Betreuerwechsel

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Betreuerwechsel

      Hallio Rudi,

      # du batest darum, deinen Text in den Bereich der Betreuten zu setzen. Sicherlich, dahin würde er auch passen, aber der Zugriff ist auf die Betreuten beschränkt. Und ich vermute, du möchtest auch von BetreuerInnen erfahren, wie die die Angelegenheiten sehen.

      # solche für Betreute ägerliche Kapriolen gibt es sicherlich. Doch hoffe ich, dass es nicht die Regel ist. Glaube ich auch nicht. Aber was du berichtest ist schon der Hammer.

      # nun zu deinen Fragen:
      "Kann der VormR die Nr. 3 ablehnen, weil die Nr. 2 und dieser so gut miteinander auskommen? Der VormR tanzt der Nr. 2 nach der Pfeife und sogar eine Familienangehörige wurde schon mit Klage wegen Verletzung Datenschutz gedroht, falls sie weiter Dinge aufdeckt und Behörden weiterleitet."
      Das Gericht ist in seinen Entscheidungen ziemlich frei. Man nennt es Ermessensentscheidung. Somit kann das Gericht ermessen, ob ein Betreuerwechsel erforderlich ist und ob das Wohl der Betreuten durch die bisherige Betreuerin nicht oder schlecht gewahrt wurde und ob eine andere Betreuerin das Wohl der Betreuten besser wahrt.
      Für Außenstehende mag es denn wie Geklüngel aussehen und die Vermutung naheliegen, dass der Richter es gut mit der Betreuerin Nr 2. kann, aber es liegt halt in seinem Ermessen, wie er die Angelegenheit beurteilt. Gegen Beschlüsse kann natürlich Einspruch eingelgt werden und dann werden die Entscheidungen des Richters von der Beschwerdekammer überprüft, aber das dauert. Und das Ergebnis ist auch nicht gewiss.

      "Kurze Frage noch: EV in Vermögenangelegenheiten, andere Aufgabenkreise inkl. Post auch. Ist die Betreute entmündigt? Wahlrecht?"
      Mit dem EV ist die Betreute in Vermögensangelegenheiten praktisch entmündigt. Für Erklärungen im Rechtsverkehr bedarf es der Zustimmung der Betreuerin, damit sie wirksam werden. Wenn in dem Beschluss zur Betreuung nichts von Postangelegenheiten steht, darf die Betreute nicht die Post ohne Einverständnis der Betreuten öffnen oder an sich umleiten. Nur dann, wenn das Gerich es so beschlossen hat. Welches Wahlrecht meinst du? Das der politischen Wahl? Dieses Wahlrecht wird durch die Betreuung nicht eingeschränkt.

      "Können trotz Aufgabenkreise Behörden, Institutionen, die Betreute von denen Auskunft erhalten über Stand der Sache und Bescheide? Wurde bisher permanent verweigert und Betreuerin wurschtelt vor sich hin, nschädigte das Vermögen der Betreuten, nur die Verwandten merken, was los ist, werden von Betreuerin und Richter sogar schon Klagen angedroht."
      Auch mit EV ist die Betreute theoretisch nicht schutzlos. Sollte ihr Einblick in die Akten und den Stand des Verfahrens verweigert werden, kann sie sich an die Rechtsmittelstelle des Gerichts wenden oder einen Anwalt aufsuchen, der sich über die Prozesskostenhilfe finanziert. Solche Anwälte gibt es.

      "Rechnungslegung wann von Betreuerin gegenüber Gericht? Betreuerin meinte, sie könne sich von dem Geld der Betreuten einfach was für Auslagen entnehmen?"
      Ansich ist die Betreuerin verpflichtet, für jedes Abrechnungsjahr eine Rechnungslegung zu erstellen, doch manchmal wird es auch etwas relaxer gehandhabt. Auf gar keinen Fall darf die Betreuerin sich ohne Genehmigung des Gericht aus dem Vermögen der Betreuten bedienen. Sollte hingegen die Betreute die Kosten der Betreuung zu tragen haben, dann kann die Betreuerin das bei Gericht beantragen. Hierzu ist aber die Betreute auch zu hören. Ich hatte einen Betreuten mit geistiger Behinderung. Selbst der wurde dazu gehört, ob ich denn auch meine Vergütung 'verdient' habe.

      Ich hoffe, ich konnte dir helfen und würde mich freuen, dich als Mitglied dieses Forums willkommen heißen zu können. Mit bestem Gruß
      Heinz