bei Anruf Vertrag

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    • bei Anruf Vertrag

      ja gibt's denn so was? Da lernen Studenten der Rechtswissenschaft schon in den ersten Semester von Angebot und Annahme und dann sowas. Das gibt's doch gar nicht oder wie Ch. Morgenstern meinte, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Aber dennoch - also Vorsicht

      wdr.de/tv/markt/sendungsbeitra…/0816/00_telefontrick.jsp


      Dubiose Firmen rufen Privatanschlüsse an - ruft man zurück, kommt wenige Tage später eine Rechnung für ein Telefonsex-Abo. markt zeigt, was hinter der Masche steckt und wie man sich dagegen schützt.
      Autor: Thomas G. Becker


      Es beginnt mit einem Anruf - meistens am frühen Morgen oder spät in der Nacht. Nach einmaligem Klingeln ist wieder Ruhe. Auf dem Display erscheint eine Festnetznummer. Vielleicht ein Freund oder ein Geschäftspartner? Wer dann zurückruft, könnte schon bald eine böse Überraschung erleben.
      Die Anrufer versuchen, Telefonate auf eine bestimmte Festnetznummer zu provozieren. Dafür werben sie im Spätfernsehen für Sex- und Dating-Hotlines oder veranstalten scheinbar ein Gewinnspiel. Jedes Mittel ist ihnen recht, um möglichst viele Verbraucher dazu zu bringen, auf ihren Festnetznummern anzurufen. Besonders dreist ist der sogenannte „Ping-Anruf“. Die Rufnummern von Privatpersonen werden von Computern oder Telefonisten gewählt und sind oft aus Datenbanken gestohlen oder anderweitig illegal erworben worden. Einmal lassen die Telefonisten durchklingeln, dann legen sie wieder auf. Viele Verbraucher sind nicht misstrauisch und rufen zurück. Was soll schon bei einem Anruf auf einer normalen Festnetznummer passieren? Es meldet sich aber kein Freund. Ihr Anruf landet bei einer automatischen Sexhotline. Manchmal melden sich auch reale Personen. Doch die Verbraucher hängen schon am Haken - ohne es zu wissen.
      Ein paar Tage später klingelt das Telefon erneut. Dieses Mal sind immer reale Personen dran. Sie geben sich als Mitarbeiter der Post oder des Telefonanbieters aus. Man wolle die Adresse abgleichen, die auf einem Brief nicht mehr genau zu erkennen sei. Oder man wolle kostenlose Hardware zusenden und sicherstellen, dass die Adresse noch aktuell ist. Nur wenige durchschauen den Trick. Viele geben ihre Anschrift bereitwillig heraus.


      Rufnummernunterdrückung aufgehoben
      Die Firmen sind fast schon am Ziel. Sie haben Verbraucher zu einem Anruf auf eine bestimmte Nummer bewegt und die Adresse der Anrufer erfragt. Was aber, wenn diese mit unterdrückter Rufnummer zurückrufen? Viele Verbraucher haben dies dauerhaft eingestellt. Für Profis ist das kein Problem, erklärt Rudolf Boll von der Bundesnetzagentur: „Es ist technisch möglich, diese Rufnummernunterdrückung aufzuheben. Das macht in vielen Bereichen auch Sinn, zum Beispiel bei Anrufen auf Notrufnummern. So kann die Feuerwehr automatisch erkennen, wo es sprichwörtlich brennt. Für andere Teilnehmer ist die Aufhebung der Rufnummernunterdrückung allerdings verboten.“ Doch offenbar wird genau das gemacht.

      In den Rechnungen scheint dann alles zu passen: der provozierte Anruf, die aktuelle Adresse, die Telefonnummer. Juristisch ist ein nachweisbarer Anruf auf einer Festnetznummer zwar kein Beweis für einen Vertragsabschluss. Zahlt aber nur ein Bruchteil derer, die eine Rechnung zugeschickt bekommen, lohnt sich das Geschäftsmodell der Abofallen. „Das sind zumeist Angstzahler, Leute, die vielleicht wirklich mal eine Erotik- oder Glücksspielnummer angerufen haben. Denen ist es dann peinlich, mit ihren Partnern darüber zu reden. Oder sie zahlen, weil sie keinen Ärger mit Anwälten oder Inkassobüros haben wollen. Manche wissen auch gar nicht, wofür sie zahlen“, erklärt Thomas Bradler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.


      Hintermänner kaum zu fassen
      Die Bundesnetzagentur müht sich redlich, den Betrügern Einhalt zu gebieten. Erotikdienstleistungen von einer Festnetznummer anzubieten, ist meistens ein Verstoß gegen das Telekommunikationsgesetz. Verbraucherschützende Vorschriften, etwa die Pflicht zur Kostenansage, werden hier häufig umgangen. Doch mehr als eine Nummer abzuschalten, ist für die Agentur nicht drin. Es ist ein Wettlauf, den sie kaum gewinnen kann. Wird die eine Nummer abgeschaltet, wird im nächsten Moment eine neue aufgeschaltet. „Was wir brauchen, sind Schwerpunktstaatsanwaltschaften, denn hinter diesen Angeboten scheinen betrügerische Strukturen zu stecken. Wir haben hier allerdings keine Kompetenzen. Das aufzuklären ist Sache der Staatsanwaltschaften“, so Rudolf Boll.

      Die Justiz aber tut sich offenbar schwer, an die Hintermänner heranzukommen. Verbraucher sollten daher selber ein wachsames Auge haben, rät Verbraucherschützer Thomas Bradler: „Man sollte wirklich nur auf Nummern zurückrufen, die man eindeutig jemandem zuordnen kann, den man kennt. Sollte der verpasste Anruf einen seriösen Hintergrund haben, so wird sich der Anrufer auf jeden Fall wieder melden.“ Wem trotzdem eine Rechnung ins Haus flattert, der sollte der Forderung auf jeden Fall einmal schriftlich widersprechen, rät Bradler: „So stellt man sicher, dass man keinen Schufa-Eintrag bekommt. Der ist nämlich nur dann möglich, wenn man einer Forderung - ob berechtigt oder nicht - nicht widersprochen hat!“

      Formblätter zur Meldung von Rufnummernmissbrauch. Bundesnetzagentur