jetzt spenden oder nicht

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    • jetzt spenden oder nicht

      ich setz den Artikel hier mal rein. Hat mich aufgewühlt. Aber es ist so, wer den Armen helfen will, hilft auch auch Korrupten und Reichen. Soll man(n) deshalb das Spenden lassen? Gerade jetzt für Pakistan?

      dradio.de/dlf/sendungen/andruck/1244338/

      Linda Polman: "Die Mitleidsindustrie". Campus Verlag
      Von Brigitte Kols

      Dass Entwicklungshilfe nicht immer weitsichtig ist, das hat die niederländische Autorin Linda Polman beim Blick hinter die Kulissen internationaler Hilfsorganisationen festgestellt. Und auch um die Neutralität der Helfer ist es oft nicht gut bestellt.


      "Da muss etwas geschehen", sagen Sie, wenn Bilder von Krieg, Hunger, einer Naturkatastrophe im Fernsehen zu sehen sind. Sie stellen einen Scheck aus für eine der vielen Organisationen, die zupacken sollen, wo gerade Not herrscht. Der humanitäre Impetus hat seinen Preis, das wissen Sie. Aber denken Sie auch an Hilfe um jeden Preis? Die niederländische Autorin Linda Polman lässt ihre Leser nicht mit dem Scheckbuch davonkommen. Sie zwingt sie bereits im ersten Kapitel, sich in die Helferrolle zu versetzen und schreckt gerade Deutsche mit diesem Szenario auf:

      Nehmen wir einmal an, es ist 1943. Sie sind Mitarbeiter einer internationalen Hilfsorganisation. Das Telefon klingelt. Es sind die Nazis. Sie dürfen Hilfsgüter in ein Konzentrationslager bringen, aber die Lagerverwaltung darf bestimmen, wie viel davon ans eigene Personal und wie viel an die Gefangenen geht. Was tun Sie?

      Wer das für eine absurde Frage hält, sollte weiterlesen. Der unglaubliche Vergleich spielt darauf an, dass das Internationale Rote Kreuz 1942 vom Holocaust wusste, aber schwieg, um kein Verbot seiner Arbeit im Nazimachtbereich zu riskieren. Polman wirft der "modernen Hilfsindustrie" vor, mehrfach wiederholt zu haben, was die Genfer Organisation später einen "tragischen Fehler" nannte. Sie habe als "unfreiwilliger Kollaborateur" von Diktatoren oder Rebellenhäuptlingen agiert, ob in Äthiopien 1984 oder in Darfur in unseren Tagen. Ihr Buch ist in ihrer Heimat unter dem Titel "Die Krisenkarawane" erschienen. Die englische Ausgabe trägt den Titel "War Games", also: Kriegsspiele. Es geht um eine Branche, in der sich weltweit 37.000 Organisationen tummeln, weil, wie Linda Polman schreibt, "jeder seinen Laden aufmachen kann". An manchen Krisenschauplätzen sind es bis zu 1000 Hilfswerke, die um Geld und Aufträge konkurrieren. Denn sie sind es, die den Job für die Geberstaaten machen. So ging es im Jahr 2008 um 11,2 Milliarden Dollar staatliche Nothilfe. Extrageld wie nach dem Tsunami oder für Militär-Hilfe in Frontstaaten des "Kriegs gegen den Terror" ist in diesen Jahresbudgets noch gar nicht mitgerechnet. Ganz zu schweigen von Hunderten Millionen an Privatspenden. Polman empören die realen Kosten für das "Produkt" Hilfe:

      Rund um humanitäre Hilfe ist eine wahre Industrie entstanden, Karawanen von Organisationen, die mit den Geldströmen reisen und in immer wieder neuen humanitären Räumen um einen möglichst großen Teil der Milliarden konkurrieren. Für die kämpfenden Parteien sind das Geld und die Hilfsgüter der humanitären Hilfsorganisationen ebenfalls Business. Hilfe ist fester Bestandteil der Kriegsstrategie geworden.

      Eben deshalb knöpft sie sich das Label der Neutralität vor. Schon vor 150 Jahren stritten sich der Rot-Kreuz-Gründer Henri Dunant und die im Krimkrieg berühmt gewordene Krankenschwester Florence Nightingale über Neutralität und Politik. Den Streit hält Polman in Zeiten neuer Kriege innerhalb von Staaten mit vorwiegend zivilen Opfern für wichtiger denn je. Sicher retten die heutigen Helfer viele Leben, doch ihr geht es um die "Kollateralschäden" einer Rettungsarbeit, die auch dann schweigend getan wird, wenn ihr Missbrauch neue Opfer fordert:

      Humanitäre Krisen sind fast immer politische Krisen oder Krisen, die nur politisch überwunden werden können. Wenn Geber, Armeen und Milizen mit humanitärer Hilfe Politik machen, dann können NGOs es sich nicht erlauben, apolitisch zu sein.

