Neuwagenkauf im Internet

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    • Neuwagenkauf im Internet

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      Worauf der Kunde achten sollte
      Von Claudia Rometsch
      Der Kauf von gebrauchten Autos über das Internet ist seit Langem etabliert. Wer hingegen einen Neuwagen ins Auge fasst, ging bisher meist direkt zum Händler. Doch immer öfter wird auch hierfür dass Web zur Hilfe genommen. Allerdings gilt es beim Onlinekauf ein paar Dinge zu beachten.


      Wer sein Auto online kauft, kann sich oft über höhere Rabatte freuen, als der Kunde beim Händler vor Ort. Für die günstigen Preise sorgen Makler, die die Fahrzeuge nicht selbst anbieten, sondern das Geschäft zwischen einem niedergelassenen Vertragshändler und dem Kunden vermitteln. Normalerweise gewähren Autohändler zwischen sieben und zehn Prozent Abschlag vom Listenpreis. Bei den Internet-Vermittlern bekommen die Kunden derzeit im Durchschnitt 15 Prozent Rabatt für die 25 meistverkauften Modelle, so Erhebungen des Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen. Im Einzelfall kann es wesentlich mehr sein.

      "Der Vermittler selber klärt den Markt deutschlandweit ab und sucht sich eben dann die Händler heraus, die bereit sind, von dem Listenpreis den höchsten Abschlag zu gewähren ... .Und das bietet er dann wiederum an an seine Kunden, die dann diese Vermittlungsverträge bei ihm abschließen",

      erklärt Klaus Heimgärtner vom ADAC. Der Kunde kann unter fast allen gängigen Herstellern wählen und die Ausstattung individuell bestimmen. Zunächst stellt der Interessent beim Internetvermittler eine unverbindliche Anfrage für ein bestimmtes Modell. Entschließt er sich zum Kauf, kann er einen Vermittlungsvertrag mit dem Online-Broker schließen. Für den Kunden ist das kostenlos. Der Vermittler stellt dann den Kontakt zum Händler her.

      "Dieser Händler bietet mir wiederum dann einen Kaufvertrag an, den ich dann annehmen kann. Und damit kommt dann der tatsächliche Kaufvertrag über das Neufahrzeug zustande."
      Vertragspartner für den Kauf ist also nicht der Internet-Vermittler, sondern ein deutscher Markenhändler. Daher habe der Kunde im Prinzip die gleiche Sicherheit wie beim Vertrag mit dem Händler um die Ecke, sagt der ADAC-Experte. Doch neben den seriösen Vermittlern gibt es im Online-Automarkt auch schwarze Schafe. Bei der Auswahl des Anbieters helfen folgende Kriterien: Der Geschäftssitz des Unternehmens sollte sich in Deutschland befinden. Die Homepage muss übersichtlich gestaltet sein, so dass Adresse und Allgemeine Geschäftsbedingungen leicht zu finden sind. Wichtig ist auch:

      " ... dass ich ausführliche Informationen zur Vertragsabwicklung dort vorfinde, Hinweise auf das Bestehen eines Widerrufsrechts, ... dass keine Anzahlung von mir verlangt wird, ganz wichtig, und ... dass der mir noch mal bestätigt, welches Fahrzeug mit welchen Ausstattungsmerkmalen ich bei ihm bestelle."
      Der Vertrag mit dem Händler schließlich sollte die Zusicherung enthalten, dass es sich um ein für den deutschen Markt produziertes Fahrzeug handelt. Denn Reimporte können in ihrer Ausstattung abweichen.

      Einziger Unterschied zum Kauf beim Autohaus vor Ort: Der Vertragshändler kann seinen Sitz überall in Deutschland haben. Das kann ein Nachteil sein. Denn es bedeutet, dass der Kunde unter Umständen weite Strecken fahren muss, um seinen Neuwagen beim Händler abzuholen. Und wenn der Wagen kaputt ist, kann der Kunde ihn nicht eben schnell in die Werkstatt des Verkäufers bringen. Das sei allerdings im Garantiefall kein Problem, sagt Klaus Heimgärtner:

      "Da ergeben sich meine Möglichkeiten aus dem Garantieheft. Und dort ist regelmäßig vorgesehen, dass wenn ich einen Defekt am Fahrzeug habe, dass ich entsprechend bei jeder Vertragswerkstatt des Herstellers eben in Deutschland vorstellig werden kann."
      Nachteilig kann die Entfernung zum Händler dann sein, wenn der Kunde den Preis mindern, oder vom Kauf zurücktreten will - etwa weil das Auto immer wieder schwere Mängel hat. Dazu muss er sich an den Verkäufer wenden, denn der ist zuständig für die Gewährleistung, die im Unterschied zur Herstellergarantie gesetzlich vorgeschrieben ist. Bevor der Händler die Ansprüche des Kunden erfüllt, muss er aber die Möglichkeit erhalten, den Mangel selbst zu beheben. Im ungünstigsten Fall muss der Kunde dem weit entfernten Verkäufer das Auto dann zur Reparatur bringen.