Osteopathie

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    • Osteopathie

      ich weiß von einem Heilpraktiker, der mir und meiner Frau schon mehrfach sehr gut geholfen hat. Doch was ein Osteopath sei, wusste ich nicht, bis jetzt - dradio.de/dlf/sendungen/sprechstunde/1238698/


      Begeisterte Patienten, skeptische Schulmediziner
      Großer Zulauf bei Osteopathen

      Von Nina Giaramita

      Gesundheitsexperten diskutieren zurzeit darüber, ob ganzheitlich ausgerichtete Ansätze und Heilmittel aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gestrichen werden sollen. Dabei suchen viele Patienten zunehmend ihr Heil bei einem Arzt, der alternativ behandelt, oder auch bei einem Heilpraktiker. Großen Zulauf können vor allem auch die Osteopathen verbuchen - sie behandeln nicht nur Rückenschmerzen, sondern werden inzwischen auch bei vielen anderen chronischen Erkrankungen zu Rate gezogen.

      Ein abgedunkelter Behandlungsraum im Bonner Stadtteil Kessenich. Der Osteopath Andreas Kasack beugt sich über seine Patientin Sarah Vorspohl. Sie ist wegen anfallartiger Bauchschmerzen zu Andreas Kasack gekommen. Vorsichtig tastet er die Bauchdecke ab.

      "Dazwischen ist auch wirklich jetzt eine deutlich spürbare Verklebung, zwischen Dünndarm und dem Dickdarmabschnitt -ich gehe mal davon aus, dass das eine Verklebung von Bauchfellschichten ist. Das sind Dinge, die der Osteopath wahrnehmen kann."
      Andreas Kasack wendet eine Technik an, die vor über 130 Jahren der amerikanische Mediziner Andrew Taylor Still entwickelt hat. Still ging davon aus, dass alle Gewebe des Körpers wechselseitig voneinander abhängen und Störungen von einem Körperteil auf andere übertragen können - nur wenn das Gewebe optimal versorgt ist, kann der Körper eventuelle Blockaden ausgleichen und sich selbst heilen.

      "Die Vision der Osteopathie ist, dass wir nicht heilen können. Wir werden versuchen, den Körper in sein Gleichgewicht zurück zu bringen. Wir werden versuchen, herauszufinden, was ihn aus dem Gleichgewicht gebracht hat, und das können sicherlich andere Dinge sein als nur ein blockierter Wirbel."
      Werner Langer ist Leiter des Instituts für angewandte Osteopathie. Das in Bitburg angesiedelte Institut ist die bisher einzige staatlich anerkannte Osteopathieschule in Deutschland. Angehende Osteopathen müssen in fünf Jahren über 1.000 Unterrichtsstunden absolvieren. Neben den osteopathischen Grundkenntnissen steht auch medizinisches Fachwissen auf dem Lehrplan. Das langjährige Studium soll dazu befähigen, die Patienten umfassend zu behandeln.

      "In der normalen Osteopathie-Praxis sieht man alle Patienten, die auch ein normaler Hausarzt sieht. Bei dieser Befundaufnahme stützen wir uns natürlich auch auf die klassische Medizin. Wir sind nicht in der Lage, mit unseren Fingern alles zu befunden, sondern wir brauchen, genauso wie jeder andere Arzt auch, schon mal ein Röntgenbild oder eine Blutanalyse und Ähnliches."
      Trotz der weitreichenden medizinischen Kenntnisse stehen Osteopathen in der Kritik. Das Problem: Die von Schulmedizinern ausgewertete Studienlage. Wissenschaftler Max Pittler von der Universität Freiburg hat die Wirksamkeit osteopathischer Anwendungen untersucht. Sein Befund:

      "Zur Wirbelsäulenmanipulation sind tatsächlich einige Studien vorhanden. Diese Studien zeigen, dass bei akuten und subakuten Rückenschmerzen die Wirbelsäulenmanipulation tatsächlich hilfreich ist. Das sieht anders aus bei anderen Techniken, die innerhalb der Osteopathie angewandt werden - wie zum Beispiel die Mobilisation von Gelenken, Bindegewebe und Muskeln."
      Die Bundesärztekammer bemängelt ebenfalls die dürftige Studienlage - vor allem bezüglich der sogenannten craniosakralen Therapie. Bei dieser Form der osteopathischen Behandlung werden die therapeutischen Bewegungen vorwiegend im Bereich des Schädels und des Kreuzbeins ausgeführt. Die Methode wird zunehmend isoliert angeboten, ohne eine Verknüpfung zum übrigen Behandlungsspektrum der Osteopathen. Eine Entwicklung, die auch Osteopath Werner Langer moniert:

      "Was uns im Moment sehr stört in diesem Bereich, das sind diese Auswüchse der Osteopathie, die man immer wieder findet - die craniosacrale Therapie, die dann raus gerissen wird aus der Osteopathie. Es sind sehr häufig Leute, die keine komplette Ausbildung machen, die sehr gerne in diese leichten Bereiche hinein gehen, in denen man nicht mehr unbedingt beweisen muss und zeigen muss, was man tut und was man behauptet."
      Trotz dieser Negativ-Auswüchse ist die Osteopathie weiter auf dem Vormarsch. In diesem Jahr übernimmt erstmals auch eine gesetzliche Krankenkasse, bei bestimmten Indikationen, die Übernahme der Behandlungskosten. Ein Zeichen dafür, dass die Behandlung durchaus als hilfreich angesehen wird. Weitere Studien sind jedoch dringend vonnöten:

      "Es ist wichtig, dass dies gemacht wird, und es muss von den Stellen, die verantwortlich sind, nicht nur von der Industrie, auch vom Staat, Gelder bereit gestellt werden, um hier adäquat Studien zu finanzieren. Das wurde teilweise gemacht, innerhalb der Akupunktur, dort sind viele Gelder zur Verfügung gestellt worden. Und das Resultat waren eben Studien, die aussagekräftig waren."
    • Hallo,
      ich bin der Meinung, das Heilpraktiker bei manchen Krankheiten wirklich gut helfen können, aber um eine Krankheit behandeln zu können, muss man zuerst wissen, womit man es genau zu tun hat und auch Heilpraktiker benötigen eine genaue Diagnose. Deswegen sollte man unbedingt bei jeder Art von Beschwerden zuerst zum Arzt gehen und sich gründlich untersuchen lassen.
      Ich wurde von meinem Hausarzt vor einigen Monaten für eine Untersuchung zu Radiologie Hamm geschickt, die nach einer einfachen MRT Untersuchung eine Diagnose feststellen konnten. Ich hatte mich bis dahin fast ein Jahr gequält, bis ich endlich zum Arzt gegangen bin. Nachdem ich die richtige Therapie bekommen habe, geht es mir viel besser.
      VG