      Die 51-jährige Reporterin kennt, was sie kritisiert. Seit 20 Jahren ist sie in Krisenzonen unterwegs. Sie lebte in Sierra Leone, wo sie sich mit Alleingängen bei der Recherche Respekt verschaffte. Unabhängigkeit gilt ihr als journalistisches Muss. In den Niederlanden hat sie die Nominierung ihres Buchs für einen Preis abgelehnt, den das Entwicklungshilfeministerium finanziert, weil dieses nicht "die Qualität journalistischer Arbeit" benoten sollte. "Mitleidsindustrie" ist eine Reise zu den Schlachtfeldern moderner Rettungsaktionen. Vieles ist gar nicht neu, aber ihr Augenzeugnis ist die Stärke des Buchs. Sie zeichnet ein genaues Bild der Flüchtlingslager in Goma, wo nach dem Völkermord in Ruanda die Täter, die Hutu-Milizen, das Sagen haben. Einen dort arbeitenden Helfer zitiert sie, es habe die Regel gegolten:

      Füttere die Mörder oder geh als Hilfsorganisation selbst zugrunde.

      Linda Polman besucht einen Rebellenchef in Sierra Leone, der prahlt, mit dem Abhacken der Gliedmaßen von Zivilisten das Land gerettet zu haben: "Ohne den Amputiertenfaktor", erzählt er ihr, "wärt ihr nicht gekommen". Sie mischt Reportage, Fakten und Analyse. Am Ende des Marsches von Biafra über Äthiopien, Somalia, Ruanda, Sierra Leone, Sudan bis Afghanistan hängt die Fahne der Neutralität recht zerfetzt herunter. Die Autorin glaubt, eine bessere Hilfe sei möglich. Sie bietet aber keine Patentlösung an. Dafür appelliert sie an Spender und Journalisten, den Rettern im Hilfsgewerbe harte Fragen zu stellen. Etwa, ob sie Hilfe auch mal verweigern sollten. Fragt sich, ob der normale Spender so wissbegierig ist. Oder der Journalist, der oft im Schlepptau eines Hilfswerks reist. Und auch Polman weiß: Der einsame Ausstieg einzelner Organisationen aus Hilfsoperationen ändert nichts an der Abhängigkeit der Helfer von den Machthabern.

      Konkurrierende Organisationen springen nur zu gern ein. Medicins sans Frontière hat den Absprung mehrmals gewagt: wegen der Zwangsumsiedlungen in Äthiopien in den achtziger, in Goma in den neunziger Jahren und 2004 nach dem Tsunami, weil die Spenden nicht mehr sinnvoll einzusetzen waren. Linda Polman befürchtet, dass Hilfsorganisationen künftig noch stärker einem politischen Kalkül unterworfen sein werden. Zunehmend bestimmten politische und militärische Interessen die Entscheidung der Regierungen, wo geholfen wird und wo nicht. Gerade deshalb müssten sich Hilfsorganisationen ihre Unabhängigkeit von Regierungen zurückerobern. Da kommt ihr Buch in Deutschland gerade zur rechten Zeit. Hier wehren sich die "Nichtstaatlichen" bereits gemeinsam. Ihr Dachverband Venro bietet Minister Dirk Niebel Paroli, der ihre Aufbauarbeit in Afghanistan mit dem Bundeswehreinsatz verzahnen will.

      Vor der nächsten Spende zur Lektüre empfohlen: "Die Mitleidsindustrie - Hinter den Kulissen internationaler Hilfsorganisationen". Linda Polman hat das Buch geschrieben, es ist im Campus-Verlag erschienen, hat 264 Seiten und kostet 19,90 Euro, ISBN: 978-3593392332 .
    • ist vielleicht nicht so interessant, das Thema. Obwohl man ja jetzt allerwegen drauf gestupst wird, im Fernsehen, im Radio, überall Bilder und Berichte von den Millionen und aber Millionen Menschen und die Größe des Gebiets und Wasser überall und und und. Aber weniger Spenden als für die Bedürftigen auf Haiti. Das darf nicht sein. Es heißt, Erdbebenopfer werden eher unterstützt als Überschwemmungsopfer. Ich weiß nur, dass es nicht reicht. Weder für die einen noch für die anderen und dann gibt es noch die in Afrika oder China oder Südamerika. Es gibt Bedürftige allerwegen. Auch hierzulande.
      Warum spenden? Die Not bleibt. Auch bei den Menschen in Pakistan. So wie die Not in Afrika bleibt. Und auch die in unserer Gesellschaft. Was passiert mit der Spende, ist eine Frage. Die andere ist, geht es mir besser, wenn ich gespendet habe? Bei Plan plan-deutschland.de/ bekomme ich mitunter mit, was mit dem Geld gemacht wurde, medizinische Versorgung, Bildung, Arbeit. Kann mitunter an dem Leben eines Kinder teilhaben und sehen, wie die Familie sich entwickelt. Auch wenn es nur ein kleiner Betrag ist, passiert durch die Spende mehr, als dass nur Geld verbucht wird. Es entsteht eine Beziehung.
      Ich denke, das sollte beim Spenden oder Nicht Spenden, wie man sich auch entscheidet, mit bedacht werden.

