. Das ist die Erfahrung von vielen Peer Groups. Und geteiltes Leid ist halbes Leid und geteilte Freude ist doppelte Freude. Wenn es Menschen gibt, die solches erleben mussten und die Schmerzen überwunden haben und erzählen, dass und wie sie es geschafft haben, dann müssen das andere erfahren, die noch zweifeln, die traurig sind, die Angst haben, die sich alleine fühlen, verstoßen, verlassen, einsam.

      Und wenn es einige wenige gibt, die davon berichten, dann können sie den anderen Mut machen.

      Und es sind nicht nur die gemeint, die solches selbst erlebt haben. Es gibt auch viele, die von anderen wissen, die das erlebt haben. Und mitunter ist deren Situation fast genauso beschissen. Wie will man helfen, trösten, in den Arm nehmen, streicheln, und auch nur über Kopf und Rücken und Wangen, wenn solche Berührung triggert? Freunde, Verwandte leiden mit. Sie möchten helfen, strecken die Hände aus, die ins Leere greifen. Sie sehen einen Freund, eine Freundin, und haben auch Angst, diese zu verlieren, weil sie sie nicht mehr erreichen können, weil die Missbrauchte gefangen ist in ihrem Schmerz. Wie in einem Glaskubus - undurchdringlich für Worte. Eingemauert. Lebendig begraben. Das darf nicht sein. Da muss man doch was machen können! Aber da gibts nichts.

      Es ist wie bei der Eiskönigin. Tränen der Liebe können das Eis zum Schmelzen bringen, können die Mauern des Gefängnisses sprengen, können befreien.

      Doch diese Tränen müssen sie gemeinsam weinen können und dürfen. Und sie gegenseitig auffangen und ehren. Dann entsteht neues Leben, neues Lachen, neue Freude und neue Freunde. Das ist, was ich erreichen möchte. Vielleicht mit diesem Forum einwenig, irgendwie.

      In diesem Sinn wünsche ich dir eben das
      Heinz
    • hey heinz,

      wie gesgat, ich ich fands nun nihc shclimm, dass du es heir reingesetzt hast, ist doch ok ; )
      wollte nur so mal nachgefrgat haben... hatte keinen besonderen grund.
      ich ich bin nur leider noch lange nich so weit.. liegt aber auch daran, dass ich leider imme rnoch keine therapeutin habe.. sobald ich ich endlich mal eine haben sollte... dann, irgendwann... nach einigen jahren, kann ich ich vielleicht anders darüber denken.. usw.

      danke

      lg mondtstaub
      versuche das ignorieren dejnigen, die vorehr gut zu dir waren, zu vergessen,auch wenns wehtut, aufgrudn der verletzung des vorigesn vertrauens, das nchit wert und schmerzt um so mehr, dessen niveou!menschen sind die schlimmeren kreaturen, ncih die tiere. bitte leute macht euch ein eigenes bild von jemanden, und und nich durch andere was euch gesgat wird! :verysad:
    • hallo Mondstaub,

      scheinbar sind wir es nur, die sich hier zu diesem Thema äußern. Traurig. Ich kann mir nicht denken, dass die BetreuerInnen keine Erfahrung und möglicherweise Probleme mit Betreuten haben, die missbraucht wurden. Zum Glück wurde durch den Internatsleiter des Berliner Internats eine Lawine losgetreten, dass manchen in der katholischen Kirche die Nase auf den Rücken gedreht hat. Haben zuviele gewusst und geschwiegen und die Unwissenden nicht für möglich gehalten. Jetzt steht die Frage der Entschuldigung und Entschädigung an. Und ich finde den Ansatz durchaus praktisch, die Missbrauchten so zu behandeln, wie die ZwangsarbeiterInnen im 3. Reich, waren ja auch Missbrauchte und viele nicht nur durch die Zwangsarbeit.

      Mich würde mal interessieren, ob BetreuerInnen schon mal im Rahmen der Vermögenssorge an einen Antrag auf Entschädigung gedacht oder es probiert haben und welche Erfahrungen sie gemacht haben. Da kann der Antrag beim Weißen Ring sein oder wenn der Missbrauch in staatlichen Einrichtungen erfolgte, auch nach dem Opferentschädigungsgesetz.

      Es ist ja nicht nur das Schmerzensgeld, sondern auch der Kosten, die oft die Opfer selbst aufwenden mussten, dass ihnen geholfen wurde und sei es nur die Praxisgebühr oder Bescheinigungen oder auch selbstfinanzierte Therapien oder oder. Ich denke, dass Betreuung im Rahmen der Vermögenssorge auch die Wahrnehmung solcher Interessen betrifft, wenn wohlmöglich die Betreuung aufgrund des vormals geschehenen Missbrauchs erforderlich wurde.

      Gruß
      Heinz
    • Moin Heinz,

      mal konkret, wie stellst du dir das vor? Wir Betreuer sind Pädagogen oder Sozialdiplomierte, aber doch keine Therapeuten. Ich habe mich um die Gesundheit zu kümmern, Ärzte befragen, notfalls zum Therapeuten oder in die Klinikg begleiten, sofern es die Zeit erlaubt.....
      Aber ansonsten habe ich mit den Folgen des Traumas bei den Betreuten zu leben und zu arbeiten. Durch Aus- und Fortbildung hab ich zwar ein gewisses Verständnis, kann mich bis zum gewissen Grad auch in die Betreute, hab zur Zeit nur eine Traumatisierte, hineinversetzen, aber ansonsten? Wenn sie wieder ihren Rückfall kriegt, triggert und abstürzt, tja, dann hat sie Glück, wenn ich dann einen Kranken- oder Notarztwagen für sie bekomme. Habs schon erlebt, dass sie als Drehtürpatientin sogar von der Zentrale gesagt bekam, ohne ärztliche Bescheinigung kämen sie nicht mehr. Ja, toll, zum Arzt krieg ich sie nicht und die Ärztin der Entgiftungsklinik möchte sie vorab sehen, um erst dann die Erforderlichkeit festzustellen und zu bescheinigung. Ja , da will sie ja hin oder ich sieh hinbekommen. Sehr logisch das Ganze. Und dann hab ich sie mal selbst hingebracht. Musste mir dann noch anhören, dass das sehr leichtsinnig gewesen war, dass sie knapp 3 Promille hatte und kurz vor vorm Kollaps stand. Was willste da machen? Trauma hin oder her. Die Ursache der Erkrankung und des Verhaltens spielt bei der Geschichte dann sogut wie gar keine Rolle.

      Und wenn sie dann wieder mal clean und abstinent war, hab ich auf sie eingeredet wie zum toten Gaul, doch mal ne Therapie zu machen. Nix zu machen. Ging ihr ja wieder gut - bis zum nächsten Absturz.

      Insofern ist das Thema zwar interessant, aber besondere Relefanz hat der Missbrauch für die Betreuungsarbeit nicht. Meine Meinung.

      Gruß Kalle