      Heinz


    • Mitleidindustrie

      nun- was für ein Thema - das bewegt die Welt und uns ebenso.

      Also, ich seh das so - die Menschen in Pakistan haben echt ein Problem - Rupert Neudeck verglich es mit der Arche Noah. Die Überschwemmungen sind sintflutartig. Und den Menschen Geld zu geben, macht wenig Sinn, denn essen können sie es nicht. Also muss dafür eingekauft werden, Lebensmittel, Decken, Kleidung, Zelte, Medikamente und und und. Das Ganze muss transportiert werden. Dazu braucht man Hubschrauber oder Amphibienfahrzeuge oder dgl. Hat auch nicht jede Organisation.

      Es mag zutreffen, dass schon viel gespendet wurde. Es trifft sicherlich auch zu, dass viel des Geldes in die Organisationen geht. Geht nicht anders. Auch die vor Ort helfen, brauchen Verpflegung und Versorgung. Und die Logistik samt Benzin oder Kerosin ist auch nicht umsonst.

      Aber ein Aspekt ist mir noch wichtig - Spenden für die nächste Katastrophe. Das die nächste Katastrophe kommt, dürfen wir sicherlich annehmen. Dann können nicht erst die Spenden abgewartet werden, um die Mittel zu besorgen, die müssen dann vorhanden sein. Also wird jetzt kräftig auf die Tränendrüsen gedrückt, damit sich die Portemonaies öffnen. Dann wird - auch - für die jetzt Bedürftigen gesorgt, aber halt nicht nur, sondern auch vorgesorgt, für die nächsten.

      Wenn aber so eine Katastrophe die Nationen und Menschen nicht bewegt, fehlt es logischerweise auch an den erforderlichen Mitteln bei der nächsten. Wir haben es also hier schon mit einer gewissen Planung und vergleichsweisen Generationenvertrag zutun, praktisch ein Apfelbäumchen. Aber auch das will besorgt und gepflanzt sein, damit morgen die Menschen in Not noch was zum Beißen haben.

      In diesem Sinn
      Heinz


    • hi micha und alle anderen,

      Beurich schrieb:

      Tja. Wenn es nicht (praktisch) unmöglich wäre, das Geld an die Betroffenen direkt auszuzahlen, wäre das natürlich der ideale Weg der Spendenverteilung.
      Ich denke jedoch, dass schon Millionen in die Verwaltung der Spenden fließen werden. :hechel: Liebe Grüße
      Micha


      da hast du recht... wie mit allen anderen spenden auch, wenn dieses alles so eifnahc wäre... und man wiklrich wüsste es kommt auch alles kompleltt dahin weo es hingehören sollte.. und nich schon zu den staatsoberhäuptern die ohnehin scvhon an essen trinken, suaberes wasser, und geld besitzen.. schliesslich sind gerade dass die ersten an die man ja erstmal vorbei muss, um in deren ländern zu kommen und reinkommen zu dürfen... sei es nun gerade die sache da mit der flut in pakistan oder in afrika die geschichten, die seit jahrhunderten dort shcon rumgehen.. oder auch teile amerikas, zb brasilien... etc... ja.

      schlimm schlimm... wie so viele dinge, und selsbt bei und durch jeden einzlenen.. der seine eigenenn geschichten auch noch zu tragen aht, ob europäer oder sonst wer,

      hoffe war kurz ok, hm.

      viele grüsse mondtsuab :tee:
      versuche das ignorieren dejnigen, die vorehr gut zu dir waren, zu vergessen,auch wenns wehtut, aufgrudn der verletzung des vorigesn vertrauens, das nchit wert und schmerzt um so mehr, dessen niveou!menschen sind die schlimmeren kreaturen, ncih die tiere. bitte leute macht euch ein eigenes bild von jemanden, und und nich durch andere was euch gesgat wird! :verysad: